Was essen bei Sodbrennen?

Sie haben ein brennendes Gefühl in der Brust oder saures Aufstoßen? Fast jeder hat diese Beschwerden schon einmal verspürt und häufig sind sie auch harmlos. Auf die leichte Schulter nehmen sollten sie Sodbrennen jedoch nicht, wenn die Symptome wiederkehrend auftreten oder Sie diese als sehr unangenehm oder gar schmerzhaft empfinden. Wir haben für Sie praktische Empfehlungen zusammengestellt, die Ihnen dabei helfen können, Sodbrennen zu vermindern.

Ernährungsempfehlungen bei Sodbrennen

Erste Hilfe: 7 praktische Handlungsschritte bei Sodbrennen

  1. Essen Sie viele kleine Mahlzeiten über den Tag verteilt
  2. Legen Sie sich nach dem Essen nicht hin. Gehen Sie nach einer Hauptmahlzeit am besten etwas spazieren.
  3. Warten Sie nach dem Abendessen mindestens drei Stunden bevor Sie zu Bett gehen.
  4. Probieren Sie die empfohlenen Hausmittel bei Sodbrennen (z.B. Kartoffelsaft, Kaugummi, fettarme Milch).
  5. Führen Sie ein Ernährungs-Beschwerde-Protokoll, um herauszufinden, welche Lebensmittel bei Ihnen Sodbrennen fördern. Vermeiden Sie jene Lebensmittel oder Speisen, die bei Ihnen Sodbrennen verstärken (z.B. fettreiche Mahlzeiten, Zitrusfrüchte, Schokolade).
  6. Schlafen Sie mit erhöhtem Oberkörper und mit lockerer Kleidung.
  7. Hören Sie auf zu Rauchen und verzichten Sie auf Alkohol.

Wann und wie oft soll ich essen?

  • Essen Sie mehrere kleine Mahlzeiten über den Tag verteilt, anstelle von drei größeren Mahlzeiten. Bei kleinvolumigen Mahlzeiten, wird der Magen und der Schließmuskel zwischen Magen und Speiseröhre weniger stark gedehnt, wodurch der Magensaft nicht so leicht zurückfließen kann. Vor allem am Abend sollten Sie auf kleine Portionsgrößen achten.
  • Planen Sie das Abendessen möglichst drei Stunden vor dem Schlafen gehen ein und vermeiden Sie Spätmahlzeiten. Gehen Sie nicht mit „vollem Magen“ ins Bett, da die senkrechte Körperlage, den Rückfluss von Magensäure begünstigt.

Welche Lebensmittel und Getränke helfen bei Sodbrennen?

Es gibt keine eindeutigen Empfehlungen bezüglich Lebensmittel- und Getränke, die Sodbrennen lindern können. Einige „Hausmittel“ werden jedoch von Patienten als hilfreich empfunden. Probieren Sie aus, was Ihnen Linderung bringt.

  • Kaugummi oder Bonbons
    • Kaugummis und Bonbons können die Speichelproduktion steigern und somit dabei helfen die Magensäure, die in die Speiseröhre gelangt ist, wieder ab zu transportieren.
  • Mandeln (oder andere Nüsse)
    • Kauen Sie ca. 3 Mandeln vor und nach dem Essen. Wenn Sie abends unter Sodbrennen leiden kann es auch hilfreich sein vor dem Schlafengehen noch ein paar Mandeln zu essen. Wichtig ist dabei, die Mandeln lange und gut zu zerkauen. Der Eiweißgehalt der Mandeln kann so die Magensäure binden und neutralisierend wirken.
  • Lauwarme fettarme Milch und andere proteinreiche Lebensmittel (z.B. fettarmer Naturjoghurt oder Quark)
    • Ähnlich wie bei den Mandeln enthält auch Milch einen hohen Eiweißgehalt und kann somit die Magensäure binden und Sodbrennen möglicherweise lindern.
    • Da Fett Sodbrennen begünstigen kann, empfehlen wir hier die fettarmen Varianten der Milchprodukte. Diese haben auch einen leicht höheren Eiweißgehalt.
  • Kartoffelwasser/-saft
    • Trinken Sie morgens und abends jeweils ca. 100 ml Kartoffelwasser/-saft. Dieser kann ebenfalls eine neutralisierende Wirkung auf die Magensäure haben. Kartoffelsaft ist in vielen Lebensmittelgeschäfte, Drogeriemärkte oder Apotheken erhältlich.

Welche Lebensmittel und Getränke können Sodbrennen eher auslösen oder verstärken?

Manche Lebensmittel können Sodbrennen verstärken oder auslösen, indem sie die Spannung des Schließmuskels am Übergang zum Magen (Ösophagussphinkter) senken oder die Magensäureproduktion anregen.

Welche Lebensmittel und Getränke Sodbrennen begünstigen, kann von Person zu Person variieren. Zudem scheint die Lebensmittelauswahl nicht bei jedem Patienten einen Einfluss zu haben.

Tipp: Wenn Sie bemerken, dass bestimmte Lebensmittel und Getränke Sodbrennen auslösen oder verstärken, sollten Sie diese am besten meiden. Ein Ernährungsprotokoll kann Ihnen dabei helfen die entsprechenden Lebensmittel und Getränke zu identifizieren.

Erfahrungsgemäß werden folgenden Lebensmittel und Getränke eher schlechter vertragen:

  • Fettreiche Mahlzeiten/Lebensmittel
  • Schokolade
  • Scharfe Gewürze
  • Zitrusfrüchte
  • Obstsäfte
  • Kaffee
  • Alkohol
  • Schwarz- und Pfefferminztee
  • Kohlensäurehaltige Getränke

Was kann ich sonst noch tun?

Schlafen Sie mit erhöhtem Oberkörper
Kopf und Schultern sollten beim Schlafen höher positioniert werden als der Magen. Durch die Schwerkraft wird so der Rückfluss von Magensäure erschwert. Am besten erhöhen Sie das Kopfteil Ihres Bettes um 15-20 cm. Alternativ kann das Kopfende durch Schaumstoff unter der Matratze erhöht werden. Das Unterlegen eines zweiten Kopfkissens ist weniger geeignet, da es dadurch zu einer unnatürlichen Körperbiegung und einem erhöhten Druck im Bauchbereich kommen kann.

Tragen Sie keine enge Kleidung
Enge Kleidung kann den Druck auf den Magen erhöhen und so den Rückfluss des Speisebreies begünstigen. Wählen Sie Kleidung, die im Bauchbereich locker sitzt und ggf. hüftig geschnittene Hosen.

Rauchen Sie nicht
Durch Rauchen kann der Säuregrad des Magensaftes steigen, da die Produktion von Speichel (der zur Neutralisierung des Magensaftes beiträgt) durch Rauchen reduziert wird. Zudem vermindert Rauchen die Spannung des Schließmuskels zwischen Speiseröhre und Magen und verursacht Hustenreiz wodurch der Rückfluss des Magensaftes begünstigt wird.

Normalisieren Sie Ihr Körpergewicht – ABER nur unter bestimmten Voraussetzungen
Übergewicht kann Sodbrennen begünstigen, wodurch eine Normalisierung des Körpergewichtes die Symptome vermindern kann. Eine Gewichtsreduktion sollte nur langsam, durch eine Steigerung der körperlichen Bewegung und einer ausgewogenen Ernährung erfolgen.
Beachten Sie: Eine Gewichtsreduktion sollte jedoch in der Regel NICHT während einer Krebstherapie erfolgen. Besprechen Sie dies ggf. mit Ihrem Arzt oder einer qualifizierten Ernährungsfachkraft.

Medikamentöse Behandlung
Hilft eine Umstellung der Ernährung und Lebensgewohnheiten nicht, kann der Einsatz von Medikamenten sinnvoll sein. Besprechen Sie mit Ihrem Arzt, ob eine medikamentöse Blockierung der Magensäureproduktion in Ihrem Fall empfehlenswert ist. Auch die Einnahme rezeptfreier Medikamente sollten Sie vorher mit Ihrem Arzt abstimmen.

Kontaktieren Sie Ihren Arzt, wenn: 

  • Ihre Beschwerden sehr stark sind oder bereits seit einer längeren Zeit bestehen
  • oder zusätzlich eines der folgenden Symptome vorliegt:
    • Schluckbeschwerden
    • Ungewollter Gewichtsverlust
    • Erbrechen von Blut oder schwarz gefärbter Stuhl

Was ist Sodbrennen?

Definition

Unter Sodbrennen, häufig auch „Reflux“ genannt, versteht man den Rückfluss von Magensaft in die Speiseröhre. Dies kann sich in Symptomen, wie z.B. Druck- oder Schmerzgefühl hinter dem Brustbein, saures Aufstoßen, Brennen in der Speiseröhre, Halsschmerzen und gelegentlich Schluckbeschwerden äußern.

Ursachen

Neben den Risikofaktoren Übergewicht und Genetik, gibt es noch zahlreiche weitere Ursachen, die Sodbrennen begünstigen und Beschwerden verstärken können. Medikamente, wie Schmerzmedikamente, manche Antibiotika oder Hormone, können den Rückfluss von Magensäure fördern. Zusätzlich kann bei Krebspatienten die Schleimhaut der Speiseröhre durch eine Chemotherapie oder Strahlentherapie gereizt werden und in manchen Fällen kann auch der Tumor selbst Sodbrennen verstärken, z.B. indem er auf Magen und Speiseröhre drückt.

Mögliche Folgen

Gelegentliches, kurzes Sodbrennen tritt bei vielen Menschen kurz nach dem Essen auf und bringt meistens keine großen Beschwerden oder Komplikationen mit sich.
Bei häufigem (>2x/Woche) und anhaltendem Sodbrennen kann die Speiseröhre jedoch durch den rückfließenden Magensaft geschädigt werden. In weiterer Folge kann es zu Schmerzen, Blutungen und Engstellen mit Schluckbeschwerden kommen, was die Nahrungsaufnahme beeinträchtigt.

Quellenangaben

Bücher:

  • N. Erickson, N. Schaller, A.P. Berling-Ernst, H. Bertz. Ernährungspraxis Onkologie, Schattauer GmbH, Stuttgart, 2017.
  • A. Hann, B. Schlegel, W.G. Zoller. Erkrankungen des oberen Gastrointestinaltraktes. In H.C. Biesalski et al. Ernährungsmedizin. Georg Thime Verlag, Stuttgart, 2018, S. 848-860.
  • G. Krause-Fabricius. Wie ernähre ich mich bei Krebs? Verbraucherzentrale NRW e.V., Düsseldorf, 1. Auflage, 2012

Internetseiten: