//keinen Beschwerden/keinem Gewichtsverlust
keinen Beschwerden/keinem Gewichtsverlust 2018-06-22T10:34:34+00:00

Was essen bei keinen ernährungsrelevanten Beschwerden und keinem Gewichtsverlust?

Solange Sie akut gegen den Krebs kämpfen und Therapien erhalten, ist das Ziel der Ernährung Ihren Körper möglichst fit für den Kampf zu halten. Erster Grundsatz: Gewicht stabil halten. Zweiter Grundsatz: Beschwerden lindern, die mit Ernährung zu tun haben.

Auch wenn Sie momentan keine Beschwerden haben und Ihr Gewicht stabil ist, kann eine radikale Ernährungsumstellung oder Diät Ihren Körper unnötig belasten und Beschwerden wie Durchfall, Verstopfung, Krämpfe, Kopfschmerzen und Migräne und damit einhergehenden Gewichtsverlust verursachen. So eine Umstellung ist auch ein enormer Stressfaktor – dafür ist jetzt nicht der richtige Zeitpunkt.

Wir empfehlen Ihnen deshalb Ihre gewohnte Ernährung weitgehend beizubehalten, bis Sie Ihre Behandlung abgeschlossen haben. Dabei müssen Sie kein schlechtes Gewissen haben.

Die folgenden Empfehlungen gelten eigentlich für die Prävention und Nachsorge von Krebs. Da wir aber wissen (auch aus eigener Erfahrung), dass man als Krebspatient lieber sofort aktiv wird, haben wir Ihnen die Empfehlungen im Folgenden zusammengestellt und auch wie Sie diese langsam und achtsam umsetzen.

Bitte beachten Sie, dass die Tipps keine persönliche Beratung mit einer staatlich anerkannten Ernährungsfachkraft ersetzen. Da es sich um Empfehlungen basierend auf den Erfahrungen aus dem Klinikalltag handelt und jeder Mensch individuell ist, wirken auch die Empfehlungen unterschiedlich. Testen Sie daher aus, was Ihnen bekommt und was für Sie hilfreich ist. Außerdem sollten Sie Ihren behandelnden Arzt immer über Ihre Maßnahmen auf dem Laufenden halten.

Ziele

  • Gewicht weiterhin stabil halten.
  • Stellen Sie Ihre Essgewohnheiten langsam auf eine möglichst ausgewogene, bunte und abwechslungsreiche Ernährung um.
  • Haben Sie Spass und sehen Sie diese Umstellung nicht als Einschränkung sondern als Eroberung neuer Essenwelten.
In Tipps: Probieren Sie neue Lebensmittel, neue Geschmacksrichtungen und neue kulinarische Ideen und Küchen.

Lebensmittelauswahl

  • 5 am Tag, das heisst 2 Portionen Obst und 3 Gemüse am Tag.
    Vorteil: Gemüse und Obst versorgen Sie mit Nährstoffen, Ballaststoffen und sekundären Pflanzenstoffen und tragen zur Sättigung bei.
  • Bevorzugen Sie Vollkornprodukte.
    Vorteil: längere Sättigung, mehr Nährstoffe.
  • Greifen Sie auf Hülsenfrüchte wie Linsen, Kichererbsen und Bohnen als Eiweißquelle zurück.
    Vorteil: sehr gute Eiweißquellen mit vielen Ballaststoffen und Vitaminen, gute Alternative zu Fleisch
  • frische statt verarbeitete Lebensmitteln.
    Vorteil: kein versteckter Zucker, Salz und unnötige Zusatzstoffe
  • Pflanzliche Fette, wie Olivenöl, Rapsöl, Walnussöl, Leinöl.
    Vorteil: enthalten gesunde Fettsäuren, Walnuss und Leinöl haben viele Omega-3 Fettsäuren, die eine entzündungshemmende Wirkung haben
  • Essen Sie täglich Milch und Milchprodukte wie Jogurt und Käse.
    Vorteil: Gerade für eine gesunde Damflora sind Milchprodukte sehr förderlich. Eine gesunde Darmflora fördet ein gesundes  Immunsystem. Milch und Milchprodukte liefern gut verfügbares Protein, Vitamin B2 und Calcium. 
  • Ein bis zweimal in der Woche sollten Sie Fisch essen.
    Vorteil: Seefisch versorgt Sie mit Jod und fetter Fisch mit wichtigen Omega-3-Fettsäuren.
  • Nutzen Sie die Vielfalt frischer Kräuter und Gewürze.
    Vorteil: ersetzen teils Zucker oder Salz, enthalten wertvolle pflanzliche Inhaltsstoffe
  • Trinken Sie viel Wasser.
    Vorteil: Gesunder Flüßigkeitshaushalt gleich gesunde Verdauung

Timing

  • Essen Sie langsam, kauen Sie gut und genießen Sie Ihr Essen.
    Vorteil: Sie merken eher, wenn Sie satt sind. “Gut gekaut ist halb verdaut.

Allgemein

Essen sollte immer auch Genuss darstellen. Sehen Sie Essen jetzt noch mehr denn je als einen Faktor, der Ihnen Lebensqualität bringen soll.

  • Gönnen Sie sich öfter mal etwas (z.B. Eis essen gehen, Kuchen genießen) und lassen Sie Essen auf keinen Fall zum Stressfaktor werden.
  • Falls Ihre Ernährung sich momentan sehr von der hier aufgeführten unterscheidet, stressen Sie sich und ihre Verdauung nicht mit einer radikalen Umstellung.
  • Stellen Sie Ihre Ernährung nur Schritt für Schritt um. Am Besten mit der Unterstützung einer persönlichen Beratung.
Kleine Tipps zur Umsetzung einer gesunden Ernährung in die Praxis:
  • Essen Sie zusätzlich einen kleinen Salatteller zur Hauptmahlzeit.
  • Streuen Sie Leinsamen, gehackte Sonnenblumen,- oder Kürbiskerne sowie Früchte oder Beeren übers Joghurt/Müsli.
  • Essen Sie Milch- und Milchprodukte täglich, zum Beispiel auch als Zwischenmahlzeit.
  • Ergänzen Sie Süßspeisen, zum Beispiel durch frisches Obst oder Tiefkühlbeeren.
  • Haben Sie stets einen Vorrat an Hülsenfrüchte zuhause (getrocknet oder in Dosen).
  • Planen Sie die Mahlzeiten im Vorhinein, dann haben Sie einen guten Überblick wie oft Sie Fleisch, Fisch oder vegetarisch essen.
  • Erhöhen Sie die Zufuhr von qualitativ hochwertigen Fetten in dem Sie zum Kochen pflanzliche Öle verwenden und regelmäßig Fisch und ungesalzene Nüsse essen.
  • Versuchen Sie Ihre Fleisch- oder Fischportionen etwas zu verkleinern und den Gemüseanteil auf dem Teller zu vergrößern.
  • Wenn Sie sich erst an Gemüse gewöhnen müssen, “verpacken” Sie das Gemüse zum Beispiel in Soßen und Suppen.
  • Um Zeit zu sparen, sollten Sie tiefgekühltes Gemüse vorrätig haben. Auch gekochter Reis, Nudeln und Quinoa lassen sich gut einfrieren.
  • Verwenden Sie zum Backen Vollkornmehl anstatt Weißmehl, oder ersetzen Sie erstmals nur die Hälfte, um die Umgewöhnung zu erleichtern.
  • Verwenden Sie statt Salz beim Kochen viele Kräuter und Gewürze.
  • Haben Sie immer etwas zu Trinken in Reichweite (am besten Wasser).
  • Lassen Sie sich Zeit beim Essen und achten Sie auf Ihr Sättigungsgefühl.

 

Diese zusätzlichen Hilfsmittel und Materialien sind gerade in Arbeit:

  • Einkaufsliste: welche Lebensmittel sollten Sie immer im Haus haben?
  • Pdf: Alle Tipps zum runterladen
  • Checklisten