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Appetitlosigkeit 2018-06-21T13:35:06+00:00

Was ist Appetitlosigkeit?

Auf einen Blick: Was Sie über Appetitlosigkeit wissen sollten

  • Appetitlosigkeit – von Fachleuten auch Anorexie oder Inappetenz genannt – ist eine häufige und ernst zu nehmende Beschwerde bei Krebs.
  • Hungergefühl und Appetit können durch die Krankheit selbst, durch Medikamente oder Therapien und deren Nebenwirkungen gestört sein. Auch Stress und psychische Belastung können die Lust am Essen dämpfen.
  • Wer keinen Appetit hat, isst meist weniger und verliert deshalb Gewicht.
  • Gewichtsverlust bedeutet, dem Körper fehlen Energie und wichtige Nährstoffe, Vitamine und  Mineralstoffe. Dies führt zu Mangelernährung und hat viele negative Folgen. Solch ein Mangel kann selbst bei bestehendem Übergewicht entstehen.
  • Zusätzlich steigt das Risiko für eine Dehydration (Austrockung, Wassermangel), denn wir nehmen 20 –  30 % unseres Flüssigkeitsbedarfs über die Nahrung auf.
Appetitlosigkeit sollte deshalb möglichst frühzeitig bekämpft werden. Praktische Tipps und Empfehlungen dazu finden Sie im Artikel ‚Was essen bei Appetitlosigkeit?‘.

Mehr Wissen:

Klicken Sie auf die einzelnen Begriffe, um mehr über die Hintergründe und Ursachen Rund um das Thema Appetitlosigkeit zu erfahren.

Unter Appetit versteht man die Lust auf Essen und bestimmte Speisen. Appetit ist kein körperliches, sondern ein psychologisches Phänomen und kann damit unabhängig von Hunger auftreten. Appetit können wir auch durch Bilder von Essen, Gerüche oder Erinnerungen bekommen – egal ob der Körper gerade Essen braucht oder nicht. Appetit kann also dazu führen, dass wir essen, obwohl wir satt sind. Im Gegensatz dazu kann Appetitlosigkeit dazu führen, dass wir nichts essen, obwohl wir Hunger haben.

Appetit bei Krebs

Bei einer Krebserkrankung kann der Appetit durch Stoffwechselveränderungen sowie durch Medikamente oder Therapieanwendungen und deren Nebenwirkungen gestört sein. Manchmal treten zum Beispiel Geschmacksveränderungen als Nebenwirkung von Medikamenten auf. Essen schmeckt dann metallisch oder nach Pappe, was die Lust am Essen dämpft. Auch Stress und die psychische Belastung können den Appetit hemmen.
Normalerweise stellt sich ein Hungergefühl ein, sobald der Magen leer ist oder der  Blutzuckerspiegel sinkt. So stellt der Körper sicher, dass er genügend Nährstoffe und Energie erhält. Die Steuerung von Hungergefühl und Sättigung ist ein sehr komplexer Vorgang im Körper und hängt von vielen Faktoren ab.

Hunger bei Krebs

Eine Krebserkrankung kann diese komplexen Vorgänge stören. Der Körper erhält dann trotz erhöhtem Nährstoff- und Energiebedarf kein Hungersignal. Das Fehlen eines Hungergefühls, kann mit der Zeit auch zum Abnehmen des Appetits führen. Umgekehrt kann eine lang anhaltende Appetitlosigkeit dazu führen, dass das Hungergefühl abnimmt oder ganz verschwindet. 
Ist das Gegenteil von Appetit. Ekel ist eine starke Abneigung gegenüber einzelner Speisen und kann durch Gerüche, Geschmack oder auch den bloßen Anblick dieser Speisen ausgelöst werden. Ekel kann auch Übelkeit und Brechreiz mit sich bringen. Ekel als Reaktion auf bestimmte Gerüche, Geschmäcker und Anblicke ist angeboren und dient dem Schutz vor Krankheiten. Ekel kann aber auch anerzogen oder erlernt werden.

Ekel bei Krebs

Viele Patienten entwickeln im Laufe der Erkrankung eine Abneigung gegen bestimmte Speisen, die sie zuvor gerne gegessen haben. Das kann vielfältige Ursachen haben. Ekel kann zum Beispiel dann entstehen, wenn eine bestimmte Speise zeitlich kurz vor dem Auftreten einer Übelkeit gegessen wird. Die Übelkeit wird vom Körper dann mit der Speise verknüpft, auch wenn sie vielleicht eigentlich eine Nebenwirkung einer Therapie ist.
Durch manche Medikamente und Therapien verändert sich auch das Geschmacksempfinden. Dies kann ebenfalls Ekel auslösen.
Sättigung ist das Gegenteil von Hunger. Wenn wir genug Energie und Nährstoffe aufgenommen haben, signalisiert uns das Sättigungsgefühl, dass wir die Nahrungsaufnahme beenden können. 

Sättigung bei Krebs

Viele Krebspatienten berichten, dass Sie bereits nach wenigen Bissen satt sind oder sich sogar ein unangenehmes Völlegefühl einstellt. Es fühlt sich dann körperlich unmöglich an, noch mehr zu essen. Dies kann zusammen oder unabhängig von einer Appetitlosigkeit auftreten und diese auch auslösen oder verstärken.