//Mangelernährung
Mangelernährung 2018-06-29T14:41:21+00:00

Was ist Mangelernährung?

Auf einen Blick: Was Sie über Mangelernährung wissen sollten

  • Mangelernährung ist eine der am meisten unterschätzten Gefahren bei einer Krebserkrankung.
  • Wenn der Körper nicht genügend Energie, Eiweiß und Nährstoffe erhält, verliert er Gewicht und Muskelmasse wird abgebaut.
  • Bereits eine Verminderung von 5 % des Körpergewichts innerhalb von 3 Monaten birgt die Gefahr einer Mangelernährung. Bei einer Person mit 70 kg sind das gerade mal 3,5 kg.
  • Laut dem Zentrum für Krebsregisterdaten im Robert-Koch-Institut sterben in Deutschland pro Jahr Rund 220.000 Menschen an Krebs. Experten und Wissenschaftler schätzen, dass jeder vierte davon an den Folgen einer Mangelernährung gestorben ist und nicht am Tumor selbst.
Gewichtsverlust sollte deshalb möglichst frühzeitig bekämpft werden. Praktische Tipps und Empfehlungen dazu finden Sie im Artikel ‚Was essen bei Gewichtsverlust und Mangelernährung?’

Mehr Wissen:

Klicken Sie auf die einzelnen Begriffe, um mehr über die Hintergründe und Ursachen Rund um das Thema Mangelernährung zu erfahren.

Eine Mangelernährung beschreibt ein Defizit an Energie, Eiweiß und anderen Nährstoffen. Wird der Energie- und Eiweißbedarf nicht ausreichend gedeckt, zeigt sich dies in Form eines Gewichtsverlustes. Ein ungewollter Gewichtsverlust geht mit einem Abbau der Muskelmasse einher und ist immer ernst zu nehmen – egal bei welchem Ausgangsgewicht. Bereits eine Verminderung von 5 % des Körpergewichts innerhalb von 3 Monaten birgt die Gefahr einer Mangelernährung und Sie verlieren wertvolle Kraft für den Kampf gegen den Krebs. Bei einer Person mit 70 kg sind 5 % des Körpergewichts gerade mal 3,5 kg.

Fakt ist, dass Krebspatienten oft schon zum Zeitpunkt der Diagnose mangelernährt sind. Die Häufigkeit ist abhängig von Tumorstadium, -art und –lokalisation und kann bei bestimmten Krebsarten sogar 30% bis zu 80 % betragen. Vor allem Patienten mit Tumoren im Bereich der Verdauungsorgane oder der Lunge verlieren häufig innerhalb kurzer Zeit an Gewicht.

Eine Mangelernährung entsteht, wenn der Körper zu wenig Energie, Eiweiß und Nährstoffe erhält.

Die Nahrungsaufnahme kann verringert sein durch:

  •  Probleme im Mund- und Halsbereich
  •  Appetitlosigkeit
  •  Verdauungsstörungen
  •  Übelkeit/Erbrechen
  •  Medikamente
  •  chronische Schmerzen
  •  Lange Esspausen bedingt durch medizinischen Untersuchungen / Operationen
  •  psychologische Probleme
  •  sonstige Therapienebenwirkungen
  •  Unnötige Lebensmittel Restriktionen

Ein schlechter Ernährungszustand wiederum führt dazu, dass Beschwerden und Komplikationen zunehmen, wodurch ein Teufelskreislauf entsteht. Hinzu kommen auch Veränderungen im Stoffwechsel von Patienten mit einer Krebserkrankung. Wenn weniger Nahrung aufgenommen wird, läuft der Körper bei einem gesunden Menschen auf „Sparflamme“. Das heißt, der Körper verbraucht die Energie effizienter, wenn weniger Energie zur Verfügung steht. Bei onkologischen Patienten passiert diese Umstellung allerdings nicht. Krebs ist eine konsumierende Erkrankung und geht meist mit krankheitsbedingten Entzündungen und einem erhöhten Energiebedarf einher. Aufgrund dieser Stoffwechselveränderungen kommt es zu einem beschleunigten Abbau von Muskel- und Fettmasse und einem erschwerten Aufbau von Muskulatur.

Die Folgen einer Mangelernährung sind vielfältig und können den Verlauf der Erkrankung sowie die Lebensqualität maßgeblich beeinflussen. Häufige Folgen sind:

  • schlechtere Wirkung der Therapie
  • mehr Nebenwirkungen
  • geschwächtes Immunsystem
  • mehr Infekte
  • schlechtere Wundheilung
  • längere und häufigere Krankenhausaufenthalte
  • Muskelabbau, reduzierte Leistungsfähigkeit, Kraftlosigkeit und eingeschränkte Mobilität
  • vermehrte Therapieabbrüche oder -unterbrechungen
  • verminderte Lebensqualität
  • schlechtere Prognose

Man erkennt eine Mangelernährung am Gewichtsverlust und Muskelabbau. Der Gewichtsverlust von 5% oder mehr innerhalb von 3 Monaten fällt aber vielen Patienten nicht auf, oder sie freuen sich sogar überschüssige Pfunde loszuwerden.

5% Körpergewicht sind wirklich nicht viel:

  • bei einem Ausgangsgewicht von 60 kg sind das 3 kg
  • bei 80 kg sind es 4 kg
  • bei 100 kg sind es 5 kg

Wer mangelernährt ist, sieht also häufig gar nicht so aus!

Ein weiteres Problem ist, dass viele Menschen sich nicht regelmäßig wiegen und deshalb ihren Gewichtsverlauf nicht vor Augen haben. Dann helfen diese Fragen weiter:

  • Sitzen Gürtel oder Hose lockerer wie früher?
  • Esse ich weniger wie üblich?
  • Leide ich unter Durchfall oder Erbrechen?
  • Habe ich eine Abneigung gegen bestimmte Lebensmittel entwickelt?

Wenn Sie eine dieser Fragen mit “Ja” beantworten, kann auch ein erhöhtes Risiko für eine Mangelernährung bestehen.