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Wieviel brauche ich von welchen Lebensmitteln pro Tag bzw. pro Mahlzeit?

Wie groß sollen eigentlich die Portionen sein, die wir von einzelnen Lebensmittelgruppen zu uns nehmen?  Diese Angaben sollen lediglich als Orientierung dienen und sind nicht dafür gedacht, dass Sie die Mengen abwiegen sollten. Durch individuelle Faktoren (Ausmaß der körperlichen Bewegung, Alter, Geschlecht, Stoffwechsellage und möglichen Beschwerden, wie z.B. Fieber, Durchfall) kann Ihr persönlicher Bedarf von diesen Mengenangaben auch abweichen.

Versuchen Sie Ihr Körpergewicht bestmöglich stabil zu halten. Dies gibt Ihnen auch einen guten Hinweis, ob Ihre aktuelle Versorgung adäquat ist. Wenden Sie sich bei Fragen an Ihren Arzt oder eine qualifizierte Ernährungsfachkraft.

Lebensmittelgruppe

Mengen pro Tag/Portion

Getreide, Getreideprodukte, Kartoffeln

 

Eine Portion entspricht einer fingerdicken Scheibe (ca. 50 g)

Eine Portion entspricht so viel wie in Ihre beiden Hände passt (je nach Beilage ca. 150 – 250 g)

Täglich

– 4-6 Scheiben (200-300 g) Brot oder

3-5 Scheiben (150-250 g) Brot und 50-60 g Getreideflocken

Und

– 1 Portion Kartoffeln (200-250 g) oder

1 Portion Nudeln (gegart: 200-250 g, roh: 100 g) oder

1 Portion Reis (gegart 150 – 180 g, roh: 50 – 60 g) oder andere gekochte Beilagen (Couscous, Quinoa, Hirse)

 

Bevorzugen Sie bei Verträglichkeit Vollkornvarianten. Diese sind besonders geeignet, wenn Sie ungewollt Gewicht zunehmen, da sie lange sättigen. Bei Gewichtsverlust sind wiederum Weißmehlprodukte geeigneter.

Gemüse und Salat

 

Eine Portion entspricht so viel, wie in beide Hände passt (ca. 125 g)

Täglich

– Mind. 3 Portionen (400 g) Gemüse

300 g gegartes Gemüse und 100 g Rohkost/Salat oder

200 g gegartes Gemüse und 200 g Rohkost/Salat

 

Um diese Mengen zu erreichen, planen Sie am besten zu jeder Hauptmahlzeit eine Gemüsebeilage ein.

Wählen Sie bei Verdauungsbeschwerden leicht verdauliche Sorten und verzichten Sie ggf. auf Rohkost.

Obst

Eine Portion entspricht so viel, wie in Ihre beiden Hände passt (ca. 125 g)

Täglich

– Mind. 2 Portionen (250 g) Obst

 

1 Portion Obst kann auch durch Trockenobst oder Nüsse (1 Portion je 25 g) oder durch ein Glas Smoothie oder Saft ersetzt werden.

 

Für eine Gewichtszunahme sind besonders Trockenfrüchte, Nüsse und Smoothies empfehlenswert.
Bei Verdauungsproblemen ist sehr reifes oder gekochtes Obst am besten geeignet.

Milch und Milchprodukte, sowie Milchalternativen

 

Eine Portion entspricht einem vollen Glas/Becher (ca. 200-250 g)

Täglich

– 200 – 250 g Milch und Milchprodukte und

– 2 Scheiben (50-60 g) Käse

 

Wählen Sie Produkte mit einem hohen Fettgehalt, wenn Sie Gewicht zunehmen möchten. Bei stabilem Gewicht oder einer ungewollten Gewichtszunahme sind normalfette bzw. fettreduzierte Produkte empfehlenswert.

Als Milchalternative ist Sojamilch, aufgrund des hohen Eiweißgehaltes, am besten geeignet.

Fleisch, Wurst, Fisch und Eier

 

Eine Portion Fleisch entspricht Ihrem Handteller (ca. 150 g)

 

Wöchentlich

– Bis zu 300 – 600 g Fleisch (1 Portion = ca. 150 g) und Wurst (1 Portion = ca. 30g) (Fettgehalt je nach Gewichtsziel auswählen)

– 1 Portion (80 – 150 g) Seefisch (wie Kabeljau oder Rotbarsch)

– 1 Portion (70 g) fettreichen Seefisch (wie Lachs, Makrele oder Hering) und

– Ca. 3 Eier

 

Hinweis: Es gibt auch sehr gute pflanzliche Eiweißquellen, wie z.B. Hülsenfrüchte (1 Portion gegart = 125 g) und Nüsse (1 Portion = 25 g).

Der Eiweißbedarf ist bei einer Krebserkrankung in der Regel erhöht, wodurch für Sie auch größere Mengen empfehlenswert sein können. Lesen Sie dazu mehr in unserem Text zum Thema Eiweiß.

Öle und Fette

 

Eine Portion entspricht einem Esslöffel (ca. 10 g)

Täglich

– 10-15 g Öl (z.B. Rapsöl, Olivenöl) und

– 15-30 g Butter oder Margarine

 

Ihre Kalorienzufuhr können Sie gut über Öle und Fette beeinflussen. Setzen Sie diese gerne großzügig ein, wenn Sie ungewollt Gewicht verlieren.

Getränke

 

 

Eine Portion entspricht einem vollen Glas
(ca. 200-250 ml)

Täglich

– Ca. 1,5 – 2 L Flüssigkeit

 

Die Auswahl von geeigneten Getränken richtet sich nach Ihrem Gewichtsziel. Wenn Sie keine Probleme damit haben Ihr Gewicht zu halten oder ungewollt zunehmen, sollten Sie energiefreie Getränke auswählen (z.B. Leitungswasser, mildes Mineralwasser, ungesüßter Tee/Kaffee, oder stark verdünnte Saftsschorlen). Bevorzugen Sie für eine Zunahme energiereiche Getränke (z.B. Säfte, Limonaden, Nährbier).

 

Quellen:

Deutsche Gesellschaft für Ernährung. DGE-Ernährungskreis: Beispielhafte Orientierungswerte https://www.dge.de/ernaehrungspraxis/vollwertige-ernaehrung/ernaehrungskreis/ [letzter Zugriff: 04/2020]

Deutsche Gesellschaft für Ernährung. DGE-Ernährungskreis: Fleisch, Wurst, Fisch und Eier https://www.dge-ernaehrungskreis.de/lebensmittelgruppen/fleisch-wurst-fisch-und-eier/ [letzter Zugriff: 04/2020]

Deutsche Gesellschaft für Ernährung. DGE-Ernährungskreis: Öle und Fette https://www.dge-ernaehrungskreis.de/lebensmittelgruppen/oele-und-fette/ [letzter Zugriff: 04/2020]

Deutsche Gesellschaft für Ernährung. Vollwertig essen und trinken nach den 10 Regeln der DGE. https://www.dge.de/ernaehrungspraxis/vollwertige-ernaehrung/10-regeln-der-dge/ [letzter Zugriff: 04/2020]

  1. Mounier. Portionsgrößen: Wie kann ich sehen, wie groß eine Portion ist? Bundeszentrum für Ernährung (BfzE) https://www.bzfe.de/portionsgroessen-34846.htm [Stand: 12/2019]

Erstellt am: 14. Oktober 2019
Nächste geplante Aktualisierung: 2022

Autorin: Carina Eckhardt, M.Sc. Diätologin
Recherche, Qualitätssicherung und Inhaltliche Freigabe: Nicole Erickson, M.Sc. Ernährungswissenschaftlerin, Diätassistentin
Redaktion und didaktische Überarbeitung: Sandra Neubauer, Anne Blumers

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Wie trinke ich ausreichend bei Krebs?

„Versuchen Sie ausreichend zu trinken!“ Diesen Raschlag haben wohl die meisten schon einmal bekommen. Aber wie viel ist ausreichend? Und was kann man tun, wenn das Durstgefühl fehlt oder man durch Durchfall und Erbrechen viel Flüssigkeit verliert? Diesen Fragen gehen wir im folgenden Artikel nach.

Inhaltsverzeichnis

7 praktische Handlungsschritte, wenn Ihnen das Trinken schwer fällt

  • Berechnen Sie Ihren Flüssigkeitsbedarf (siehe unten) und erstellen Sie ggf. einen Trinkplan.2
  • Führen Sie ein Trinkprotokoll, das Sie als Checkliste z.B. an den Kühlschrank heften können.3
  • Legen Sie sich zuhause einen Vorrat an verschiedenen Getränken an.
  • Stellen Sie sich Getränke in sichtbare und greifbarer Nähe.2
  • Nehmen Sie sich vor, zu jeder Mahlzeit ein Glas zu trinken – daheim und auswärts.2 (Hinweis: bei Völlegefühl/schneller Sättigung sollten Sie lieber zuerst Essen und danach erst trinken)
  • Essen Sie zwischendurch wasserreiche Obst und Gemüsesorten (wie beispielsweise Wassermelone, Gurkenscheiben) oder trinken Sie einen Milchshake oder Smoothie. 7
  • Nehmen Sie immer eine volle Trinkflasche mit, wenn Sie aus dem Haus gehen.7
  • Stellen Sie sich einen Wecker, der Sie regelmäßig ans Trinken erinnert.

Warum ist ausreichend trinken wichtig?

Sehr gut und knapp erklärt dies das Team vom WDR Wissenschaftsmagazin Quarks auf Instagram. Deshalb haben wir ihre Animation dazu hier eingebunden (mit freundlicher Erlaubnis): 

Etwas ausführlicher schauen wir uns das Thema in den folgenden Abschnitten an:

Je nach Alter und Geschlecht macht Wasser zwischen 45 – 65 % des Körpergewichts aus. Es hat viele wichtige Funktionen: es reguliert die Körpertemperatur, transportiert Nährstoffe und ist für viele Stoffwechselvorgänge wichtig. Abbauprodukte und Giftstoffe werden durch die Nieren als Urin ausgeschieden.3,11

Wir verlieren täglich Wasser durch Schweiß, Atemluft, Urin und Stuhl. Diese verlorene Flüssigkeit müssen wir durch Getränke und Essen wieder ersetzen.

Wenn der Körper nicht ausreichend mit Flüssigkeit versorgt wird, nennt man das Dehydratation. 

Das passiert bei Abnahme des Gesamtkörperwassers um…:

ca. 0,5% (das sind bei einem 65 kg schweren Mann ca. 0,2 Liter):
Es entsteht ein Durstgefühl. Je mehr Wasser verloren geht, desto stärker wird der Durst. Das Blut wird dickflüssiger. Nährstoffe und Sauerstoff werden langsamer zum Gehirn, den Organen und den Muskeln transportiert. Schadstoffe bleiben länger im Körper. 

ca. 3% (das sind bei einem 65 kg schweren Mann ca. 1,2 Liter):
Die Speichel- und Urinproduktion nimmt ab. Haut und Schleimhäute sind leicht trocken. Der Urin ist dunkel und konzentriert. Konzentration und Reaktionsvermögen lassen nach. Die körperliche Leistungsfähigkeit nimmt ab.

ca. 5% (das sind bei einem 65 kg schweren Mann ca. 2 Liter):
Es können Tachykardien (Herzrasen), eine erhöhte Körpertemperatur und Kreislaufschwächen auftreten. Haut und Schleimhäute sind sehr trocken. Augen können eingesunken aussehen. Die Urinausscheidung ist stark vermindert.

ca. 10% (das sind bei einem 65 kg schweren Mann ca. 4 Liter)
Es kann zu Verwirrtheitszuständen kommen. Der Blutdruck ist niedrig. Es können stehende Hautfalten auftreten: Bildet man mit zwei Fingern eine Hautfalte (etwa am Handrücken) und lässt diese dann los, glättet sich die Falte nicht sofort, sondern erst nach einigen Sekunden.

ca. 20% (das sind bei einem 65 kg schweren Mann ca. 8 Liter):
Gehen mehr als 20% Körperflüssigkeit verloren, kann es zu Bewusstseinsstörungen wie Lethargie, Verwirrtheit und Delirium bis hin zum Koma kommen. Es tritt oft lebensbedrohliches Kreislauf- und Nierenversagen auf.1,2,8,10,11,12 

Eine Dehydratation kann also im schlimmsten Fall tödlich enden und darf daher nicht unterschätzt werden.

