Was essen bei ungewollter Gewichtszunahme?

Sie nehmen seit der Diagnose ungewollt zu? Einige Krebsarten, Therapien und Medikamente können zu einer ungewollten Gewichtszunahme führen. Halten Sie deshalb von Anfang an ihr Gewicht in Schach! Eine ungewollte Gewichtszunahme sollten Sie nicht unterschätzen, denn sie kann sich genauso wie ein Gewichtsverlust ungünstig auf die Prognose auswirken oder eine Neuerkrankung begünstigen. Hinterfragen Sie die Ursache für die Gewichtszunahme, das hilft Ihnen dagegen anzukämpfen. Hat sich Ihre Nahrungsaufnahme bewusst oder unbewusst verändert? Haben Sie verstärkt Appetit? Hat sich Ihre körperliche Aktivität vermindert? Nehmen Sie Medikamente ein, wie z.B. Steroide? In diesem Kapitel haben unsere Experten Empfehlungen für Sie aufgelistet, die Ihnen helfen können ihr Gewicht zu stabilisieren. Von einer Gewichtsabnahme während der Therapie sollten Sie allerdings absehen – auch bei bestehendem Übergewicht. Sie benötigen ausreichend Kraft für Ihre Genesung und sollten eine zusätzliche Belastung und Stress für den Körper bestmöglich vermeiden. Nach erfolgreich abgeschlossener Therapie könnte eine kontrollierte Gewichtsreduktion durch eine Änderung des Lebensstils empfehlenswert sein, um das Risiko einer erneuten Krebserkrankung und anderen Erkrankungen zu vermindern. Besprechen Sie am besten mit Ihrem Arzt, ob in Ihrem Fall eine Gewichtsreduktion empfehlenswert ist.

Was ist ungewollte Gewichtszunahme bei Krebs?

Hier finden Sie in kürze Informationen was eine ungewollte Gewichtzunahme bei Krebspatienten ist und wie sie entstehen kann.

Was kann ich gegen eine ungewollte Gewichtszunahme tun?

Ihr Ziel sollte ab jetzt sein, die Kalorienaufnahme zu reduzieren und Ihren Körper (und Ihre Seele) dennoch mit dem zu versorgen, was er braucht. Zusätzlich sollten Sie möglichst immer satt werden – aber trotzdem Ihr Gewichtsziel erreichen können. Durch ein stabiles Gewicht können Sie Ihren Körper im Kampf gegen Ihre Erkrankung bestmöglich unterstützen.

Wann und wie oft soll ich essen?

Grundprinzip: Nur essen, wenn Sie wirklich Hunger haben.

  • Essen Sie nur drei Mahlzeiten täglich
  • versuchen Sie Zwischenmahlzeiten zu vermeiden.
  • Gestalten Sie Ihre Hauptmahlzeiten so, dass Sie ohne Snacks zwischendurch auskommen. Lebensmittel, die eine langanhaltende Sättigung herbeiführen, können Ihnen dabei helfen.
  • Planen Sie Ihre Mahlzeiten gut im Voraus und gehen Sie nur mit Einkaufsliste einkaufen.
  • Trinken Sie vor oder zu dem Essen ein Glas Wasser, um durch die Magendehnung eine schnellere Sättigung zu bewirken. Auch eine kalorienarme Vorspeise, wie Salat, Suppe und wasserreiches Obst und Gemüse (z.B. Wassermelone, Gurke, etc.), füllt bereits den Magen und sorgt dafür, dass weniger vom Hauptgericht gegessen wird.
  • Hunger wird oft mit Appetit verwechselt. Versuchen Sie visuelle und sensorische Reize zu umgehen, die bei Ihnen Appetit auslösen.
  • Stellen Sie Ihre Ernährung schrittweise um, ohne strenge Verbote. Das hilft Ihnen dabei die Ernährung langfristig umzustellen und Sie vermindern somit die Gefahr in alte Verhaltensmuster zu fallen und wieder Gewicht zuzunehmen.
  • Beobachten Sie Ihr Essverhalten, Bewegungsgewohnheiten und Gewicht und führen Sie dazu täglich ein Protokoll (demnächst steht Ihnen hier eine Vorlage zum Herunterladen zur Verfügung). Auf diese Weise erfolgen Entscheidungen bewusster und Sie können Ihr Verhaltensmuster besser erkennen. Das Protokoll hilft Ihnen somit dabei kleine Zwischenziele zu definieren und diese fortlaufend zu erweitern.

Welche Lebensmittel helfen mir mein Gewicht möglichst stabil zu halten?

Hungern Sie nicht!

Essen Sie sich mit Lebensmitteln satt, die eine niedere Energiedichte aufweisen. So nehmen Sie bei einer gleichbleibenden Nahrungsmenge weniger Kalorien zu sich. Ersetzen Sie Lebensmittel schrittweise nach dem Energiedichteprinzip (Übersicht Energiedichte). Dieses Prinzip ist sehr flexibel und kann gut an persönliche Präferenzen angepasst werden, wodurch es für eine langfristige Ernährungsumstellung sehr gut geeignet ist. Auch andere ausgewogene Ernährungsweisen, z.B. die mediterrane Ernährung, können Ihnen dabei helfen weniger Kalorien aufzunehmen.

