Wirken Superfoods gegen Krebs?

Superfoods sind ein echter Hype. Exotische Produkte wie Goji-Beeren, Hanfsamen, Spirulina und Quinoa werden als Superfood bezeichnet. Es gibt aber keine Studien, die eine besondere Wirkung dieser „Ausnahmetalente“ belegen. Im Gegenteil: Studienergebnisse zeigen, dass eine möglichst abwechslungsreiche und bunte Ernährung am besten sicherstellt, dass der menschliche Körper optimal versorgt wird. Außerdem gilt unter Therapie immer der Grundsatz den Körper möglichst fit zu halten und das erreichen Sie vor allem über ein stabiles Gewicht. Hinzukommt, dass die meisten teuren Superfoods  ein „heimisches“, billigeres Pendant haben. 

Superfoods und ihr Ruf als Allheilmittel

Superfoods sind angeblich besonders reich an verschiedenen guten Nährstoffen wie Vitaminen, Mineralstoffen und Antioxidantien. Darüber hinaus wird häufig behauptet, dass Superfoods einen positiven Beitrag zu unserer Gesundheit leisten würden. Durch ein ausgeklügeltes Marketing haben sie das Image von Naturheilmitteln.

“Superfood” ist kein offizieller Begriff

Der Begriff “Superfood” ist keine offizielle Klassifizierung. Jeder kann diesen Begriff nach eigenem Ermessen verwenden. Dies kann irreführend sein oder sogar zu einer einseitigen Ernährung führen. Eine Vielzahl an Studien belegen aber, dass gerade die Variation verschiedenster  Lebensmittel gesünder ist als der Verzehr von einem Produkt in großen Mengen.

Abwechslungsreiche Ernährung ist besser

Wenn man schon unbedingt von Superfoods reden will, dann könnten  eigentlich alle Lebensmittel Superfood genannt werden, die reich an Mikronährstoffen sind.  So betrachtet können fast alle Obst- und Gemüsesorten als Superfood gelten. Schliesslich enthalten sie wertvolle Vitamine und Mineralien, Sekundäre Pflanzenstoffe und oft auch Antioxidantien.

Eine abwechslungsreiche Ernährung in Verbindung mit gesundem Gewicht und Bewegung ist die gesündeste Lebensweise, die nachweislich das Krebsrisiko (in der Prävention, also vor und nach einer Erkrankung) senkt. Sollten Sie an Krebs erkrankt sein und sich unter Therapie befinden, gilt sowieso immer der Grundsatz das Gewicht möglichst stabil zu halten (lesen Sie hier mehr zum Thema: Wieso ist es so wichtig das Gewicht bei einer Krebserkrankung  stabil zu halten?).

Forschungsergebnisse zeigen, dass jeder Mensch Nährstoffe anders absorbiert, deshalb raten wir Ihnen Ihre Ernährung möglichst bunt und abwechslungsreich zu gestalten. So stellen Sie sicher, dass Sie die Nährstoffe erhalten, die für Ihren Körper gut und wichtig sind, anstatt sich auf ein oder mehrer Superfoods zu beschränken. Die meisten Stoffe in den exotischen Superfoods finden sich ebenfalls in den günstigeren „heimischen“ Pendants. Statt Chiasamen können Sie beispielsweise einfach Leinsamen wählen (Achtung: Leinsamen wirkt verdauungsfördernd, nicht bei Durchfall verwenden. Außerdem heben Leinsamen die Wirkung einiger Medikamente auf, also bitte mit dem Arzt abstimmen!)

Warnung für gesundheitsbezogene Angaben

Experten, unter anderem der World Cancer Research Fund, warnen vor gesundheitsbezogenen Angaben in der Werbung für Superfoods, da sie wissenschaftlich nicht belegt sind. Darüber hinaus enthalten die exotischen Produkte, die relativ teuer sind, oft weit weniger Vitamine und Mineralien, als uns die Hersteller und Händler glauben machen.

Der World Cancer Research Fund betont, dass es keine wissenschaftlichen Beweise dafür gibt, dass die “exotischen”Superfoods das Risiko an Krebs zu erkranken verringern oder gar das Wachstum von Krebszellen hemmen. 

Mehr zum Thema:

Mehr zum Thema Superfoods lesen Sie in diesem ausführlichen Artikel der Verbraucherzentrale: Superfood – Hype um Früchte und Samen

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