Gründe für eine Dehydratation können eine zu geringe Flüssigkeitszufuhr oder übermäßige Flüssigkeitsverluste sein, z.B. durch5,7:
  • Vermindertes Durstempfinden
  • Appetitlosigkeit
  • Verminderte Nahrungsaufnahme
  • Durchfall
  • Übelkeit, Erbrechen
  • Fieber, Infekte
  • verstärktes Schwitzen, hohe Außentemperatur, körperliche Anstrengung
  • Medikamente (z.B. Diuretika)
Viele dieser Ursachen treten besonders häufig bei Betroffenen unter einer Krebstherapie auf. Viele Krebsbetroffene sind zusätzlich mangelernährt und dadurch auch besonders anfällig für eine Störung des Wasserhaushaltes.9

Kontaktieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, wenn Sie eine leichte oder mittelschwere Dehydratation befürchten und eines der folgenden Symptome auftritt:

  • Häufiges Erbrechen (während einer Chemotherapie oder wenn Sie länger als einen Tag erbrechen)
  • Durchfall (während einer Chemotherapie oder wenn Sie länger als zwei Tage Durchfall haben)
  • Fieber über 38,3°C aber unter 39,4°C
  • Gewichtsverlust
  • Sie produzieren nur wenig Urin
  • Sie fühlen sich schwach

Eine schwere Dehydratation kann lebensbedrohlich sein und erfordert ein sofortiges Handeln (Notaufnahme!). Folgende Symptome können Hinweise auf eine schwere Dehydratation sein2:

  • Fieber über 39,4°C
  • Keine Urinproduktion innerhalb der letzten 12 Stunden
  • Verwirrtheitszuständen, Lethargie, Kopfschmerzen, Ohnmacht
  • Krampfanfälle
  • Schwierigkeiten beim Atmen
  • Brust- oder Bauchschmerzen

Wie viel Flüssigkeit braucht mein Körper am Tag?

Wie viel Flüssigkeit Ihr Körper am Tag braucht, hängt von vielen Faktoren ab: Umgebungstemperatur, Luftfeuchtigkeit, körperlicher Aktivität, besonderen Umständen (z.B. Fieber, Durchfall, Erbrechen), Ihrem Stoffwechsel, wie Sie sich ernähren, etc.

Es spielen so viele Dinge zusammen, dass sich der individuelle Flüssigkeitsbedarf nicht exakt berechnen lässt. Aber das Ergebnis der Berechnung kann Ihnen als Orientierung dienen.

1. Berechnen Sie Ihren generellen Flüssigkeitsbedarf

Zunächst wollen wir berechnen, wie viel Flüssigkeit Ihr Körper generell benötigt, wenn keine besonderen Umstände, Temperaturen oder Anstrengungen herrschen:

Achtung: Wenn Sie Vorgaben zur Trinkmenge von Ihrem Behandlungsteam haben, halten Sie sich auf jeden Fall an diese Vorgaben! Zum Beispiel bei Herzschwäche (Herzinsuffizienz), Nierenkrankheiten oder Leberzirrhose muss die Trinkmenge möglicherweise eingeschränkt werden. Sprechen Sie in diesen Fällen mit Ihrem Behandlungsteam.

Den Gesamtflüssigkeitsbedarf haben wir über diese Formel berechnet16:

Für die ersten 10 kg Körpergewicht: 1000 ml
Für die zweiten 10 kg Körpergewicht: 500 ml
Für jedes weitere kg Körpergewicht: kg mal 15 ml

Um den Flüssigkeitsgehalt der Nahrung zu bestimmen, berechnen wir zunächst aus Gewicht, Größe und Alter mit der Harris-Benedict-Formel17 den Grundumsatz. Um den Gesamtkalorienbedarf zu erhalten multiplizieren wir den Grundumsatz mit dem PAL Wert 1,4 (für wenig körperliche Aktivität). Dann nehmen wir diesen Gesamtkalorienbedarf mal 0,33 ml. Das ergibt den ungefähren Flüssigkeitsanteil in der Nahrung.

Um die empfohlene Trinkmenge zu erhalten ziehen wir den Flüssigkeitsanteil der Nahrung vom Gesamtflüssigkeitsbedarf ab.

2. Trinken Sie mehr, wenn besondere Umstände herrschen

Ihr Flüssigkeitsbedarf steigt, wenn zusätzliche Belastungen für den Körper hinzukommen.

  • Beim Sport verlieren Sie Flüssigkeit durch Schwitzen und schnelleres Atmen
  • Grundsätzlich ist es am besten, wenn man sich beim Sport vom Durstgefühl leiten lässt – auch wenn oft das Gegenteil behauptet wird. Extra viel zu trinken bringt keinen Vorteil, sondern kann sogar Nachteile haben (siehe Abschnitt “Kann man zu viel trinken?”).18
  • Bei schweißtreibender Anstrengung bis zu 60 Minuten reicht es aus, davor und danach zu trinken.18
  • Bei schweißtreibender Anstrengung über 60 Minuten, sollten Sie ein Getränk griffbereit haben und nach Durstgefühl regelmäßig ein paar Schlucke trinken.  
  • Wenn Sie während dem Sport trinken, sollten Sie nach dem Sport nicht mehr wiegen als vorher – das würde bedeuten, dass Sie zu viel getrunken haben.27
  • Wie viel Flüssigkeit Sie brauchen, hängt davon ab, wie stark Sie schwitzen, wie warm es ist und wie groß Sie sind. Pauschale Angaben sind schwierig. Wenn Sie häufig anstrengenden Sport machen, können Sie sich direkt vor und nach dem Sport wiegen. Dann wissen Sie genau, wie viel Flüssigkeit Ihr Körper durch Schwitzen verloren hat und wie viel Sie wieder ersetzen müssen. Es ist ausreichend, wenn Sie während der Belastung nur 80% der ermittelten Flüssigkeitsmenge trinken.18
  • Zur Orientierung nun trotzdem eine Mengenangabe: Für intensive Ausdaueraktivitäten wie Marathonlaufen wird zum Beispiel empfohlen, pro Stunde zwischen 400 und 800 ml zu trinken. Dabei gilt die niedrige Empfehlung für langsame, leichte Athleten bei kühleren Temperaturen und die höhere für schnellere, schwerere Athleten bei warmen Temperaturen. Das wären also alle 15-20 Minuten ca. 100 – 200 ml.18 
  • Am besten geeignet sind während dem Sport natriumreiche Mineralwasser (min. 600 mg Natrium/Liter) oder mit natriumreichem Mineralwasser verdünnte Fruchtsäfte (2 Teile Wasser, 1 Teil Saft).18 Das Natrium (ein Bestandteil von Kochsalz) ist wichtig, um beim Schwitzen verlorene Salze zu ersetzen.
  • Wenn Sie kein natriumreiches Mineralwasser haben, geben Sie 1/3 Teelöffel (= 1,7 g) Salz in 1 Liter Wasser (zu unseren Rezepten für isotone Getränke).
  • Die deutsche Gesellschaft für Nephrologie (Nierenexperten) empfiehlt bei Hitze ca. 500 ml bis 1 Liter mehr am Tag zu trinken.
  • Bei starkem Schwitzen verliert der Körper Flüssigkeit und Mineralstoffe. Natriumreiche Mineralwasser (min. 600 mg Natrium/Liter) und Getränke wie Apfelsaftschorle oder selbstgemachte isotone Getränke (zu den Rezepten) sind deshalb besonders gut, um Mineralstoffverluste auszugleichen.19
  • Wenn Sie kein natriumreiches Mineralwasser haben, geben Sie 1/3 Teelöffel (= 1,7 g) Salz in 1 Liter Wasser.

Sollten Sie aufgrund von Beschwerden nur wenig essen können, erhalten Sie auch weniger Flüssigkeit über die Nahrung – das heißt, Sie müssen mehr trinken. Orientieren Sie sich in diesem Fall eher am oben errechneten Gesamtflüssigkeitsbedarfbedarf Ihres Körpers und nicht an der empfohlenen Trinkmenge.

(Ganz genau betrachtet, müssten Sie zusätzlich zum Gesamtbedarf sogar noch 200 – 300 ml mehr trinken, wenn Sie gar nichts essen. Denn bei der Verstoffwechselung der Nahrung entsteht im Körper sogenanntes Oxidationswasser. Wenn es keine Nahrung zu verstoffwechseln gibt, produziert der Körper auch kein Wasser selbst. Dieses Wasser fehlt dem Körper dann zusätzlich.)20

Je nachdem wie schwer die Symptome sind, verlieren Sie bei Durchfall und Erbrechen mehr oder weniger Flüssigkeit und Mineralstoffe. Leider gibt es für Erwachsene keine konkreten Empfehlungen, wie viel mehr man bei Durchfall und Erbrechen trinken soll.

Sie können sich aber an den Empfehlungen der WHO für Kinder orientieren:

  • Die WHO empfiehlt für Kinder nach jedem Stuhlgang oder Erbrechen mindestens ein Glas (250 ml) Elektrolytlösung, Wasser oder Tee zu trinken.21
  • Bei starkem Durchfall und Erbrechen sind Elektrolytlösung (zum Rezept) und selbstgemachte isotone Getränke (zu unseren Rezepten) am Besten geeignet. Sie enthalten auch Mineralstoffe und sorgen dafür, dass der Körper die Flüssigkeit im Darm besser aufnehmen kann. 
  • Bei Erbrechen trinken Sie in kleinen Schlucken oder teelöffelweise im Abstand von mehrerer Minuten oder lutschen Sie Eiswürfel.22

Wichtig: Bei Durchfall oder Erbrechen in Zusammenhang mit einer Chemotherapie, sagen Sie unbedingt Ihrem Behandlungsteam Bescheid (siehe auch Abschnitt während/nach der Chemotherapie).

Mehr Tipps finden Sie in unseren Artikeln zu Durchfall und Erbrechen.

  • Als Faustregel kann man sagen, dass der Körper am Tag pro 1 °C Körpertemperaturerhöhung ca. 500 ml Flüssigkeit durch Schwitzen verliert.23 Dazu kommt noch Flüssigkeitsverlust durch schnelleres Atmen.
  • Genauer gesagt:  Bei Fieber braucht der Körper am Tag für jedes Grad Celsius über 37,5 Grad zusätzlich ungefähr 10 ml Flüssigkeit pro Kilogramm Körpergewicht.24  (Zum Berechnen für 1° C hängen Sie einfach an Ihr Körpergewicht noch eine Null dran: z.B. bei 82 kg Körpergewicht und einer Körpertemperatur von 38,5 Grad werden ca. 820 ml mehr Flüssigkeit gebraucht.)
  • Da beim Schwitzen auch Salze verloren gehen, eignen sich als Getränke besonders gut natriumreiche Mineralwasser (min. 600 Milligramm Natrium/Liter), Fruchtschorlen (2 Teile natriumreiches Mineralwasser + 1 Teil Saft) oder selbstgemachte isotone Getränke (zu den Rezepten).
  • Achtung: bei Fieber über 38,3°C kontaktieren Sie Ihr Behandlungsteam, um die Ursache abzuklären. 
  • Normalerweise atmen Erwachsene ca. 12 bis 20 mal in der Minute. Wenn es Ihnen schlecht geht, Sie Schmerzen haben oder Sie sich in größerer Höhe befinden, kann die Atemfrequenz erhöht sein (bis zu 100 Atemzüge pro Minute). Dann geht durch die Atmung auch mehr Flüssigkeit verloren.
  • Man rechnet dann pro Verdopplung der Atemfrequenz mit einem zusätzlichen täglichen Flüssigkeitsbedarf von 10 ml Flüssigkeit pro Kilogramm Körpergewicht.26
  • Die meisten giftigen Arzneistoffe einer Chemotherapie werden über den Urin wieder ausgeschieden. Dafür brauchen Nieren und Blase viel Flüssigkeit.28
  • Wenn Sie die Chemotherapie als Infusion erhalten, plant plant Ihr Behandlungsteam den erhöhten Flüssigkeitsbedarf schon mit ein: die Infusionen des Chemotherapeutikums enthalten viel Flüssigkeit und je nach Wirkstoff erhalten Sie davor oder danach auch noch zusätzliche Flüssigkeit als Infusion.28
  • Wie viel zusätzliche Flüssigkeit Sie benötigen, hängt von verschiedenen Faktoren ab: z.B. dem für die Chemotherapie verwendeten Wirkstoff, Ihren individuellen Nieren- und Blutwerten, Ihrem Körpergewicht, eventuellen Begleiterkrankungen etc. Pauschale Empfehlungen sind deshalb nicht möglich. 
  • Besprechen Sie mit Ihrem Behandlungsteam, wie viel Sie in den Tagen nach der Chemotherapie trinken sollen und wie lange es dauert, bis die Medikamente ausgeschwemmt sind. 28 
  • Erkunden Sie sich auch, ob Sie bestimmte Getränke meiden sollten (z.B. Säfte oder Grüntees, die reich an Antioxidantien sind. Diese können eventuell die Wirkung der Therapie beeinflussen).

Bei oraler Chemotherapie (in Tablettenform):

  • Beachten Sie die Empfehlungen im Abschnitt “Wenn Sie Medikamente in Tablettenform einnehmen”

Bei Durchfall oder Erbrechen:

  • Wichtig: Bei Durchfall oder Erbrechen in Zusammenhang mit einer Chemotherapie sagen Sie unbedingt Ihrem Behandlungsteam Bescheid. Es kann sein, dass Sie spezielle Medikamente brauchen, um eine Dehydratation zu vermeiden und weiter ausreichend Flüssigkeit für die korrekte Funktion von Niere und Blase zur Verfügung zu haben.

Wenn Sie längere Zeit einen Mund-Nasen-Schutz tragen, sollten Sie auf regelmäßiges Trinken achten. Häufig wird beim Tragen einer Maske unbewusst durch den Mund oder schneller geatmet, was die Schleimhäute austrocknen und den Flüssigkeitsbedarf erhöhen kann. 

Wie oft und wie viel auf einmal soll ich trinken?

  • Der Körper kann Flüssigkeit nicht lange speichern. Trinken Sie deshalb am Besten gleichmäßig über den Tag verteilt. Zu den Mahlzeiten und auch dazwischen. So ist ihr Körper immer gut versorgt.
    • Beispiel: Trinkplan für 1600 ml = 8 Gläser / Tassen à 200 ml

      Nach dem Aufstehen: 1 Glas Wasser zur Medikamenteneinnahme
      zum Frühstück: 1 Tasse Kaffee / Tee
      im Laufe des Vormittags: 1 Glas Wasser
      zum Mittagessen: 1 Glas Wasser oder Saftschorle
      im Laufe des Nachmittags: 1 Tasse Tee / Kaffee + 1 Glas Wasser
      zum Abendessen: 1 Glas Wasser
      am Abend: 1 Glas Wasser oder eine Tasse Tee

  • Besonders bei Übelkeit, Erbrechen und Durchfall ist es besser, in kleinen Schlucken über einen längeren Zeitraum zu trinken: bei Übelkeit vermeidet dies das Auslösen eines Brechreizes (wenn selbst kleine Schlucke nicht gehen: probieren Sie, Flüssigkeit mit einem Teelöffel aufzunehmen) und bei Durchfall wird vermieden, dass große Flüssigkeitsmengen die Darmbewegung anregen. 

Nehmen Sie Tabletten mit einem ganzen Glas Leitungswasser ein. Der Oberkörper sollte dabei möglichst aufrecht sein.29

  • Wenn Tabletten ohne oder mit nur wenig Flüssigkeit eingenommen werden, können sie in der Speiseröhre kleben bleiben und lösen sich dann dort auf. Das kann die Speiseröhre schädigen und verzögert die Wirkung des Medikaments.
  • Ausreichend Flüssigkeit ist auch wichtig, damit sich die Tablette im Magen oder Dünndarm richtig auflösen kann. Besonders wenn Sie Tabletten nüchtern einnehmen, befindet sich nämlich nur sehr wenig Flüssigkeit im Magen und im Dünndarm. Diese reicht dann nicht aus, um das Medikament ordentlich aufzulösen.

Leitungswasser ist am Besten geeignet.29

  • Es gibt viele Arzneimittel, die z.B. mit Milchprodukten oder Fruchtsäften Verbindungen eingehen und dann nicht richtig wirken können. Nutzen Sie deshalb Leitungswasser für die Einnahme von Medikamenten und beachten Sie genau die Packungsbeilage, was Einnahmezeiten und Abstand zu den Mahlzeiten angeht.
  • Seien Sie besonders Vorsichtig mit Grapefruit(saft) und Pomelo (zum Artikel über Grapefruit).

Empfehlung zum Weiterlesen beim Krebsinformationsdienst: Informationsblatt “Umgang mit Arzneimitteln: Tipps für Krebspatienten” (PDF)

Kann man auch zu viel trinken?

  • Es kommt selten vor, aber man kann auch zu viel trinken: In kurzer Zeit viel Wasser zu trinken, kann den Salzhaushalt des Körpers durcheinanderbringen und in extremen Fällen zu einer Wasservergiftung (Hyperhydratation) führen, die tödlich enden kann. In der Animation von Quarks wird das gut dargestellt:
  • Erste Symptome einer Wasservergiftung sind Unwohlsein, Schwindel, Kopfschmerzen, Übelkeit und Erbrechen. Die Symptome ähneln leider sehr denen einer Dehydratation (Austrocknung). Manche Betroffene machen deshalb den Fehler und trinken noch mehr.33
  • Wie viel zu viel ist, lässt sich nicht pauschal sagen. Denn die negativen Folgen haben sehr viel mit der gleichzeitigen Mineralstoffversorgung zu tun. Grundsätzlich kein ein gesunder Körper einige Schwankungen im Wasserhaushalt ausgleichen.
  • Etwas anders ist das bei Menschen mit einer Herzschwäche oder Nierenerkrankung: Sie müssen häufig Ihre Trinkmenge einschränken, um Herz und Nieren nicht unnötig zu belasten. Sie sollten sich an die Empfehlungen ihres Behandlungsteams halten.
  • In den USA hat eine Frau bei einem Wettbewerb eines Radiosenders innerhalb von drei Stunden fast acht Liter Wasser getrunken. Wenige Stunden später ist sie daran gestorben.30
  • Unerfahrene Marathonläufer und Triatlethen trinken im Wettkampf oft mehr Wasser, als sie verlieren. Dr. Johannes Scherr, Sportmediziner der TU München, sagt dazu: “Bei einem mittelgroßen Marathon von ungefähr 10.000 Läufern kommt es bei einem Drittel, also 3.000 Leuten, zu messbaren Störungen durch zu viel Wasser. Bei 50 davon kommt es sogar zu lebensbedrohlichen Veränderungen. Manche müssen auf die Intensivstation und künstlich beatmet werden.” 30 Eine Studie beim Boston Marathon hat gezeigt, dass die Läufer*innen, die von einer Hyponatriämie (d.h. eine Untersalzung durch zu viel Trinken) betroffen waren, nach dem Wettkampf ein höheres Körpergewicht hatten als vorher, also mehr getrunken haben, als sie verloren haben. Besonders schlecht ging es den Sportler*innen, die mehr als 3 Liter während des Marathons (ca. 4-5 Stunden) getrunken hatten.31
  • Die Vergiftungs-Notzentrale der Uniklinik Freiburg warnt vor Lebensgefahr durch übermäßiges Trinken im Vergiftungsfall. Immer wieder trinken Personen, die glauben, sie hätten sich vergiftet, in kurzer Zeit mehrere Liter Wasser und landen dann wegen der Wasservergiftung in der Notaufnahme. Beschrieben wird z.B. der Fall eines Mannes, der sich nach dem Verzehr selbst gesammelter Pilze erbrechen musste und darauf eine Pilzvergiftung vermutete. Deshalb trank er innerhalb kurzer Zeit drei Liter Wasser. In den Stunden danach verlor er das Bewusstsein, hatte Krampfanfälle und bekam eine Hirnschwellung. Dieser Zustand war durch die große Wassermenge und nicht durch die vermeintliche Pilzvergiftung ausgelöst werden.32
  • Der Ratschlag “Trinken Sie viel” bedeutet nicht “Je mehr desto besser”. Das zeigt die Geschichte einer Frau in England. Sie trank wegen einer beginnenden Blasenentzündung mehrere Liter Wasser in wenigen Stunden, was zu einer lebensbedrohlichen Hyponatriäme führte. Die Autorin der Studie fordert, dass Ärzt*innen genauere Ratschläge geben.34 Sie selbst empfiehlt Patient*innen, mindestens so viel zu trinken wie sonst auch, wenn sie krank sind. Und sie können noch bis zur halben Menge davon oben drauf packen. Das wäre also 1 Liter mehr, wenn sonst 2 Liter getrunken werden. 36
  • Über einen längeren Zeitraum täglich mehr als 5 Liter zu trinken, kann zu einer Vergrößerung der Nieren, Blase und Harnleiter führen. Das kann schmerzhaft sein. Auch Wasservergiftungen können auftreten.35
  • Fazit: “Viel hilft viel” trifft auf das Thema Trinken nicht zu.  Mehr zu trinken, als ihr Körper braucht, bringt ihnen keine gesundheitlichen Vorteile. Orientieren Sie sich deshalb an ihrem errechneten Flüssigkeitsbedarf und dem Mehrbedarf in bestimmten Situationen

Geeignete Getränke- und Lebensmittel zur Flüssigkeitsaufnahme

Getränke:

  • Ein vielfältiges Getränkeangebot kann die Trinkmenge erhöhen. Variieren Sie mit Geschmacksrichtungen und Temperaturen (z.B. heißer Tee und Eistee) 6,7.
  • Grundsätzlich sind alle Getränke geeignet und Sie können die bevorzugen, die Ihnen am besten schmecken. Eine Ausnahme stellt Grapefruitsaft dar – dieser kann Wechselwirkungen mit manchen Medikamenten haben (weitere Informationen finden Sie hier) 14.
  • Entgegen der weitläufigen Meinung, werden auch Kaffee und andere koffeinhaltige Getränke zur Flüssigkeitszufuhr gezählt. Mehr als vier Tassen pro Tag sollten es jedoch nicht sein3,7.
  • Bei Gewichtsverlust sind vor allem kalorienreiche Getränke (z.B. Säfte, Smoothies, Milchshakes, Limonaden) empfehlenswert, da Ihnen diese helfen Ihr Gewicht zu halten7.
  • Sorgen Sie für ein neues Geschmackserlebnis indem Sie Wasser aufpeppen. Geben Sie z.B. Zitronensaft, Gurkenscheiben, frische Minze, Ingwer oder tiefgekühlte Beeren ins Glas und lassen Sie die Mischung kurz ziehen3
  • Wenn Sie gerne in der Küche kreativ sind und etwas mehr Zeit und Kraft aufbringen können, probieren Sie originelle, selbstgemachte Durstlöscher aus.
  • Beim Sport oder bei Hitze eignen sich am Besten natriumreiche Mineralwasser (min. 600 mg Natrium/Liter) oder mit natriumreichem Mineralwasser verdünnte Fruchtsäfte (2 Teile Wasser, 1 Teil Saft).18 Wenn Sie kein natriumreiches Mineralwasser haben, geben Sie 1/3 Teelöffel (= 1,7 g) Salz in 1 Liter Wasser 
  • Zum Ausgleich von größeren Flüssigkeitsverlusten (z.B. bei Durchfall, Erbrechen) eignen sich insbesondere isotone Getränke (Rezepte zum Selbermachen finden Sie hier), WHO-Lösung oder sonstige orale Elektrolytlösungen aus der Apotheke 1,2,8.

Lebensmittel:

  • Auch Lebensmittel tragen dazu bei Ihren Flüssigkeitsbedarf zu decken7.
  • Wählen Sie besonders flüssigkeitsreiche Lebensmittel aus, wenn Ihnen das Trinken schwer fällt.
  • Lebensmittel mit einem hohen Wassergehalt sind z.B.6,11:
    • Suppen, Kaltschalen
    • Kompott, Fruchtpüree
    • Wassermelone, Beerenobst, Orangen, Weintrauben
      Salatgurken, Tomaten
    • Milch, Buttermilch
    • Wasser- und Milcheis
  • Hinweis: Viele dieser Lebensmitteln sind eher energiearm. Wenn Sie Gewicht verlieren, wäre es daher sinnvoll, diese Lebensmitteln mit zusätzlichen Kalorien anzureichern. Geben Sie z.B. Sahne oder Crème fraîche in Suppen, Schokosauce über Obst, etc. Es gibt auch spezielle Pulver zur Energieanreicherung, die in breiige und flüssige Speisen eingerührt werden können.

Trinktipps zur Vorbeugung von Flüssigkeitsmangel / Dehydratation

Wenn Sie kein richtiges Durstgefühl mehr haben, oder ansonsten Schwierigkeiten haben, ihr Flüssigkeitsziel zu erreichen, probieren Sie diese Hilfestellungen aus:

  • Erstellen Sie einen Trinkplan, auf dem Sie festlegen, wann Sie wie viel von welchem Getränk trinken, um auf Ihre empfohlene Trinkmenge zu kommen3.
  • Verbinden Sie Ihre Gewohnheiten mit Trinken. Beispiel: Sie gehen am Vormittag üblicherweise eine Runde spazieren? Dann nehmen Sie eine kleine Trinkflasche mit, die bis zum Ende des Spaziergangs ausgetrunken werden soll.
  • Führen Sie Trinkrituale ein: Wie wäre es zum Beispiel mit einem Nachmittagskaffee oder einem beruhigenden Fencheltee nach dem Abendessen?
  • Verteilen Sie zuhause Trinkgläser/Getränkeflaschen in Reichweite an verschiedene Plätzen, an denen Sie sich üblicherweise länger aufhalten (z.B. auf dem Couchtisch, auf dem Esstisch, in der Küche)3.
  • Stellen Sie auch ein Getränk auf Ihren Nachttisch, damit Sie gleich in der Früh vor dem Aufstehen etwas trinken können – so kommt der Kreislauf gut in Schwung.
  • Besorgen Sie sich eine Flasche mit Uhrzeitangaben (oder machen Sie selbst Markierungen). So können Sie sich Ihre Trinkmenge in Etappen einteilen.
  • Bringen Sie eine Trinkprotokoll am Kühlschrank an oder verwenden Sie eine App zum Protokollieren Ihrer Flüssigkeitszufuhr. Sobald Sie ein Glas getrunken haben, können Sie dies von Ihrem Protokoll abhaken. So haben Sie Ihre Trinkmenge im Blick und es steigert die Motivation ausreichend zu trinken3.
  • Machen Sie ein „Trink-Training“ – Trinken kann trainiert werden. Wenn Sie häufig das Trinken vergessen, weil z.B. Ihr Durstgefühl vermindert ist, stellen Sie sich eine Woche lang stündlich einen Wecker. Das erinnert Sie an das Trinken und kann Sie dabei unterstützen einen Trinkrhythmus zu verinnerlichen.
  • Falls bei Ihnen Schluckstörungen vorliegen, können für Sie geeignete Trinkbecher die Flüssigkeitsaufnahme erleichtern7. Es kann auch sein, dass Sie Flüssigkeiten andicken müssen. Sprechen Sie dies bitte mit einer Logopädin oder einem Logopäden ab.
  1. H. Bertz und G. Zürcher. Ernährung in der Onkologie: Grundlagen und klinische Praxis, Schattauer GmbH, Stuttgart, 2014.
  2. C.P. Davis und M.C. Stöppler. Dehydration in Adults. Emedicinehealth, https://www.emedicinehealth.com/dehydration_in_adults/article_em.htm (abgerufen 02/2021)
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  9. E. Höfler und P. Sprengart. Praktische Diätetik: Grundlagen, Ziele und Umsetzung der Ernährungstherapie, Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft, Stuttgart, 2012.
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  18. Mosler S, Braun H, Carlsohn A, Großhauser M, König D, Lampen A, Nieß A, Oberritter H, Schäbethal K, Schek A, Stehle P, Virmani K, Ziegenhagen R, Heseker H (2019) Fluid replacement in sports. Position of the working group sports nutrition of the German Nutrition Society (DGE). Ernahrungs Umschau 66(3): 52–59  https://www.ernaehrungs-umschau.de/fileadmin/Ernaehrungs-Umschau/pdfs/pdf_2019/03_19/EU03_2019_M152-M159.pdf
  19. Deutsche Gesellschaft für Nephrologie. Pressemitteilung: Eindringliche Empfehlung der Nierenexperten: Bei der Hitze genügend trinken! (2018) https://www.dgfn.eu/pressemeldung/eindringliche-empfehlung-der-nierenexperten-bei-der-hitze-genuegend-trinken.html
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  21. The Mother and Child Health and Education Trust, Rehydration Project. Rehydration. https://rehydrate.org/rehydration/index.html (abgerufen 02/2021)
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  23. S. Andreae: EXPRESS Pflegewissen Gesundheits- und Krankenpflege. Georg Thieme Verlag, 2009, S. 106 f
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  26. S. Andreae: EXPRESS Pflegewissen Gesundheits- und Krankenpflege. Georg Thieme Verlag, 2009, S. 136 f
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    doi: 10.1097/JSM.0b013e318168ff31
    https://journals.lww.com/cjsportsmed/Fulltext/2008/03000/Statement_of_the_Second_International.2.aspx
  28. Krebsinformationsdienst:  Richtig trinken bei der Krebstherapie. https://www.krebsinformationsdienst.de/leben/alltag/ernaehrung/ernaehrung-trinken.php (abgerufen 02/2021)
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  30. W wie Wissen: Wasservergiftung. Das Erste. https://www.daserste.de/information/wissen-kultur/w-wie-wissen/sendung/2008/wasservergiftung-102.html (abgerufen 04/2021)
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  32. Vergiftungs-Informations-Zentrale Freiburg: Lebensgefahr durch übermäßiges Trinken im Vergiftungsfall. https://www.uniklinik-freiburg.de/giftberatung/aktuelle-themen/lebensgefahr-durch-uebermaessiges-trinken-im-vergiftungsfall.html (abgerufen 04/2021)
  33. Lewis, J.: Hyperhydratation. MSD Manual. https://www.msdmanuals.com/de/heim/hormon-und-stoffwechselerkrankungen/wasserhaushalt/hyperhydratation (abgerufen 04/2021)
  34. Lee, L. C., & Noronha, M. (2016). When plenty is too much: water intoxication in a patient with a simple urinary tract infection. BMJ case reports2016, bcr2016216882. https://doi.org/10.1136/bcr-2016-216882
  35. Hew-Butler, T., Smith-Hale, V., Pollard-McGrandy, A., & VanSumeren, M. (2019). Of Mice and Men-The Physiology, Psychology, and Pathology of Overhydration. Nutrients, 11(7), 1539. https://doi.org/10.3390/nu11071539
  36. Siddiq, H.: Drinking too much water when ill can be harmful, finds study. The Guardian. https://www.theguardian.com/environment/2016/dec/01/drinking-too-much-water-when-ill-can-be-harmful-finds-study (abgerufen 04/2021)

Erstellt am: 15. April 2021
Nächste geplante Aktualisierung: 2024

Autorin: Carina Eckhardt, M.Sc. Diätologin
Recherche, Qualitätssicherung und Inhaltliche Freigabe: Nicole Erickson, M.Sc. Ernährungswissenschaftlerin, Diätassistentin
Redaktion und didaktische Überarbeitung: Sandra Neubauer, Anne Blumers

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Wie kann ich mein Immunsystem (nicht nur) während einer Krebserkrankung unterstützen?

Das Immunsystem stärken – um weniger krank oder schneller gesund zu werden – das wünschen sich Viele. Wundermittel, Superfoods oder „Immunbooster“ aus Werbung und Medien brauchen Sie dafür nicht – Sie können eine ganze Menge selbst tun, um Ihr Immunsystem zu unterstützen!

Was sollten Sie über das Immunsystem wissen?

Bevor wir uns die verschiedenen Empfehlungen anschauen, ist es wichtig, ein paar Grundlagen zum Immunsystem zu klären:

Es besteht aus Hunderten verschiedenen Zellen, die unterschiedlichste Aufgaben erfüllen: Eindringlinge erkennen, Botschaften überbringen, Keime unschädlich machen, für die Zukunft lernen, etc. Wir verstehen noch lange nicht alle Abläufe.21

Es wehrt Krankheitserreger wie Viren, Bakterien, Pilze und Fremdstoffe ab. Wenn wir doch krank werden, sorgt es dafür, dass wir die Krankheit überstehen und uns wieder erholen. Es beseitigt auch fehlerhaft gewordene körpereigene Zellen und ist an der Wundheilung beteiligt.21

  • Ist das Immunsystem geschwächt, sind wir anfälliger für Infektionen und Krankheiten, die dann auch heftiger ausfallen und länger andauern können.
  • Ist das Immunsystem zu aktiv und reagiert zu heftig oder unspezifisch: Dann zerstört es auch gesunde Zellen und richtet selbst Schaden im Körper an (z.B. bei schweren Verläufen von COVID-1945). Auch Allergien sind eine übertriebene Reaktion des Immunsystems auf eigentlich harmlose Stoffe aus der Umwelt und Autoimmunerkrankungen (z.B. Typ-1 Diabetes, Morbus Crohn oder Multiple Sklerose) entstehen, wenn das Immunsystem sich gegen körpereigene Strukturen richtet.3

Speziell zum Thema Immunsystem und Krebs sind diese Punkte besonders wichtig:

Das Immunsystem kann Krebszellen durchaus erkennen und vernichten. Tumorzellen können sich allerdings tarnen oder die Immunantwort manipulieren, um der Abwehr zu entgehen. Deshalb kann man das Immunsystem auch nicht einfach stärken, um eine Krebserkrankung zu vermeiden oder Krebs zu bekämpfen.19
Der Krebsinformationsdienst hat dazu einen sehr ausführlichen und informativen Artikel verfasst.

  • Bei einer Krebserkrankung kann das Immunsystem durch die Erkrankung selbst oder durch operative Eingriffe und Therapien vorübergehend geschwächt sein (z.B. durch Chemo- oder Strahlentherapien, besonders wenn die Produktion von Immunzellen im Rückenmark beeinträchtigt wird).7
  • Auch Gewichtsverlust und Mangelernährung, der Stress durch die Erkrankung und Schlafmangel können die Abwehrfunktionen während einer Krebserkrankung negativ beeinflussen.20
  • Ältere Menschen haben ebenfalls oft ein schwächeres Immunsystem.2

Was ist ein „gutes“ Immunsystem?

  • Wenn davon gesprochen wird, das Immunsystem zu stärken, ist demnach das Ziel, eine normale Immunfunktion zu erhalten oder wiederherzustellen. Ein allgemeiner „boost“ über die normale Funktion hinaus macht keinen Sinn und ist zum Glück auch gar nicht so einfach möglich. Bei Patienten mit bestimmten Lymphom-Formen könnte eine ungezielte Stärkung des Immunsystems sogar gefährlich sein, da die Immunzellen selbst Träger der Krebserkrankung sind. 8
  • Übrigens: Auch ein intaktes Immunsystem schützt nicht 100% vor allen Erkrankungen! So bekommen Erwachsene im Durchschnitt zwei bis vier Erkältungen im Jahr. Bei Kindern sind sechs bis zehn nicht ungewöhnlich.18 Auch wenn das Immunsystem mit besonders aggressiven oder bisher unbekannten Krankheitserregern konfrontiert wird (z.B. dem Coronavirus SARS-CoV-2), kann es zu einer Erkrankung kommen, obwohl das Immunsystem gut arbeitet.

Die Empfehlungen - was Sie konkret für Ihr Immunsystem tun können

Weil das Immunsystem so komplex ist, gibt es nicht das eine universelle Wundermittel. Stattdessen gibt es viele einzelne Bereiche, in denen Sie Ihr Immunsystem unterstützen können:

1. Schützen Sie sich vor dem Kontakt mit Krankheitserregern

Während der Krebstherapie, oder wenn Ihr Immunsystem aus anderen Gründen geschwächt ist, sind Hygiene- und Verhaltensmaßnahmen zum Schutz vor Krankheitserregern besonders wichtig.16

1. Halten Sie Ihre Hände sauber.

  • Waschen Sie häufig Ihre Hände. Mit Seife und ca. 20 Sekunden lang.
  • Gewöhnen Sie sich Routinen zum Händewaschen an:
    • direkt nach dem Betreten der Wohnung (das sollten auch Besucher tun!)
    • vor dem Kochen und vor dem Essen – auch im Restaurant
    • nach dem Toilettengang
    • vor und nach der Pflege von Wunden
    • Unterwegs können Sie Handdesinfektionsmittel nutzen, nachdem Sie z.B. einen Einkaufswagen angefasst haben oder bevor Sie einen Snack essen.

2. Meiden Sie den Kontakt zu Personen mit einer ansteckenden Erkrankung – dazu zählen auch einfache Erkältungen.

3. Meiden Sie Menschenansammlungen.

4. Beachten Sie Hygieneregeln in der Küche und beim Kochen (zum Artikel).

Viele weitere und ausführliche Tipps und Anleitungen zum Infektionsschutz finden Sie auf der Seite Infektionsschutz.de, die wir Ihnen sehr ans Herz legen wollen.

2. Unterstützen Sie die Barrierefunktionen Ihres Körpers

Die Barrieren sollen dafür sorgen, dass Erreger erst gar nicht in den Körper eindringen oder ihn möglichst schnell wieder verlassen.21 Einige dieser Barrieren können Sie aktiv unterstützen:
  • Die Haut ist unser größtes Organ und schützt uns vor Umwelteinflüssen. Bei Operationen wird die Haut verletzt, Chemotherapien und Bestrahlung können Haut und Schleimhäute angreifen und empfindlicher machen. Achten Sie deshalb auf gute Hautpflege! (Empfehlungen zur Hautpflege bei Krebs vom Krebsinformationsdienst)
  • Schleimhäute haben eine wichtige Funktion beim Schutz vor Krankheitserregern. Wenn sie austrocknen, geht ihre Schutzfunktion verloren.
    • Trinken Sie ausreichend!
    • Sorgen Sie für eine relative Luftfeuchtigkeit im Raum zwischen 40 und 60%.
    • Probieren Sie unsere Empfehlungen gegen Mundtrockenheit aus.
    • Wenn Sie häufig unter trockenen Schleimhäuten leiden, lassen Sie sich von Ihrem Behandlungsteam beraten.
  • In den Atemwegen bindet Schleim die Erreger und die Flimmerhärchen transportieren ihn ab.
    • Rauchen Sie nicht und trinken Sie ausreichend!
  • Eine intakte Darmflora wehrt Bakterien ab.
    • Essen Sie – soweit Sie es vertragen – reichlich Ballaststoffe, Joghurt, und Fermentiertes!40
  • Harntrakt: Regelmäßiges Entleeren transportiert potentielle Erreger aus dem Körper.
    • Trinken Sie ausreichend und gehen Sie regelmäßig zur Toilette.26

3. Bilden Sie Ihr Immunsystem fort: halten Sie Ihre Impfungen aktuell

Dank Impfungen kennen wir heute viele gefährliche Krankheiten kaum noch (z.B. Pocken, Kinderlähmung, Diphtherie, Tetanus…).1,2 Laut Krebsinformationsdienst können sich Krebspatienten meist bedenkenlos impfen lassen – für sie können Impfungen sogar besonders sinnvoll sein, denn bei ihnen können Infektionskrankheiten schwerer verlaufen. (Mehr dazu beim Krebsinformationsdienst)

Besprechen Sie deshalb mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, ob all Ihre Impfungen aktuell sind und ob für Sie noch weitere Impfungen empfehlenswert sind (z.B. jährliche Grippeimpfung, Pneumokokken).

Ausführliche Informationen zum Thema Impfen finden Sie auch hier: www.impfen-info.de

Sollten Sie aus irgendwelchen Gründen nicht geimpft werden können, ist es besonders wichtig, dass Ihre Angehörigen und Freunde auf einen ausreichenden Impfschutz achten, damit diese Sie nicht durch eine Ansteckung gefährden. 25

Ein Hinweis (besonders für Eltern): für die Krebsprävention empfiehlt der Europäischen Kodex zur Krebsbekämpfung, dass Kinder gegen Hepatitis B und Humanes Papillomavirus (HPV) geimpft werden.44

4. Versorgen Sie Ihr Immunsystem mit allem, was es braucht

Hier sind wir nun im Bereich der Ernährung angelangt. 

Die Basis jeglicher Körperfunktion ist eine ausreichende Energieversorgung. Auch das Immunsystem kann nur funktionieren, wenn es genügend Energie (= Kalorien) bekommt.² Ein stabiles Körpergewicht ist dafür ein gutes Erkennungszeichen.

Sollten Sie untergewichtig sein, ungewollt Gewicht verlieren oder bereits verloren haben, ist für Sie nun die Stabilisierung Ihres Gewichts die wichtigste Maßnahme zur Stärkung Ihres Immunsystems. Nutzen Sie dafür die Empfehlungen im Artikel Was essen bei Gewichtsverlust und Mangelernährung? und unsere Empfehlungen zur Linderung einzelner Beschwerden.

Die Abwehrzellen, Enzyme und andere Immunfaktoren bestehen zu einem großen Teil aus Proteinen (Eiweiß). Damit das Immunsystem gut funktionieren kann, muss der Körper also ausreichend mit Eiweiß versorgt sein.5

Wie viel Eiweiß Sie täglich zu sich nehmen sollten und alles was Sie sonst noch zum Thema Eiweiß wissen müssen, erfahren Sie in unserem Artikel „Proteine (Eiweiß) bei Krebs“.

Zur Aufrechterhaltung einer normalen Immunfunktion ist eine Deckung des Bedarfs an Vitaminen (A, D, E, B6, B12, Folsäure und C) und Spurenelementen (Selen, Zink, Kupfer und Eisen) notwendig.2

Diese Nährstoffe erhalten Sie durch eine abwechslungsreiche Lebensmittelauswahl aus allen Lebensmittelgruppen9:

  • Gemüse (täglich mindestens 3 Portionen (400 g) – z.B. 300 g gegartes Gemüse und 100 g Rohkost/Salat oder 200 g gegartes Gemüse und 200 g Rohkost/Salat)
  • Obst (täglich mindestens 2 Portionen (250 g))
  • Kohlenhydrate: Getreide, Getreideprodukte, stärkehaltige Lebensmittel (z.B. Kartoffeln)
  • Eiweißquellen: Hülsenfrüchte, tierische Produkte (Eier, Milchprodukte, Fleisch / Fisch)
  • Fette / Öle, Nüsse

Für eine ausreichende Versorgung mit Vitamin D empfiehlt die DGE zusätzlich einen täglichen Aufenthalt von 5 bis 25 Minuten in der Sonne.22

  • Tipp: probieren Sie jede Woche eine neue Obst oder Gemüse Sorte, die Sie lange nicht mehr (oder sogar noch nie) gegessen haben.
  • Tipp: die meisten Leute essen unter der Woche immer das gleiche Frühstück. Überlegen sich sich, wie Sie Abwechslung durch neue Zutaten in Ihr tägliches Frühstück bringen können.

Normalerweise ist es möglich, alle nötigen Nährstoffe über eine abwechslungsreiche Ernährung zu erhalten – auch wenn in der Werbung für Nahrungsergänzungsmittel und Vitaminpräparate oft das Gegenteil behauptet wird.

Es gibt auch keine Hinweise aus unabhängigen und guten Studien darauf, dass eine Zufuhr von Mikronährstoffen über den Tagesbedarf hinaus weitere Vorteile bringt.2 Nährstoffe funktionieren nicht nach dem Prinzip “Viel hilft viel”!

Hohe Dosierungen von Vitaminen, Antioxidantien und anderen Nährstoffen können sogar schädlich sein – besonders während einer Krebstherapie28! Sie können die Wirksamkeit von Bestrahlung, Chemotherapie und Medikamenten schwächen29 oder zu teils lebensbedrohlichen Wechselwirkungen führen.

Nehmen Sie also keine Nahrungsergänzungsmittel und Vitaminpräparate in Eigenregie! Wenn Sie befürchten, dass Sie über Ihre Ernährung nicht ausreichend Vitamine und Mineralstoffe aufnehmen, sprechen Sie unbedingt mit Ihrer Ärztin / Ihrem Arzt oder einer qualifizierten Ernährungsfachkraft. Diese können einen eventuellen Mangel diagnostizieren und Ihnen geeignete Präparate und Zusatznahrung empfehlen, die Ihre Therapien nicht gefährden.

Sehr gute weiterführende Informationen zum Thema Nahrungsergänzungsmittel finden Sie in diesem Artikel der Verbraucherzentrale und auf der tollen Internetseite Klartext Nahrungsergänzung.

Es gibt kein einzelnes Lebensmittel, das das Immunsystem pauschal stärken oder “boosten” kann, auch wenn man das immer wieder über Knoblauch, Ingwer, Zitrone, Kurkuma und viele andere liest.

  • Gute Studien gibt es zu den Empfehlungen leider so gut wie nie.1 Meist werden Lebensmittel empfohlen, die reich an einem bestimmten Nährstoff oder sekundären Pflanzenstoff sind, oder denen traditionell bestimmte Wirkungen nachgesagt werden. Wenn unser Bedarf an einem Stoff gedeckt ist, bringt uns ein “extra viel” aber nichts.
  • Wir brauchen eine breite Palette an verschiedensten Nährstoffen, die ein Lebensmittel alleine nicht liefern kann. Deshalb bleibt auch eine bunte und vielfältige Ernährung die beste Empfehlung.2 In diese können Sie dann nach Herzenslust auch die angepriesenen “Superfoods” integrieren, wenn sie ihnen schmecken. Aber es ist nicht nötig irgendein Lebensmittel in riesigen Mengen zu verzehren, viel Geld für exotische “Superfoods” auszugeben oder sich zu zwingen, etwas zu essen, was einem gar nicht schmeckt.
  • Es macht auch wenig Sinn, dass ein Lebensmittel pauschal für jeden die gleichen Wirkungen haben soll: nicht alles wird von jedem gleich gut vertragen und verdaut, der Bedarf an Nährstoffen ist von Person zu Person etwas verschieden.
  • Auch wenn wir uns nochmal in Erinnerung rufen, wie komplex das Immunsystem ist, erkennt man schnell, dass es gar nicht logisch und wünschenswert ist, dass ein einzelnes Lebensmittel das Immunsystem pauschal stärken kann.
  • Zum Thema Kurkuma wollen wir Ihnen noch dieses tolle Video empfehlen.
  • Und zum Thema Superfoods haben wir einen extra Artikel.

Mehr als die Hälfte aller Immunzellen befinden sich im Darm und die Billionen von Darmbakterien helfen bei der Abwehr schädlicher Bakterien und Krankheitserreger.30

Generell tun Sie Ihrem Darm bzw. Ihren Darmbakterien etwas Gutes, wenn Sie pro Tag ca. 30 g Ballaststoffe essen.31 Diese sind z.B. in Vollkornprodukten, Hülsenfrüchten, Obst, Gemüse, Samen und Nüssen reichlich enthalten. Auch eine möglichst abwechslungsreiche Ernährung ist gut für die Vielfalt der Darmbakterien.40, 42

Hinweis: Wenn Sie es nicht gewohnt sind, viele Ballaststoffe zu essen, steigern Sie die Menge langsam. Es kann sonst zu Verdauungsbeschwerden kommen. Vergessen Sie nicht, auch mehr zu trinken, wenn Sie mehr Ballaststoffe essen.

Achtung: Bei Krebspatient*innen kann die Darmflora (= die Darmbakterien) leider durch die Krankheit selbst oder die Therapien und Medikamente gestört sein. Dann tun Sie Ihrem Darm etwas Gutes, wenn Sie zunächst angepasst an Ihre momentanen Beschwerden essen (Entsprechende Empfehlungen finden Sie hier auf der Seite im Menüpunkt “Was essen bei”) – auch wenn das vielleicht bedeutet weniger Ballaststoffe zu essen. Wenn sich Ihre Verdauung erholt hat, können Sie langsam den Verzehr von ballaststoffreichen Lebensmitteln steigern.

5. Der Antrieb: Bewegen Sie sich regelmäßig

Bewegung wird dabei übrigens von der World Health Organization sehr weit gefasst: dazu gehört jegliche körperliche Betätigung (z.B. auch das Erledigen von Haus- oder Gartenarbeit, Bewegung von A nach B, Einkaufen, Spazieren gehen, etc.)

Die WHO empfiehlt: 32

  • Insgesamt min. 150 Minuten moderate Bewegung (z.B. flottes Spazierengehen, Tanzen, anstrengende Hausarbeit), oder min. 75 Minuten intensive Bewegung (z.B. Laufen, schnelles Schwimmen oder Radfahren) über die Woche verteilt – oder eine Mischung aus beidem
  • Für zusätzliche Gesundheitsvorteile kann die moderate Aktivität auf 300 Minuten pro Woche ausgedehnt werden.
  • Muskeltraining für alle großen Muskelgruppen sollte an zwei oder mehr Tagen pro Woche durchgeführt werden.

Auch als Krebspatient*in können Sie sich an diesen Empfehlungen orientieren – natürlich angepasst an Ihren momentanen körperlichen Zustand (die Deutsche Krebsgesellschaft hat dazu ein paar Hinweise veröffentlicht).

Für das Immunsystem hat vor allem die Kombination aus Muskeltraining und Ausdauertraining eine positive Wirkung.14 Durch die Anregung des Körperkreislaufs wird der kontinuierliche Austausch verschiedener Immunzellen zwischen Körperkreislauf und Gewebe beschleunigt, was langfristig die Immunabwehraktivität verbessern kann.33

Vermeiden Sie aber eine Überanstrengung! Es ist nicht nötig, an die Belastungsgrenze zu gehen. Das schwächt nämlich eher die Immunabwehr für einige Zeit nach dem Training34 (Deshalb soll man z.B. auch nach einer Impfung keinen Sport machen).

Wer sich auch während der Therapie viel bewegt, hat auch sonst viele Vorteile:43

  • Erhalt von Muskelmasse und Leistungsfähigkei
  • Therapienebenwirkungen sind weniger und nicht so ausgeprägt.
  • Schnellere Erholung nach der Chemotherapie.
  • Weniger Stress, bessere Stimmung und Konzentrationsfähigkeit.
  • Besserer Schlaf.

All das wirkt sich indirekt auch auf das Immunsystem aus:20 so bedeuten z.B. weniger Therapienebenwirkungen, dass Sie besser und ausgewogener Essen können. Konkrete Übungen und Links zum Thema Bewegung finden Sie in unserem Artikel „Kräftig trotz Krebs“.

6. Die Regeneration: Schlafen Sie ausreichend

Empfohlen sind zwischen 7 und 8 Stunden Schlaf pro Nacht.3 Diese sind für das Immunsystem sehr wichtig. So werden zum Beispiel verschiedene Immunzellen durch Schlafmangel unterdrückt, was anfälliger für Infekte macht.35 Auch Impfungen sind weniger effektiv, wenn man danach nicht ausreichend schläft.36

Leider ist gut und ausreichend zu schlafen für Krebspatient*innen oft besonders schwierig. Rund zwei Drittel leiden an Schlafstörungen. Die Deutsche Krebsgesellschaft gibt Tipps, was Sie dagegen tun können

Wenn Sie sich ständig müde und abgeschlagen fühlen, könnten Sie auch an Fatigue leiden. Dazu finden Sie hier mehr Infos.

7. Vermeiden Sie Dinge, die das Immunsystem schwächen

Länger anhaltender Stress schwächt die Immunabwehr.37 Stress zu minimieren ist aber während einer Krebserkrankung, die viele Sorgen, Emotionen und Belastungen mit sich bringt, nicht so einfach.2, 3
  • Eine gute Anlaufstelle sind Krebsberatungsstellen. Dort erhalten Sie nicht nur psychoonkologische Unterstützung sondern auch Informationen über praktische Hilfestellungen, wenn Sie z.B. Hilfe im Haushalt benötigen.
  • Weitere gute Informationen zum Thema Stress und Krebs allgemein bietet der Krebsinformationsdienst.
  • Entspannungsübungen, Bewegung und Programme zur Stressbewältigung können auch hilfreich sein.,41
Übrigens: Auch wenn das viele Menschen glauben, ist bisher kein direkter Zusammenhang zwischen Stress und einem erhöhten Krebsrisiko belegt (indirekt schon: durch Rauchen, mehr Alkohol und einseitige Ernährung).

Wenn Sie Alkohol trinken, dann sollten Sie das nur in moderaten Mengen tun.3 Bereits zwei Gläser Alkohol bei Frauen und drei Gläser bei Männern bringen das Immunsystem aus dem Gleichgewicht und Infekte können nicht mehr so gut abgewehrt werden.23

Ab und an etwas Alkohol zu trinken, ist unbedenklich. Zwei Dinge sind aber mittlerweile unbestritten: Gesundheitliche Vorteile hat Alkohol nicht und je mehr Alkohol man trinkt, desto schädlicher ist er.38

Der World Cancer Research Fund empfiehlt zur Krebsprävention möglichst keinen Alkohol zu trinken, da Alkohol die Entstehung vieler Krebsarten begünstigt. Wenn man Alkohol trinkt, sollten nationale Mengenempfehlungen nicht überschritten werden.46

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung und die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen empfehlen:

  • für Frauen: höchstens 10 – 12 Gramm Alkohol pro Tag: zum Beispiel ein kleines Bier (0,3 Liter) oder ein kleines Glas Wein (0,125 Liter).
  • für Männer: höchstens 20 – 24 Gramm Alkohol pro Tag: zum Beispiel ein großes Bier (0,5 Liter) oder ein großes Glas Wein (0,25 Liter).
  • an mindestens zwei Tagen in der Woche keinen Alkohol zu trinken.
  • Hinweis: Diese Angaben sind nicht als Aufforderung zu verstehen, um Alkohol zu trinken. Es gibt keine Alkoholmenge, die bei einem regelmäßigen Konsum absolut unbedenklich ist. 17

Vorsicht ist auch während der Krebstherapie und bei der Einnahme von Medikamenten geboten: hier kann bereits eine geringe Menge Alkohol ungünstig sein und zu teilweise gefährlichen Wechselwirkungen mit Medikamenten führen oder deren Wirkung verändern (daher am besten Rücksprache mit dem behandelnden Arzt oder Apotheker halten).

Ausführliche und gute Infos zu Alkohol und Gesundheit allgemein finden Sie auf Gesundheitsinformation.de.

Mehr speziell zum Thema Alkohol und Krebs gibt es beim Krebsinformationsdienst und beim World Cancer Research Fund (auf Englisch).

In unserem Rezeptbereich finden Sie Rezeptideen für schmackhafte alkoholfreie Cocktails.

Rauchen schädigt die Schleimhäute in den Atemwegen, wodurch Erreger nicht mehr so gut abgefangen und abtransportiert werden können. Und auch Immunzellen selbst werden direkt durch Inhaltsstoffe von Zigarettenrauch negativ beeinflusst und das Immunsystem wird geschwächt.39 Bei Rauchern treten daher zum Beispiel häufiger Atemwegsinfekte und Lungenentzündungen auf.24

Schlussbemerkung

Wir konnten Ihnen in diesem Artikel hoffentlich zeigen, dass es zwar nicht das eine Wundermittel für ein gutes Immunsystem gibt, dafür aber viele einzelne Bereiche, in denen Sie aktiv werden können.

Starten Sie in dem Bereich, in dem Sie bei sich den größten Bedarf sehen, oder nehmen Sie sich für jeden Bereich einen kleinen Schritt zur Verbesserung vor. Das tolle ist, dass sich eine positive Veränderung in einem Bereich auch positiv auf andere Bereiche auswirken kann (z.B. besserer Schlaf durch mehr Bewegung, oder mehr Kraft im Alltag durch eine bessere Kalorienversorgung und dadurch mehr Freude an Bewegung).

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    &source=search_result&selectedTitle=7~150&usage_type=default&display_rank=7 (letztes Update: 09/2018)
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  8. Krebsinformationsdienst. Immunsystem – Bedeutung bei Krebs. Deutsches Krebsforschungszentrum. https://www.krebsinformationsdienst.de/tumorarten/grundlagen/immunsystem.php (letzte Aktualisierung 05/2017)
  9. A. Bechthold. Presseinformation – Deutschland ist kein Vitaminmangelland. Deutsche Gesellschaft für Ernährung. 02/2012 https://www.dge.de/presse/pm/deutschland-ist-kein-vitaminmangelland/
  10. Synthetische oder natürliche Mikornährtstoffe? Klartext Nahrungsergänzung (ein Angebot der Verbraucherzentrale) https://www.klartext-nahrungsergaenzung.de/faq/projekt-klartext-nem/synthetische-oder-natuerliche-mikronaehrstoffe-22914 (letzter Zugriff 03/2020)
  11. Fachgesellschaft für Ernährungstherapie und Prävention. Nahrungsergänzungsmittel: das sollte ich wissen. FETeV Redaktion, 11/2017 https://fet-ev.eu/nahrungsergaenzungsmittel/
  12. Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit. Schnellwarnungen RASFF: Lebensmittelsicherheit/Meldungen 2019 https://www.bvl.bund.de/DE/Arbeitsbereiche/
    01_Lebensmittel/01_Aufgaben/04_Schnellwarnsystem/02_rasff_meldungen_vergangener_Jahre/04_LM/lm_schnellwarnsystem_rasff_zusammenstellung_lm_2019.pdf?__blob=publicationFile&v=3
  13. Bundesinstitut für Risikobewertung. Nährstoffversorgung? Teller statt Tablette! Fragen und Antworten des BfR zu Nahrungsergänzungsmitteln. 12/2018 https://www.bfr.bund.de/
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  24. S. Gibis. Immunsystem stärken gegen Erkältungen. Apotheken Umschau. https://www.apotheken-
    umschau.de/Immunsystem/Immunsystem-staerken-gegen-Erkaeltungen-553331.html [letzte Aktualisierung: 12/2019]
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  27. Das angeborene und das erworbene Immunsystem. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) https://www.gesundheitsinformation.de/das-angeborene-und-das-erworbene-immunsystem.2255.de.html [letzte Aktualisierung 04/2020]
  28. Vitaminprodukte: Viel hilft viel – stimmt das? Verbraucherzentrale https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/lebensmittel/nahrungsergaenzungsmittel/vitaminprodukte-viel-hilft-viel-stimmt-das-8589 [Stand: 05/2020]
  29. S. Menzel und K. von Kieseritzky. Nahrungsergänzung bei Krebs: Nutzen oder Schaden? Onko Internetportal, deutsche Krebsgesellschaft. https://www.krebsgesellschaft.de/onko-internetportal/basis-informationen-krebs/bewusst-leben/basis-informationen-krebs-bewusst-leben-ernaehrung/nahrungsergaenzun.html [letzte Aktualisierung 05/2018]
  30. Welche Organe gehören zum Immunsystem? Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) https://www.gesundheitsinformation.de/welche-organe-gehoeren-zum-immunsystem.2254.de.html [letzte Aktualisierung 04/2020]
  31. Ballaststoffe – wertvoll für Ihre Gesundheit. Deutsche Gesellschaft für Ernährung. e. V., 1. Auflage, 2013. https://www.dge-medienservice.de/fileuploader/download/download/?d=0&file=custom%2Fupload%2FFile-1375971957.pdf
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  38. Alkohol. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) https://www.gesundheitsinformation.de/alkohol.3447.de.html [letzte Aktualisierung 11/2019]
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  42. M.L. Heimann and F.L. Greenway. A healthy gastrointestinal microbiome is dependent on dietary diversity. Molecular Metabolism, 2016;5(5):317-320.
  43. P. Prien. Sport bei Krebs: So wichtig wie ein Medikament. Onko Internetportal, deutsche Krebsgesellschaft https://www.krebsgesellschaft.de/onko-internetportal/basis-informationen-krebs/basis-informationen-krebs-allgemeine-informationen/sport-bei-krebs-so-wichtig-wie-.html [letzte Aktualisierung: 08/2018]
  44. Europäische Kodex zur Krebsbekämpfung https://cancer-code-europe.iarc.fr/index.php/de/
  45. Deutschlandfunk. Warum das Immunsystem gefährlich werden kann. https://www.deutschlandfunk.de/covid-19-warum-das-immunsystem-gefaehrlich-werden-kann.676.de.html?dram:article_id=473688
  46. World Cancer Research Fund https://www.wcrf.org/dietandcancer/recommendations/limit-alcohol-consumption

Erstellt am: 3. Dezember 2020
Nächste geplante Aktualisierung: 2023

Autorin: Carina Eckhardt, M.Sc. Diätologin
Recherche, Qualitätssicherung und Inhaltliche Freigabe: Nicole Erickson, M.Sc. Ernährungswissenschaftlerin, Diätassistentin
Redaktion und didaktische Überarbeitung: Sandra Neubauer, Anne Blumers

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Darf ich Milchprodukte essen und Milch trinken, wenn ich Krebs habe?

Milch und Milchprodukte sind wichtige Lieferanten von Eiweiß, Energie, Calcium, Vitamin D und vielen weiteren Nährstoffen. Sie können Ihnen dabei helfen, Ihren bei Krebs erhöhten Eiweißbedarf zu decken. Auch wenn Sie Schwierigkeiten haben ausreichend zu essen und dadurch Gewicht- und Muskelmasse verlieren, sind Milchprodukte eine gute Wahl.

Gibt es Alternativen, wenn ich keine Kuhmilchprodukte essen will?

Wenn Sie überwiegend auf Milchalternativen zurückgreifen, achten Sie darauf, dass den Produkten Calcium und Vitamin D zugesetzt sind. Die meisten Milchalternativen haben auch nur einen geringen Eiweißanteil (z.B. Kokosmilch, Mandelmilch, Hafermilch, Reismilch). Achten Sie bei der Verwendung dieser Milchalternativen also darauf, ausreichend andere Eiweißquellen in Ihren Speiseplan einzubauen. Sojamilch ist eine der wenigen Ausnahmen, die einen ähnlichen Eiweißgehalt, wie Kuhmilch aufweist.

Hier finden Sind eine Tabelle mit den Nährwertzusammensetzungen von verschiedenen Milchsorten bzw. Milchalternativen. Bitte beachten Sie, dass sich die Nährwerte von Hersteller zu Hersteller und von Produkt zu Produkt unterscheiden können.

Hat Milchkonsum einen Einfluss auf die Krebsentstehung?

Der gemeinnützige World Cancer Research Fund sichtet und bewertet regelmäßig tausende von Studien, die weltweit den Zusammenhang zwischen Ernährung, Bewegung und der Entstehung von Krebs untersuchen.

Dem neusten Bericht von 2018 zufolge, gibt es starke Hinweise darauf,

  • dass der Verzehr von Milch und Milchprodukten das Risiko für Darmkrebs verringert.

Sehr eingeschränkte Hinweise gibt es darauf,

  • dass der Verzehr von Milch und Milchprodukten das Riskio für Brustkrebs vor der Menopause verringert,
  • und dass ein hoher Verzehr von Milch und Milchprodukten (mehr als 400 g täglich) das Risiko für Prostatakrebs erhöht.

Für die Entstehung anderer Krebsarten gibt es bisher keine überzeugenden Beweise, die einen positiven oder negativen Zusammenhang mit dem Verzehr von Milch und Milchprodukten bestätigen.

Wie viel Milch und Milchprodukte soll ich pro Tag essen?

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt täglich 200 – 250 g Milch und Milchprodukte sowie zwei Scheiben (50 – 60 g) Käse. Gut für die Verdauung sind dabei besonders fermentierte Milchprodukte wie Joghurt, Kefir und Buttermilch.

Wenn Sie ungewollt an Gewicht verlieren, weil Sie Schwierigkeiten haben, genügend Kalorien aufzunehmen, können Sie mehr Milch und Milchprodukte – besonders die fettreichen – in Ihren Speiseplan einbauen und z.B. Sahne, Crème fraîche und Butter zur Anreicherung von Speisen verwenden.

Fettarme vs. vollfette Milch und Milchprodukte: Welche sind für mich besser geeignet?

  • Wenn Sie Gewicht verlieren oder nur wenig essen können: greifen Sie zu Milch und Milchprodukten mit einem hohen Fettgehalt. Diese können Ihnen dabei helfen, Ihr Gewicht zu stabilisieren. Eine Gewichtsstabilisierung bringt Ihnen Vorteile wie Erhalt der Muskelmasse, besseres Therapieansprechen und geringere Infektanfälligkeit.
  • Wenn Ihr Gewicht stabil ist: wählen Sie den Fettgehalt, der Ihnen am besten schmeckt und bekommt.
  • Wenn Sie eher Gewicht zunehmen: wählen Sie fettarme Milch und Milchprodukte, wenn Sie an dieser Stelle Kalorien sparen wollen.

Tipp: Mischen Sie selbst naturbelassene Milchprodukte (z.B. Naturjoghurt) mit Obst, Gemüse, Kräutern und Gewürzen. Die stark verarbeiteten Milchprodukte wie z.B. Fruchtjoghurt und Milchmischgetränke enthalten oft viel zugesetzten Zucker.

Wurden Milch und Milchprodukte von den kanadischen Ernährungsempfehlungen gestrichen?

In einigen Medien wurde berichtet, dass Milch- und Milchprodukte nicht mehr Teil der aktuell erschienenen kanadischen Ernährungsempfehlungen sind. Diese Aussage ist so nicht ganz richtig. Milch und Milchprodukte werden nicht mehr als eigene Gruppe aufgeführt, sondern werden mit anderen Eiweißlieferanten zusammengefasst dargestellt (Fleisch, Eier, Soja, Nüsse, etc.). Pflanzliche Eiweißquellen sollen lt. den kanadischen Empfehlungen bevorzugt konsumiert werden, da diese mehr Ballaststoffe und weniger gesättigte Fettsäuren enthalten. Das heißt aber nicht, dass Milch oder andere tierische Eiweißlieferanten nicht mehr gegessen werden sollen. Eiweißreiche Lebensmittel (aus tierischer und pflanzlicher Herkunft) sollten ¼ der täglichen Nahrungsaufnahme entsprechen. Für Kinder soll der Konsum von Milch und Milchprodukten nicht eingeschränkt werden.

Quellen

Government of Canada. Eat protein foods, Food Guide Canada, 2019. https://food-guide.canada.ca/en/healthy-eating-recommendations/make-it-a-habit-to-eat-vegetables-fruit-whole-grains-and-protein-foods/eat-protein-foods/ (letzte Aktualisierung: 01/2019)

Government of Canada. Eat a variety of healthy foods each day, Food Guide Canada, 2019. https://food-guide.canada.ca/en/

World Cancer Research Fund/American Institute for Cancer Research. Continuous Update Project. Diet, Nutriton, Physcial Activity and the Prevention of Cancer. Summary of evidence. https://www.wcrf.org/sites/default/files/Matrix-for-all-cancers-A3.pdf (Zugegriffen am 7.2.2019)

S͆rednicka-Tober, D. et al. Higher PUFA and n-3 PUFA, conjugated linoleic acid, α-tocopherol and iron, but lower iodine and selenium concentrations in organic milk: A systematic literature review and meta- and redundancy analyses. Br. J. Nutr. 115, 1043–1060, 2016.

Max Rubner-Institut. Ernährungsphysiologische Bewertung von Milch und Milchprodukten und ihren Inhaltsstoffen. Bundesforschungsinstitut für Ernährung und Lebensmittel, 2014.

Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V. DGE-Ernährungskreis. https://www.dge.de/
ernaehrungspraxis/vollwertige-ernaehrung/ernaehrungskreis/. (Zugegriffen am 2.2.2019)

Erstellt am: 3. Juni 2019
Nächste geplante Aktualisierung: 2022

Autorin: Carina Eckhardt, M.Sc. Diätologin
Recherche, Qualitätssicherung und Inhaltliche Freigabe: Nicole Erickson, M.Sc. Ernährungswissenschaftlerin, Diätassistentin
Redaktion und didaktische Überarbeitung: Sandra Neubauer, Anne Blumers

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Was ist Trinknahrung?

Was Sie über Trinknahrung wissen müssen:

Trinknahrung ist Ihre Geheimwaffe in schwierigen Zeiten.

  • Sogenannte vollbilanzierte Trinknahrung (auch Astronautennahrung genannt) enthält alle lebensnotwendigen Kalorien und Nährstoffe, die Ihr Körper braucht.
  • Sie ist flexibel einsetzbar: als Ergänzung oder als Ersatz für normale Lebensmittel.
  • Verwenden Sie zusätzlich Trinknahrung mit mindestens 1,5 kcal/ml, wenn Ihnen das Essen schwer fällt oder wenn Sie abnehmen, obwohl Sie normal essen.
  • Trinknahrung kann auch eine Entlastung sein, wenn Sie viel unterwegs sind oder es Sie sehr anstrengt, Essen zuzubereiten.
  • Sie bekommen Trinknahrung in der Apotheke, im Sanitätshaus oder Online.
  • Ihr Arzt kann Ihnen ein Rezept für Trinknahrung geben.
  • Es gibt mittlerweile zahlreiche Geschmacksrichtungen in flüssiger Form, als Pulver oder als Pudding.

Was ist Trinknahrung?

Medizinische Trinknahrung gibt es in vielen Varianten. Je nach Anwendungsgebiet unterscheiden sich ihre Inhaltsstoffe und ihr Kaloriengehalt. Für Krebspatienten im Kampf gegen Gewichtsverlust und Mangelernährung eignet sich die sogenannte vollbilanzierte, hochkalorische Trinknahrung. Vollbilanziert bedeutet, die Trinknahrung enthält alle lebensnotwendigen Nähr- und Vitalstoffe wie Kalorien, Eiweiß, Kohlenhydrate, Fette, Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente. Deshalb kann sie als Ergänzung oder bei Bedarf auch als Ersatz für normale Lebensmitteln verwendet werden.

Durch die hohe Energiedichte (mindestens 1,5 kcal/ml) enthalten bereits kleine Portionen viele Kalorien und Nährstoffe. Das heißt, um den Körper zu versorgen reicht der Verzehr kleinerer Mengen aus.

Trinknahrung ist in verschiedenen herzhaften und süßen Geschmacksrichtungen erhältlich, in flüssiger Form, als Pulver oder Pudding.

Die Ursprünge der heutigen Trinknahrung liegen in der Astronautenkost, die erstmals in den 1960er Jahren in der Raumfahrt verwendet wurde. Deshalb wird sie auch Astronautennahrung genannt.

Wann wird Trinknahrung eingesetzt und wird Sie von der Krankenkasse bezahlt?

Trinknahrung dient dem Erhalt oder der Verbesserung des Ernährungszustandes. Ihr Arzt kann Ihnen Trinknahrung wie ein Arzneimittel verordnen: Sie erhalten dann ein Rezept, mit dem Sie sich die Flüssignahrung in der Apotheke holen können. Dann übernimmt die Krankenkasse die Kosten.

Trinknahrung kann verschrieben werden, bei:

  • diagnostizierter Mangelernährung
  • ungewollter Gewichtsabnahme
  • Beschwerden, die die normale Ernährung erschweren (Appetitlosigkeit, Kau- und Schluckstörungen)
  • nachgewiesenem Energie- und Proteinmangel
  • erhöhtem Energie- und Eiweißbedarf, der nicht über die normale Ernährung gedeckt werden kann

Was sind die Vorteile von Trinknahrung?

  • Große Geschmacksvielfalt (neutral, süß, pikant, fruchtig, milchig)
  • Verschiedene Konsistenzen verfügbar (Drink, Pudding, Pulver)
  • Voll ausbilanziert – es ist alles enthalten was der Körper braucht (Eiweiß, Fett, Kohlenhydrate, Kalorien, Vitamine, Mineralstoffe, …)
  • Hohe Energiedichte
  • Proteinreich
  • Auch lactosearm bzw. –frei und glutenfrei erhältlich
  • Sofort verzehrfertig, einfache Handhabung
  • Praktisch unterwegs, gut transportabel
  • Angenehme Portionsgrößen
  • Verordnungsfähig – der Arzt kann Trinknahrung verschreiben
  • Wirksamkeit klinisch nachgewiesen

Welche Trinknahrung gibt es

Trinknahrung unterscheidet sich in verschiedenen Kategorien:

  1. Kaloriengehalt: Trinknahrungen unterscheiden sich in ihrem Kaloriengehalt pro Milliliter. Für Krebspatienten eignet sich die hochkalorische Trinknahrung. Sie hat mindestens 1,2 kcal pro ml.
  2. Nährstoffe: Auch die Nährstoffzusammensetzung von Trinknahrung kann unterschiedlich sein. Je nachdem für welchen Zweck und für welches Krankheitsbild sie entwickelt wurde. Für Krebspatienten empfehlen wir die sogenannte vollbilanzierte Trinknahrung. Sie enthält alle Nährstoffe, die der Körper braucht und ist deshalb die ideal Ergänzung zur normalen Ernährung oder kann diese sogar komplett ersetzen, wenn es Ihnen schwer fällt, normale Nahrung aufzunehmen.
  3. Geschmack: Es gibt Trinknahrung in verschiedensten Geschmacksrichtungen in süß, neutral und herzhaft. (Welche das genau sind, sehen Sie in unserer Übersicht: Geschmacksrichtungen Trinknahrung)
  4. Konsistenz: Es gibt Trinknahrung flüssig, puddingartig und als Pulver zum Anrühren als Getränk oder zum Einrühren in normales Essen.
  5. Grundlage / Basis: Trinknahrung gibt es auf Basis von Milch, Joghurt, Saft oder natürlicher Lebensmittel.

Wo gibt es Trinknahrung und was kostet sie?

Trinknahrung erhalten Sie in der Apotheke, in Sanitätshäusern oder im Online-Fachhandel. Die einzelnen Hersteller haben meistens auch Online-Shops.

Ohne Rezept kostet ein 200 ml Fläschchen Trinknahrung circa 3 Euro. Es gibt aber auch größere Pakete, die dann günstiger werden. Trinknahrungspulver kostet zwischen 7 und 15 Euro pro 400-Gramm-Dose.

Tipps zum Kochen mit Trinknahrung

  • Trinknahrung kann erwärmt, gekühlt und gefroren serviert, oder auch zum Backen und Kochen verwendet werden.
  • Generell sollten die Trinknahrungen, auch in Pulverform, nicht zu sehr erhitzt werden, damit die Nährstoffe in ihrer angegebenen Menge und Qualität erhalten bleiben.
  • Eine kurzfristige Erhitzung auf 60 ° – 70 °C ist jedoch möglich und schadet den meisten Nährstoffen nicht. • Allerdings sollten die Nahrungen nicht gekocht werden, da sie sonst ausflocken. Deshalb die Trinknahrung möglichst erst zum Ende der Zubereitung zu den Speisen zugeben und unter ständigem Rühren nur kurz erhitzen. So bleiben die meisten Nährstoffe erhalten.
  • Haben die Speisen und Getränke eine Temperatur unter 70 °C , kann Trinknahrungspulver direkt in das gewünschte Nahrungsmittel eingerührt werden. Bei einer höheren Temperatur muss das Pulver zunächst in wenig lauwarmer Flüssigkeit angerührt werden (25–50 ml), damit es sich gut löst. Die Mischung wird dann kurz vor dem Servieren zum gewünschten Nahrungsmittel gegeben. Während oder nach der Zugabe des Pulvers sollte die Flüssigkeit nicht mehr aufgekocht werden.
  • Durch die beige Farbe der neutralen Varianten bekommen helle Gerichte wie z.B. Kartoffelbrei oder Vanillepudding ebenfalls ein karamelfarbiges Aussehen. Das kann sehr gut durch Zugabe von etwas Sahne oder bei pikanten Gerichten durch Kräuter aufgehoben werden.
  • Den etwas süßlichen Geschmack von neutralen Sorten können Sie mit etwas Sauerrahm / saurer Sahne und auch Essig oder Zitronensaft ausgleichen (Achtung: bei Mengen über 1 Teelöffel kann die Säure dazu führen, dass die Trinknahrung gerinnt).
    Tipps zum Backen mit Trinknahrung
  • In Teige kann Trinknahrungspulver sehr gut untergearbeitet werden. Es können ca. 50 – 80 g pro 100 g Mehl zugefügt werden.
  • Die in der Zubereitungsanleitung angegebene Milch oder Sahnemenge kann bspw. bei Rührteigen, Pfannkuchen, Waffeln oder auch Gratins durch Trinknahrung ersetzt werden und wie in der Anleitung beschrieben zubereitet werden.

 

Praxistipps Drinks

  • Langsam und schluckweise trinken. Nehmen Sie sich für ein Fläschchen mindestens eine halbe Stunde Zeit, damit die Trinknahrung gut verdaut werden kann und keine Verdauungsbeschwerden entstehen.
  • Schön anrichten (in Glas umfüllen, mit Strohhalm servieren)
  • Als gekühlter Shake mit Eiswürfel
  • Trinknahrung mit Milch, Kakao, Kaffee, Mineralwasser oder Fruchtsäften mischen
  • Eiswürfel zum Lutschen daraus herstellen
  • Als Soße über Obstsalat gießen
  • Unter einen Pudding oder in Brei mischen
  • Wenn Sie auch noch normale Nahrung essen, nicht vor bzw. zu einer Hauptmahlzeit trinken, sondern lieber als Dessert oder Zwischenmahlzeit
  • Neutrale Sorten statt Milch verwenden (z.B. in Rührei, Semmelknödel, Kuchen,…)
  • Neutrale Sorten in Suppen und Soßen unterrühren

Praxistipps Cremes/Pudding

  • Gut gekühlt genießen
  • Frisches Obst kleinschneiden und unterheben
  • Cremes unter Haferbreie mischen
  • Warme Beeren auf das Vanilledessert geben, Art „heiße Liebe“
  • Cremes unter Joghurt oder Quark mischen
  • Als Creme über Obstsalat geben
  • Löffelbiskuit abwechselnd mit Creme schichten und mit Kakao bestäuben
  • Cremes als Füllung für Pfannkuchen verwenden
  • Tipp: Cremes ins Gefrierfach legen, danach kurz auftauen lassen und eisgekühlt als „Sorbet“ genießen.

Praxistipps Suppen

    • Pikante Trinknahrungen mit Gemüsebrühe mischen
    •  In Suppen oder Soßen unterrühren
    •  Frische Kräuter (Petersilie, Schnittlauch, Liebstöckel, Oregano, Basilikum, Thymian, Rosmarin,…) untermischen oder als Garnitur darüber streuen
    • Suppen mit gerösteten Kernen (Kürbis, Sesam, Sonnenblumen) bestreuen
    • Suppen mit einem Schuss Sahne verfeinern oder mit einem Klecks Schmand garnieren und servieren
    • Suppen als Soße zu Fleischstreifen, Reis, Nudeln oder Kartoffeln
    • Suppe mit gewürfeltem Käse servieren
    • Speck-, Schinken- oder Tofuwürfel oder Croutons anbraten und darüber streuen
    • Hackfleischbällchen in Tomatensuppe geben und mit Mozzarella überbacken, dazu passt Reis

Wie lange ist Trinknahrung haltbar und wie sollte sie gelagert werden?

  • Trinknahrung sollte bei Raumtemperatur gelagert werden.
  • Eine Lagerung bei höheren Temperaturen ist zu vermeiden, da es ein verstärktes Absinken des pH-Wertes, eine dunklere Farbe und einen beschleunigten Vitaminabbau bewirkt.
  • Nach Anbruch sind Flüssigkeiten im Kühlschrank aufzubewahren und innerhalb von 24 Stunden zu verbrauchen.
  • Angerührte Zubereitungen müssen sofort verzehrt werden.

 

Download:

Rezepte mit Trinknahrung

Rezeptvorlage

Pro Rezept  können 3 Geschmacksrichtungen angeführt werden oder ein „Mischkarton“ der alle Sorten beinhaltet.

Wenn man einen Mischkarton angibt, können Sie sich eventuell die Sorten in der Apotheke individuell zusammenstellen lassen. Das hängt aber von der Apotheke ab und auch in welchen Einheiten die Trinknahrung verkauft wird.

Bei manchen Herstellern können Sie nach einem kurzen Beratungsgespräch eine passende Probe zugesendet bekommen und so verschiedene Geschmacksrichtungen und Hersteller ausprobieren.

Erstellt am: 22. Mai 2019
Nächste geplante Aktualisierung: 2022

Autorin: Carina Eckhardt, M.Sc. Diätologin
Recherche, Qualitätssicherung und Inhaltliche Freigabe: Nicole Erickson, M.Sc. Ernährungswissenschaftlerin, Diätassistentin
Redaktion und didaktische Überarbeitung: Sandra Neubauer, Anne Blumers

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Warum soll ich während einer oralen Krebstherapie keine Grapefruit essen?

Viele von Ihnen haben vermutlich bereits gehört, dass Sie während der Medikamenteneinnahme auf Grapefruit und Grapefruitsaft verzichten sollten. Aber warum eigentlich?

Der Grund dafür sind bestimmte Inhaltsstoffe der Grapefruit – Furanocumarine und Naringin. Diese Stoffe hemmen im Dünndarm Enzyme, die am Abbau vieler Medikamente beteiligt sind. Dies betrifft auch diverse oral eingenommene Chemotherapeutika und Immunsuppressiva, die z.B. nach einer Stammzellentransplantation eingenommen werden müssen.

Bei einigen Medikamenten führt die Blockierung der Enzyme dazu, dass größere Mengen des Wirkstoffs aufgenommen werden, als gewünscht – das Medikament wird also überdosiert. Das kann zum Teil schwerwiegende und lebensbedrohliche Nebenwirkungen auslösen.

Doch auch der umgekehrte Fall kann eintreten: Manche Medikamente brauchen die blockierten Enzyme, um wirken zu können. Diese Medikamente werden also in ihrer Wirkung geschwächt oder ganz wirkungslos.

Um diese Effekte auszulösen, kann schon ein einziges Glas Grapefruitsaft (200 ml) ausreichen! Die Enzyme bleiben davon dann mehrere Tage lang gehemmt und sind frühstens nach 3 Tagen wieder vollständig hergestellt. Es bringt also nichts, Grapefruitprodukte zeitversetzt zu den Medikamenten einzunehmen.

Verzichten Sie deshalb während der gesamten Dauer einer oralen Krebstherapie auf alle Arten von Grapefruits und Grapefruitsaft, um mögliche unerwünschte Nebenwirkungen oder einen Wirkverlust Ihrer Medikamente zu vermeiden. Bedenken Sie, dass auch in Multivitaminsäften oder Marmeladen Grapefruit enthalten sein kann.

Wenn Sie eine Chemotherapie über die Venen (intravenös) verabreicht bekommen, halten Sie am besten Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, ob sie auf Grapefruit verzichten müssen. Da die meisten Patienten jedoch zusätzlich noch weitere Medikamente oral einnehmen, die möglicherweise Wechselwirkungen mit Grapefruit haben können, sind Sie auf der sicheren Seite, wenn Sie ebenfalls auf Grapefruit verzichten oder sich die Beipackzettel Ihrer Medikamente genau durchlesen.

Darf ich Ananas, Pomelo & Co essen?

Für Pampelmusen/Pomelos, Pomeranzen (Bitter- oder Sevilla-Orangen) und Clementinen gibt es Hinweise auf eine ähnliche enzymhemmende Wirkung. Sie sollten daher auch auf diese Zitrusfrüchte verzichten, wenn Ihre Medikamente Wechselwirkungen mit Grapefruit aufweisen.

Die gleichzeitige Einnahme von bestimmten Medikamenten mit Orangensaft und Apfelsaft kann möglicherweise die Aufnahme aus dem Darm vermindern. Dies wurde in Studien bei einzelnen Medikamenten zur Blutdrucksenkung und Antihistaminika nachgewiesen. Diese Medikamente sollten nicht zeitgleich mit Säften eingenommen werden, um mögliche Wechselwirkungen zu vermeiden. Eine zeitverzögerte Einnahme mit einem Abstand von mind. 4 Stunden ist daher empfehlenswert.

In Zellstudien hat auch Ananassaft die Aktivität von bestimmten Enzymen gehemmt, die am Abbau diverser Medikamente beteiligt sind. Es gibt noch zu wenige Untersuchungen, ob sich dies auf den Menschen übertragen lässt, welche Medikamente betroffen sind und ob die Auswirkung auf den Medikamentenspiegel überhaupt relevant ist. Empfehlungen lassen sich daher zum derzeitige Zeitpunkt nicht ableiten.

Was bedeutet das für die Praxis?

  • Verzehren Sie keine Grapefruit, Pomelo und Pomeranzen, während einer oralen Krebstherapie.
  • Lesen Sie immer die Packungsbeilage Ihrer Medikamente und verzichten sie auf die dort erwähnten Lebensmittel/Getränke, die Wechselwirkungen hervorrufen können.
  • Achten Sie grundsätzlich auf die Angaben auf den Beipackzetteln bezüglich Einnahmezeit und Wechselwirkungen.
  • Nehmen Sie Medikamente sicherheitshalber nicht zeitgleich mit Fruchtsäften ein.
  • Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, wenn Unsicherheiten bestehen.

Quellen:

A. Hahn. Ernährung und Arzneimittel, in: Biesalski H.K. et al. Ernährungsmedizin, Georg Thieme Verlag KG, 2018, S. 588-593.

American Institute for Cancer Research. Grapefruit, FAQ. http://www.aicr.org/foods-that-fight-cancer/grapefruit.html#ask-the-expert (letzter Zugriff: 15.01.2019)

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FDA. Grapefruit Juice and Some Drugy Don’t Mix. Us. Food & Drug Administration. https://www.fda.gov/ForConsumers/ConsumerUpdates/ucm292276.htm (letzte Aktualisierung: 07/2017)

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Erstellt am: 6. Mai 2019
Nächste geplante Aktualisierung: 2022

Autorin: Carina Eckhardt, M.Sc. Diätologin
Recherche, Qualitätssicherung und Inhaltliche Freigabe: Nicole Erickson, M.Sc. Ernährungswissenschaftlerin, Diätassistentin
Redaktion und didaktische Überarbeitung: Sandra Neubauer, Anne Blumers

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Wirken Superfoods gegen Krebs?

Superfoods sind ein echter Hype. Exotische Produkte wie Goji-Beeren, Hanfsamen, Spirulina und Quinoa werden als Superfood bezeichnet. Es gibt aber keine Studien, die eine besondere Wirkung dieser „Ausnahmetalente“ belegen. Im Gegenteil: Studienergebnisse zeigen, dass eine möglichst abwechslungsreiche und bunte Ernährung am besten sicherstellt, dass der menschliche Körper optimal versorgt wird. Außerdem gilt unter Therapie immer der Grundsatz den Körper möglichst fit zu halten und das erreichen Sie vor allem über ein stabiles Gewicht. Hinzukommt, dass die meisten teuren Superfoods  ein „heimisches“, billigeres Pendant haben. 

Superfoods und ihr Ruf als Allheilmittel

Superfoods sind angeblich besonders reich an verschiedenen guten Nährstoffen wie Vitaminen, Mineralstoffen und Antioxidantien. Darüber hinaus wird häufig behauptet, dass Superfoods einen positiven Beitrag zu unserer Gesundheit leisten würden. Durch ein ausgeklügeltes Marketing haben sie das Image von Naturheilmitteln.

“Superfood” ist kein offizieller Begriff

Der Begriff “Superfood” ist keine offizielle Klassifizierung. Jeder kann diesen Begriff nach eigenem Ermessen verwenden. Dies kann irreführend sein oder sogar zu einer einseitigen Ernährung führen. Eine Vielzahl an Studien belegen aber, dass gerade die Variation verschiedenster  Lebensmittel gesünder ist als der Verzehr von einem Produkt in großen Mengen.

Abwechslungsreiche Ernährung ist besser

Wenn man schon unbedingt von Superfoods reden will, dann könnten  eigentlich alle Lebensmittel Superfood genannt werden, die reich an Mikronährstoffen sind.  So betrachtet können fast alle Obst- und Gemüsesorten als Superfood gelten. Schliesslich enthalten sie wertvolle Vitamine und Mineralien, Sekundäre Pflanzenstoffe und oft auch Antioxidantien.

Eine abwechslungsreiche Ernährung in Verbindung mit gesundem Gewicht und Bewegung ist die gesündeste Lebensweise, die nachweislich das Krebsrisiko (in der Prävention, also vor und nach einer Erkrankung) senkt. Sollten Sie an Krebs erkrankt sein und sich unter Therapie befinden, gilt sowieso immer der Grundsatz das Gewicht möglichst stabil zu halten (lesen Sie hier mehr zum Thema: Wieso ist es so wichtig das Gewicht bei einer Krebserkrankung  stabil zu halten?).

Forschungsergebnisse zeigen, dass jeder Mensch Nährstoffe anders absorbiert, deshalb raten wir Ihnen Ihre Ernährung möglichst bunt und abwechslungsreich zu gestalten. So stellen Sie sicher, dass Sie die Nährstoffe erhalten, die für Ihren Körper gut und wichtig sind, anstatt sich auf ein oder mehrer Superfoods zu beschränken. Die meisten Stoffe in den exotischen Superfoods finden sich ebenfalls in den günstigeren „heimischen“ Pendants. Statt Chiasamen können Sie beispielsweise einfach Leinsamen wählen (Achtung: Leinsamen wirkt verdauungsfördernd, nicht bei Durchfall verwenden. Außerdem heben Leinsamen die Wirkung einiger Medikamente auf, also bitte mit dem Arzt abstimmen!)

Warnung für gesundheitsbezogene Angaben

Experten, unter anderem der World Cancer Research Fund, warnen vor gesundheitsbezogenen Angaben in der Werbung für Superfoods, da sie wissenschaftlich nicht belegt sind. Darüber hinaus enthalten die exotischen Produkte, die relativ teuer sind, oft weit weniger Vitamine und Mineralien, als uns die Hersteller und Händler glauben machen.

Der World Cancer Research Fund betont, dass es keine wissenschaftlichen Beweise dafür gibt, dass die “exotischen”Superfoods das Risiko an Krebs zu erkranken verringern oder gar das Wachstum von Krebszellen hemmen. 

Mehr zum Thema:

Mehr zum Thema Superfoods lesen Sie in diesem ausführlichen Artikel der Verbraucherzentrale: Superfood – Hype um Früchte und Samen

Erstellt am: 13. Dezember 2018
Nächste geplante Aktualisierung: 2021

Autorin: Carina Eckhardt, M.Sc. Diätologin
Recherche, Qualitätssicherung und Inhaltliche Freigabe: Nicole Erickson, M.Sc. Ernährungswissenschaftlerin, Diätassistentin
Redaktion und didaktische Überarbeitung: Sandra Neubauer, Anne Blumers