Ernährungsbedürfnisse unterscheiden sich von Patient zu Patient und hängen unter anderem von der Krebsart, -Therapie und von Begleiterkrankungen ab. Meist ändern sich diese Bedürfnisse auch im Verlauf der Erkrankung, wodurch die Ernährung kontinuierlich an das allgemeine Befinden und körperlichen Beschwerden angepasst werden muss. Bei etwa ¾ aller Krebspatienten tritt im Verlauf der Erkrankung ein ungewollter Gewichtsverlust auf – häufig auch schon vor der Diagnosestellung. Der Verlauf des Körpergewichtes hat eine wesentliche prognostische Bedeutung und verdeutlicht so die Wichtigkeit eines guten Ernährungszustandes. (Martin L. et al. J Clin Oncol (2015) ¼ der Krebspatienten in Deutschland sterben an Mangelernährung und nicht am Tumor selbst. (DKG Stellungnahme Mängelernährung)

Was versteht man nun unter Mangelernährung? Eine Mangelernährung beschreibt ein Defizit an Energie, Eiweiß und anderen Nährstoffen. Wird der Energie- und Eiweißbedarf nicht ausreichend gedeckt, zeigt sich dies in Form eines Gewichtsverlustes. Ein ungewollter Gewichtsverlust geht mit einem Abbau der Muskelmasse einher und ist immer ernst zu nehmen – egal bei welchem Ausgangsgewicht. Bereits eine Verminderung von 5 % des Körpergewichts innerhalb von 3 Monaten birgt die Gefahr einer Mangelernährung. Bei einer Person mit 70 kg sind das gerade mal 3,5 kg.

Fakt ist, Krebspatienten oft schon bei der Diagnose Stellung mangelernährt sind. Die Häufigkeit ist abhängig von dem Tumorstadium, -art und –Lokalisation und kann bei bestimmten Krebsarten sogar 30% bis zu 85 % betragen. (Tangvik et al. Clin Nutr (2015)) Vor allem Patienten mit Tumoren im Bereich der Verdauungsorgane oder der Lunge verlieren häufig innerhalb kurzer Zeit an Gewicht. (Quelle: Buch Schoenberg (Literatur?))

Als wichtigstes Ernährungsziel gilt daher für Sie, ihr Gewicht so stabil wie möglich zu halten, um die Therapie mit ganzer Kraft zu bewältigen. Auf diese Weise können Sie aktiv einen Beitrag zu Ihrer Behandlung leisten und den Verlauf Ihrer Erkrankung positiv beeinflussen (Erickson et. al 2017)

Ursachen und Folgen einer Mangelernährung:

Eine ausgewogene und bedarfsdeckende Ernährung ist daher wichtig. Dies kann aber vor allem während der Therapie sehr herausfordernd sein. Die Nahrungsaufnahme kann verringert sein durch:

  • Probleme in Mund/Hals bereich

  • Appetitlosigkeit

  • Verdauungsstörungen

  • Übelkeit/Erbrechen

  • Medikamente

  • chronische Schmerzen

  • Lange Esspausen bedingt durch medizinischen Untersuchungen/OP

  • psychologische Probleme

  • sonstige Therapienebenwirkungen

  • Unnötige Lebensmittel Restriktionen

Ein schlechter Ernährungszustand wiederum führt dazu, dass Beschwerden und Komplikationen zu nehmen, wodurch ein Teufelskreislauf entsteht. Hinzu kommen auch Veränderungen im Stoffwechsel von Patienten mit einer Krebserkrankung. Wenn weniger Nahrung aufgenommen wird läuft der Körper bei einem gesunden Menschen auf „Sparflamme“. Das heißt, der Körper verbraucht die Energie effizienter, wenn weniger Energie zur Verfügung steht. Bei onkologischen Patienten passiert diese Umstellung allerdings nicht. Krebs ist eine konsumierende Erkrankung und geht meist mit krankheitsbedingten Entzündungen und einem erhöhten Energiebedarf einher. Aufgrund dieser Stoffwechselveränderungen kommt es zu einem beschleunigten Abbau von Muskel- und Fettmasse und einem erschwerten Aufbau von Muskulatur. (Quelle:)