Grundsätzlich lassen sich folgende Empfehlungen ableiten:

  • Bevorzugen Sie pflanzliche Lebensmittel. Diese versorgen Sie mit reichlich Nährstoffen und Ballaststoffen und sollten einen Großteil Ihrer Ernährung ausmachen. Planen Sie am besten zu jeder Mahlzeit eine Portion Gemüse, Salat und/oder Obst mit ein. Eine Steigerung des Gemüseanteils, kann die Sättigung bei geringerer Kalorienzufuhr erhöhen.
  • Ersetzen Sie Getreide/-produkte wie Brot, Reis, Nudeln, Flocken durch die Vollkornvariante. Die darin enthaltenen Ballaststoffe bewirken eine schnellere und auch längere Sättigung und helfen Ihnen somit weniger Kalorien aufzunehmen.
  • Auch Hülsenfrüchte eignen sich als guter Ballaststofflieferant, da zusätzlich noch gut verfügbares Eiweiß enthalten ist.
  • Die deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt 3 Portionen Gemüse und 2 Portionen Obst pro Tag. Anschauliche Informationen zur empfohlenen Portionsgröße finden Sie auf der Seite des Bundeszentrums für Ernährung.
  • Ergänzen Sie Ihre Lebensmittelauswahl mit tierischen Lebensmitteln, aber achten Sie auf dessen Fettgehalt. Wählen Sie magere Milchprodukte, wie fettarmen Joghurt anstelle von Sahnejoghurt und fettreduzierte Käsesorten. Bevorzugen Sie Wurstsorten wie Geflügelwurst, Schinken oder kalter Bratenaufschnitt anstelle von Salami und Mortadella und greifen Sie statt dem Kotelett lieber zu einem Naturschnitzel.
  • Schränken Sie Süßigkeiten und andere zuckerreiche Lebensmittel und Getränke weitgehend ein. Diese liefern nur sogenannte „leere“ Kalorien, die keine wertvollen Nährstoffe enthalten.
  • Ein Vergleich des Kaloriengehalts von ähnlichen Produkten lohnt sich. Nehmen Sie dazu die Lebensmittelverpackungen im Supermarkt unter die Lupe und wählen sie die kalorienärmere Variante.
  • Bevorzugen Sie fettarme und schonende Zubereitungsmethoden. Garen Sie die Lebensmittel in wenig Wasser oder wenig Fett, so kurz wie möglich, um den natürlichen Geschmack und die enthaltenen Nährstoffe und Vitamine schonend zu erhalten. Dünsten Sie Ihre Speisen wie Gemüse, Fisch oder Reis um die Inhaltstoffe optimal zu erhalten. Obst und Gemüse in Gläsern oder tiefgekühlt, sowie Hülsenfrüchte in Dosen enthalten ebenso viele Nährstoffe und können eine große Arbeitserleichterung bringen. Fertigprodukte sollten aufgrund des hohen Fett- und Salzgehaltes weitgehend reduziert werden.
  • Nehmen Sie ausreichend Flüssigkeit über kalorienfreie Getränke auf. Geeignet sind z.B. Wasser, ungesüßte Kräuter- bzw. Früchtetees oder andere ungesüßte Getränke. Tipp: Peppen Sie Ihr Wasser doch mal mit Zitronenscheiben, frischen Beeren, frische Minzblätter, Ingwerscheiben oder sogar Gurkenscheiben auf. Werden Sie kreativ! Zuckergesüßte und alkoholische Getränke sind nicht empfehlenswert. Sie liefern viele Kalorien ohne eine Sättigung herbeizuführen

Was kann ich in meinem Alltag für ein stabiles Gewicht tun?

  • Genießen Sie jeden Bissen und nehmen Sie sich bewusst Zeit für die Mahlzeiten. Wenn Sie langsam und konzentriert Essen nehmen Sie die Sättigungssignale Ihres Körpers schneller und besser wahr. Machen Sie keine anderen Tätigkeiten nebenbei. Schalten Sie den Fernseher aus und legen Sie die Zeitung zur Seite.
  • Verwenden Sie kleinere Teller, damit sehen die Portionen größer aus und sorgen für eine schnellere Sättigung. Außerdem werden Sie nicht so schnell verführt, sich nach zu schöpfen, da Sie das Gefühl haben, schon einen Teller gegessen zu haben.
  • Seien Sie kreativ mit Kräutern und garnieren Sie damit Ihr Essen schön appetitlich (z.B. Schnittlauch, Rosmarinzweig, Tomatenwürfelchen).

Bewegung

  • Versuchen Sie sich täglich zu bewegen, wenn es Ihre körperliche Verfassung zulässt.
  • Schon kleine Spaziergänge an der frischen Luft können den Stoffwechsel anregen und für Entspannung sorgen.
  • Wenn möglich können auch Gymnastikeinheiten oder kleine Krafttrainings das körperliche Wohlbefinden steigern und zu einem höheren Energieverbrauch beitragen.
  • Stressen Sie sich nicht, machen Sie nur das, was Ihnen gut tut und erzwingen Sie nichts.
  • Besprechen Sie mit Ihrem Arzt, welche Art und Intensität des Trainings für Sie angemessen ist.
  • Tipp: Krebspatienten haben Anspruch auf Physiotherapie und Bewegungsprogramme – nutzen Sie dieses Angebot.

Soziale Unterstützung

  • Informieren Sie Ihre Familie und enge Freunde über Ihre Ziele und wie Sie diese Erreichen möchten. Dies hilft Ihnen dabei diese Ziele konsequenter zu verfolgen und dabei Unterstützung zu erhalten.
  • Auch Ernährungs- und Bewegungsprogramme in Gruppen können Ihre Motivation stärken und durch regelmäßigen Austausch die Entwicklung von Strategien zur Gewichtsstabilisierung/-reduktion fördern.

Downloads

Unter den folgenden Links haben wir Dokumente für Sie zum Download bereitgestellt: