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Psychoonkologie

Psychoonkologie  bezeichnet die psychologische Betreuung von Krebspatient:innen. Eine weitere Bezeichnung ist Psychosoziale Onkologie. In den meisten Krebszentren finden Sie eine psychosoziale Beratungsstelle und auch außerhalb der Kliniken gibt es Beratungsstellen und niedergelassene Psychoonkologen, die Sie unterstützen können. 

Wann wende ich mich an die Psychoonkologie? 

Grundsätzlich ist immer ein guter Indikator: „Will ich professionelle Unterstützung?“ „Brauchen“ ist immer relativ. Sie selbst sollten sich austauschen wollen, kein anderer kann und sollte für Sie entscheiden, ob Sie Unterstützung in Anspruch nehmen wollen.

Folgende Themen können Ihnen helfen, Ihren Bedarf selbst einzuschätzen. 

  • Bestimmte Themen beschäftigen Sie immer wieder und bringen Sie ins Grübeln
  • Sie haben Fragen und Sorgen in Bezug auf Ihre Krankheitsbewältigung
  • Ihre Ängste/Sorgen in Bezug auf die Erkrankung beeinträchtigen Sie mehr als die eigentliche Erkrankung selbst (z.B. stundenlange Recherchen über die Erkrankung, Besuche bei „Heilern“ o.Ä.) und alltägliche Sachen/ Dinge, die Sie gerne machen, bleiben auf der Strecke
  • Sie fühlen sich von Ihrem Umfeld nicht verstanden 
  • Ihr Leben wird ausschließlich von der Krankheit bestimmt (auch in behandlungsfreien Phasen/ Phasen, in denen es Ihnen „gut“ geht) und Sie das ändern möchten
  • Sie haben familiärere Probleme (z.B. Umgang mit Ihrem Partner oder Ihren Kindern)
  • Sie haben emotionale Probleme (Sorgen, Ängste, Traurigkeit, Depression, Nervosität)
  • Sie haben spirituelle / religiöse Belange (in Bezug auf Gott, Verlust des Glaubens)
  • Sie haben körperliche Probleme (Schmerzen, Übelkeit, Erschöpfung, Schlaf, äußeres Erscheinungsbild, Essen/Ernährung, sexuelle Probleme o.Ä.) 

 Eine Psychotherapie geht über die Beratung hinaus, die während des stationären Aufenthalts in der Klinik oder in ambulanten psychosozialen Krebsberatungsstellen möglich ist: Sie bietet regelmäßige Gespräche – bei Bedarf auch über einen längeren Zeitraum

 

Wie finde ich einen Psychoonkologen / eine Psychoonkologin?

  • Das Behandlungsteam der Klinik kann für Sie psychoonkologische Unterstützung anfordern. 
  • Termine in ambulanten psychosozialen Krebsberatungsstellen oder psychoonkologischen Praxen können von Ihnen persönlich vereinbart werden.

Was tun, wenn man keine/n AnsprechpartnerIn in der näheren Umgebung findet? 

  • Manche Beratungsstellen bieten auch online oder telefonisch Sprechstunden an, sodass Sie Termine von zuhause aus wahrnehmen können. 
  • Auch der Krebsinformationsdienst unterstützt Sie telefonisch bei der Suche im Verzeichnis oder hilft, andere Unterstützungsmöglichkeiten zu finden:

täglich von 8.00 bis 20.00 Uhr, unter 0800 – 420 30 40 (kostenlos).

  • Auch die regionalen Krebsberatungsstellen oder psychoonkologische Dienste in Kliniken können häufig bei der Suche nach einer psychotherapeutischen Begleitung in Wohnortnähe behilflich sein.
  • Außerdem können sich Patienten bei ihren behandelnden ÄrztInnen, der zuständigen kassenärztlichen Vereinigung oder ihrer Krankenkasse nach TherapeutInnen erkundigen. Dabei können auch PsychotherapeutInnen ohne psychoonkologische Spezialisierung gute Ansprechpartner sein.




Diana Polekhina

Kommunizieren hilft

Benjamin Scharf (35) und seine Frau Lena Fiedler (28) haben sich mit uns über ihre Erfahrungen rund um das Thema Ernährung während der Chemotherapie und anderen Herausforderungen während einer Krebserkrankung unterhalten. Benjamin hat ein Klarzellsarkom, eine der seltensten und gleichzeitig leider agressivsten Tumorarten.

WEBK: Lieber Benjamin, liebe Lena, vielen Dank dass ihr beide euch heute die Zeit genommen habt mir ein bisschen von euren Erfahrungen rund um das Thema Ernährung während einer Chemotherapie zu sprechen. 

Was sind eure Erfahrungen zum Thema Chemotherapie?

Benjamin: Ich hatte 4 Zyklen a 3 Wochen Chemo. Die ersten Tage waren eigentlich immer am schwierigsten. Gerade beim ersten Mal war mir nach der ersten Infusion extrem übel und ich habe erbrochen. Dann habe ich die nächsten 4-5 Tage kaum etwas gegessen. Beim nächsten Zyklus habe ich dann weitere Medikamente gegen Übelkeit und Erbrechen bekommen und dann ging es mir viel besser.

Die Medikamente waren also das auschlaggebende für die bessere Verträglichkeit?

Benjamin: Ja, die Medikamente sollen im Hirn das Übelkeitsgefühl ausschalten und natürlich auch die Symptome in der Verdauung lindern. Das funktioniert vielleicht nicht 100%, aber schon gut. Bevor ich die Medikamente genommen habe, war das Gefühl ähnlich, wie bei einem starken Magen-Darm-Virus. Also wirklich elend. Da will und kann man einfach nicht essen und kaum trinken. Das ist mit Medikamenten schon viel besser. Man hat zwar immernoch ein flaues Gefühl und ich wollte eben auch nicht zu viel oder zu reichhaltig essen. Aber, wenn man das im Hinterkopf behält ist es ok.

Trotzdem war mein Appetit nicht so, wie sonst und ich war auch extrem vorsichtig. Wir haben es mit Suppen und Milchshakes probiert, also alles eher flüssig. Ähnlich eben, wie nach einer Magen-Darm-Erkrankung. Da fängt man ja auch erstmal langsam mit Schonkost an zu probieren, was man essen kann und will.

Schon 4-5 Tage nach der Chemo war zumindest bei mir dann alles wieder normal. Ich hatte dann sogar eher eine Phase in der ich mehr Hunger hatte als üblich. Einige Tage habe ich dann eigentlich nur gegessen.

Was würdest du aus deiner Erfahrung empfehlen?

Benjamin: Direkt vor und während der Chemo nur leichtes Essen und eher flüssig. Ich fand es auch besser wenn es nicht zu scharf und nicht zu würzig war.

Meine Tante hatte meinen Eltern vor meiner ersten Chemo Roulade mit Klößen mitgegeben. Ich fand das so nett und habe es gegessen. Das war keine gute Idee. Fettiges, deftiges Essen ist vermutlich direkt vor oder während der Chemo eher nicht empfehlenswert.

 

Abgesehen vom Essen, wie war die Zeit der Chemotherapie für euch beide? Könnt ihr uns die eine oder andere Situation schildern, die anderen vielleicht helfen könnte, eine ähnliche Situation zu umgehen oder zu meistern?

Benjamin: Wir beide können immer über alles reden. Das ist sehr wichtig.

Natürlich gibt es immer mal Situationen, die für den anderen irgendwie blöd sind. Zum Beispiel wollte ich, als es mir mal nicht so gut ging, eine Gemüsesuppe. Ich dachte, die könne ich gut essen. Aber als Lena sie dann gekocht hatte, ging es dann doch nicht. Ich glaube für einen Gesunden ist das schwer nachzuvollziehen. Aber der Kopf sagt dann einfach, du solltest das jetzt nicht essen. Wir versuchen dann einfach darüber zu reden und alles klar und deutlich auszusprechen.

Habt ihr euch auch mal Hilfe oder Unterstützung gesucht?

Benjamin: Ja, wir waren ein paar Mal in einer Psycho-onkologischen Praxis. Das hat auch nochmal geholfen, die Kommunikation besser und offener zu gestalten- Nochmal ein bisschen darüber zu reden, zu reflektieren und dem ganzen Raum zu geben.

Lena: Wir haben uns auch sehr bewusst damit auseinandergesetzt, was du essen kannst und auch, was du essen willst. Das war ganz am Anfang schwierig. Ich weiss noch, wie du am ersten Tag deines Chemozyklus meintest, du hättest gerne eine Süßkartoffelsuppe, also habe ich dir eine Süßkartoffelsuppe gemacht. Als die sie fertig war, meintest du: „ich hätte doch lieber eine Gemüsebrühe mit Nudeln.“ Also habe ich eine Gemüsebrühe mit Nudeln gemacht. Als sie fertig war, meintest du: “ich glaube, ich will doch lieber nichts essen.“ Am nächsten Tag hast du dir Kartoffelbrei gewünscht und als er fertig war, wolltest du den auch nicht mehr.

Das war schon frustrierend für mich.

Aber als wir dann später einfach nur Gemüsebrühe mit Nudeln an den ersten Tagen probiert haben, kam das auch nicht mehr vor. Und dank der Medikamente gab es in den weiteren Zyklen auch nicht mehr so starke Schwankungen.

 

Ich kann mir vorstellen, dass solche Situationen, wie von Lena beschrieben, auch für dich, Benjamin, nicht einfach waren? Hattest du das Gefühl dich doch überwinden zu müssen, weil du Lena sonst vor den Kopf stößt? Aus eigener Erfahrung weiss ich, dass es nicht nur rund um das Thema Essen, immer wieder zu solchen Situationen kommen kann.

 

Benjamin: Ich glaube, wenn es einem richtig schlecht geht, dann denkt man erstmal nicht an andere Leute. Aber klar habe ich die Situation schon auch als schwierig wahrgenommen und dann später versucht, mir vorher schon Gedanken zu machen, was ich essen kann.

Mir war auch wichtig schnell wieder eine gewisse Normalität herzustellen. Ich musste auch mal für mich sein. Und auch Lena und meine Eltern mussten wieder eine gewissen Normalität in ihrem Alltag herstellen. Ich wollte auch nicht ständig über Essen oder Magen-Darm-Probleme reden. Es ist wichtig aus der Schleife rauszukommen in der sich alles nur um Essen und Probleme damit dreht. Wir haben dann bewusst einfach andere Themen besprochen und versucht in den Alltag zurückzufinden.

Wenn man ständig gefragt wird „wie geht’s dir, wie geht’s dir? Hast du auch getrunken?“ ist das anstrengend. Ich habe mich manchmal gefühlt, wie ein Baby. Ich wollte das nicht, schließlich wollte ich schnell wieder selbstständig sein und zeigen, dass ich stark bin. Deshalb habe ich dann auch deutlich gesagt, jetzt lasst mich mal in Ruhe, das passt dann schon.

 

Wie war das für dich, Lena? Ist es als Angehöriger nicht auch schwer, seine Bedürfnisse helfen und unterstützen zu wollen, zurückzustellen?

 

Lena: Am schwierigsten war es wirklich am Anfang. Die ersten Tage des ersten Chemozyklus haben wir einfach total unterschätzt. Wir hatten nicht damit gerechnet, dass es Benjamin so schlecht geht. Da habe ich dann wirklich alle paar Minuten gefragt, wie es ihm geht oder was ich tun kann.

Ich habe ihn teilweise auch bevormundet. Ich hatte Zwieback gekauft, obwohl er das nicht wollte. Und den habe ich ihm dann einfach regelmäßig in die Hand gedrückt und darauf bestanden, dass er ihn isst. Schließlich hatte der Arzt gesagt, dass er auf keinen Fall Gewicht verlieren sollte. Außerdem habe ich beobachtet, wieviel er trinkt und mit Schrecken festgestellt, dass es viel zu wenig ist. Dann habe wir eine Strichliste geführt und sind damit wenigstens auf 1,5 Liter Wasser und Tee gekommen. Ansonsten war es aber ganz ok. Ich glaube ich war auch vorher gar nicht gemeint. Ich habe ja gesehen, wie es ihm ging und musste nicht nachfragen. Ich habe dann  irgendwann einfach jede Stunde ein volles Glas und einen Zwieback hingelegt.

Das Thema Mangelernährung ist bei einer Krebserkrankung und gerade in Verbindung mit einer Chemotherapie sehr wichtig. Habt ihr das Gefühl ihr seid in dieser Richtung genug informiert worden?

Benjamin: Wir haben schon mit dem Arzt darüber geredet, dass man bei einer Krebserkrankung einen erhöhten Kalorienbedarf hat. Es gibt ja auch Leute, die genauso weiteressen, wie vorher und trotzdem abnehmen, weil die schnell wachsenden Tumorzellen einfach mehr Energie brauchen.

Und dass mit einer Gewichtsabnahme während der Chemotherapie auch ein Verlust an Muskelmasse einhergeht und man dadurch schwächer wird, war mir auch klar. Das war jetzt kein ausführliches Gespräch, aber mir war das irgendwie auch klar.

Ich hatte zwar am Anfang meiner Erkrankung ein paar Kilo verloren und dann auch nochmals leicht, während der Chemo. Aber ich habe es nach der Chemotherapie geschafft auch wieder ein paar Kilogramm zuzulegen und mein Gewicht stabil zu halten.

Ich habe mich eher ausführlich zum Thema Sport informiert. Das war mir wichtig. Ich will eine gewisse Körperstärke und Ausdauer zurückgewinnen  Ich bin immer schon sehr sportlich gewesen. Wenn man sich danach fühlt, wird Sport zumindest in Maßen auch während der Chemotherapie empfohlen. Ich fühle mich auch wohler, wenn ich nicht so durchhänge. Auch das Allgemeinbefinden ist besser und ich bin nicht so müde, seit ich wieder Sport mache.

Du warst auch vor der Erkrankung schon sehr sportlich, oder?

Benjamin: Das ist vermutlich Ansichtssache. Ich habe Basketball im Verein gespielt. Ich war jetzt nie der muskulöseste oder schnellste im Team, aber schon trainiert. Am meisten hat meine Fitness eigentlich durch die OP nachgelassen, gar nicht durch die Chemotherapie. Hier in München an der Klinik kann man auch einen Fitnesstest während der Erkrankung machen. Dazu gehört auch ein Belastungs -EKG, weil die Chemotherapie auch aufs Herz gehen kann. Bei mir sah zum Glück alles gut aus und deshalb habe ich dann auch das OK von den Ärzten für Sport bekommen. Es ist aber auch einfach das Rauskommen an die frische Luft. Das ist einfach was anderes, als wenn man den Tag komplett auf dem Sofa verbringt, das macht noch müder. Natürlich muss man aber immer schauen, was geht und was man schafft. Ich muss zum Beispiel auch beim Muskeltraining aufpassen, wegen der OP Narbe. Das ist sicher sehr individuell.

 

Zusammenfassend lässt sich also sagen: Eher leichte, vielleicht auch flüssige Kost vor und während der Chemozyklen, leichte sportliche Betätigung unterstützt das Wohlbefinden und Angehörige sollten sich eher etwas zurücknehmen und vielleicht lieber andere Sachen als Essen mitbringen. Ihr habt auch viel auf Smoothies vertraut, hattet ihr mir erzählt.

 

Lena: Nicht direkt Smoohties, das war Schokoproteinpulver mit einem Schuss Milch, weil Milch ja oft auch nicht so vertragen wird, und Apfel und Banane.

Was hättet ihr noch für Tipps?

Benjamin: Oft muss man die Ärzte ein bisschen löchern, wenn man Fragen hat. Und in den Praxen ist da sicherlich mehr Zeit, als in den Kliniken. Aber wenn man sich traut zu fragen, kommen eigentlich immer Antworten, Ideen und Anregungen.

Was würdest du Angehörigen gerne mitgeben?

Benjamin: Gute Frage… vielleicht dass die Chemo heute nicht mehr so ist, wie man sie aus Filmen kennt. Das ist zumindest bei jungen, fitten Menschen nicht mehr der Totalausfall mit ununterbrochenem Übergeben und Chemobrain. Heutzutage hat sich da so viel getan, dass es eigentlich eher so ist, wie ein Erkältung oder eine leichte Magen-Darm-Verstimmung. Also müssen die Angehörigen sich nicht so viele Sorgen machen und den Betroffenen nicht wie ein Kleinkind behandeln. Lieber die Person miteinbeziehen und einfach mal fragen, worauf hast du Lust, was willst du machen? Und auch lieber vorher fragen, wenn man etwas zu essen mitbringen will, ob das das Richtige ist.

Man kann ja zum Beispiel auch bei euch auf der Seite schauen, was man essen kann.

Grundsätzlich ist kommunizieren wichtig, auch als Betroffener, auch mit den Ärzten. Jede Chemotherapie ist anders und jeder reagiert anders. Da muss man dann auch mit den Medikamenten gegen die Nebenwirkungen schauen, zum Beispiel gibt es welche, die zwar die Übelkeit unterdrücken aber einen Adrenalinrausch verursachen. Das heißt man kann dann plötzlich nicht mehr richtig schlafen. Deshalb muss man einfach viel mit den Ärzten reden und probieren, was für einen passt. Mein Onkologe hat den guten Satz gesagt „nach spätestens 6 Dosen weiß der Patient besser Bescheid, als der Arzt.“ Also einfach alles notieren, was funktioniert oder nicht und da auch die Angehörigen mit einbinden. Uns haben auch die Strichlisten geholfen, gerade, wenn es mit dem Essen und Trinken mal nicht so läuft.

Lena: Ich würde auch sagen, dass Wichtigste ist einfach reden und vor allem nicht einfach über den Kopf der Person hinweg entscheiden. Ben wusste ja am besten, was ihm gut getan hat und was er wollte. Wir haben uns nach ein paar Tagen darauf verständigt, dass er einfach sagt, wenn er etwas Bestimmtes wollte oder auf etwas Besonderes Appetit hatte. Ich glaube es ist aber schon auch wichtig, dass man zeigt, dass man da ist, weil man helfen will und nicht nur, weil man muss. Aber man darf sich auch nicht aufdrängen. Wenn es einem eh nicht gut geht, ist die Laune nicht gut und wenn dann einer zum 5. mal die gleiche Frage stellt, ist das natürlich anstrengend.

Würdet ihr raten die Hilfe eines Psychoonkologen in Anspruch zu nehmen? Ich glaube es gibt viele Betroffene, die gar nicht wissen, dass es auf Onkologie spezialisierte Psychologen gibt.

 

Diese Krankheit hat so viele Aspekte, neben den genannten auch  die Todesangst, der Umgang mit der Krankheit und den Ängsten, die Krankheit und der Beruf. Oder, wie erkläre ich es zum Beispiel meinen Kollegen, wie kommuniziere ich die Krankheit allgemein?

Ich selbst lese sehr viel und frage nach. Aber trotzdem habe ich gemerkt dass die Krankheit einen an Grenzen bringt, auch im Umgang mit Angehörigen.

Ich hatte letztes Jahr einige Einzelsessions mit einem Psycho-Onkologen und jetzt hatten wir nochmal gemeinsame im Klinikum Großhadern. Das tut schon gut. Ist aber nicht leicht jemanden zu finden. Zum Glück gibt es hier in München viel Förderung und Netzwerke, die einen auch bei der Suche und Finanzierung unterstützen. Es ist schon gut, wenn jemand mit einem erfahrenen Blick draufschaut.

Man sollte einfach mal seinen Arzt darauf ansprechen, ob er jemanden empfehlen oder sogar einen Kontakt herstellen kann. Es dauert ja auch bis man dann einen Termin hat.

Mir hat es geholfen Dinge klarer zu sehen und gelassener auch an die Therapie heranzugehen. Ich würde es empfehlen.

Hättet ihr euch rund um das Thema Ernährung mehr Unterstützung gewünscht? Klar, ihr habt das auch so gut hinbekommen, aber hättet ihr euch auch mehr Aufklärung gewünscht?

Ich glaube es wäre gerade auf psychologischer Ebene ganz gut zu sagen, macht euch auf das und das gefasst. Natürlich hat es am Ende gut funktioniert, aber vielleicht auch einfach ein Hinweis, wo man Informationen herbekommt, wäre gut.

Benjamin ist am 09.01.2021 plötzlich und relativ unerwartet verstorben. Wir wünschen seiner Frau Lena und seinen Angehörigen und Freunden viel Kraft für die schwierige Zeit ohne ihn.

Fotocredit: Diana Polekhina

Alkoholfreier Eierlikör

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Alkoholfreier Eierlikör

Vorbereitungszeit15 Min.
Zubereitungszeit20 Min.
Gericht: Getränk / Saft / Smoothie
Keyword: alkoholfrei, ballaststoffarm, dickflüssig, flüssig
Portionen: 4 Portionen
Kalorien: 185kcal

Zutaten

  • 4 Eier ≙ ca. 232 g (Größe M)
  • 200 ml Milch 1,5% Fett
  • 125 ml Sahne mind. 30% Fett
  • 100 g Zucker braun oder weiß
  • 50 g weiße Schokolade
  • 1 TL Ahornsirup ≙ ca. 5 g
  • Vanillestange

Anleitungen

  • Eier trennen und Eigelb mit Ahornsirup verrühren.
  • Mit 50 g Zucker über einem Wasserbad cremig rühren. Weiße Schokolade klein hacken und vorsichtig unterrühren, Masse vom Wasserbad wegnehmen.
  • Vanillestange aufschneiden und das Mark herauskratzen.
  • Schote, Mark und restlichen Zucker mit der Milch aufkochen lassen. Kurz abkühlen lassen und zur Eigelbmasse geben
  • Sahne kurz schlagen (muss nicht steif werden) und unter die abgekühlte Masse heben.
  • Kühl stellen.

Notizen

So schnell wie möglich verbrauchen, wegen der rohen Eier!

Nutrition

Portion: 1g | Kalorien: 185kcal | Kohlenhydrate: 18g | Eiweiß: 5.1g | Fett: 10g

Entwickelt in Kooperation mit der Arbeitsgemeinschaft Prävention und Integrative Onkologie (PRIO) in der Deutschen Krebsgesellschaft unter Förderung durch die Deutsche Krebsgesellschaft.

Golden Milk

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Golden Milk

Kurkuma hat zwar keine Zauberkräfte (auch wenn ihm das oft nachgesagt wird), aber die Golden Milk schmeckt einfach lecker und wärmt - besonders im Winter.
Gericht: Getränk / Saft / Smoothie, Zwischenmahlzeit / Snack
Land & Region: Indisch
Portionen: 1
Kalorien: 229kcal
Autor: Barbara Scheerer, Diätassistentin

Zutaten

  • 100 ml Kokosnuss- Milch
  • 200 ml Kokosnuss Drink
  • 1 Daumendickes Stück Kurkuma
  • 1 Daumendickes Stück Ingwer
  • 1 Prise Zimt
  • Pfeffer
  • Honig nach Belieben

Anleitungen

  • Kokosnuss- Milch und Kokosnuss Drink gemeinsam mit Zimt im Topf erhitzen
  • Kurkuma und Ingwer dazu reiben
  • Durch ein Sieb streichen
  • Mit Honig und Pfeffer abschmecken

Notizen

Von Mai Thi Nguyen-Kim und funk (ARD & ZDF) gibt es ein tolles Video zum Thema Kurkuma

Nutrition

Portion: 300ml | Kalorien: 229kcal | Kohlenhydrate: 8.5g | Eiweiß: 2.2g | Fett: 20.5g | Ballaststoffe: 0.2g

Elisenlebkuchen

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Elisenlebkuchen mit Energieanreicherungspulver

Gericht: Brot / Gebäck / Kuchen, Nachspeise / Dessert, Süßspeise, Zwischenmahlzeit / Snack
Land & Region: Deutsch
Keyword: eiweißreich, energiereich, mit Trinknahrung / Anreicherungspulver, Weihnachten
Beschwerde: Appetitlosigkeit, ungewollter Gewichtsverlust
Portionen: 20
Kalorien: 151kcal
Autor: Barbara Scheerer, Diätassistentin

Zutaten

Lebkuchen:

  • 3 Eier
  • 70 g brauner Zucker
  • 50 g Zitronat
  • 50 g Orangeat
  • 1 EL Honig
  • 1 TL Zimt
  • 1 TL Lebkuchengewürz
  • 1 Pr. Salz
  • 125 g Mandeln gemahlen
  • 125 g Haselnüsse gemahlen
  • 25 g EnergeaP
  • 20 Stück Oblaten

Glasuroption 1

  • 100 g Puderzucker
  • 3 El Zitronensaft

Glasuroption 2

  • Kuvertüre

Anleitungen

  • Backofen auf 150°C Ober-und Unterhitze vorheizen
  • 3 Eier mit 70 g braunem Zucker schaumig rühren.
  • 50 g Zitronat und 50 g Orangeat Klein mixen und in die Eiermasse geben.
  • 1 EL Honig, 1TL Zimt, 1 TL Lebkuchengewürz, 1 Pr. Salz, 125 g Mandeln gemahlen, 125 g Haselnüsse gemahlen und 25 g EnergeaP zu der Eiermischung geben und unterrühren.
  • Masse auf Oblaten geben bei 150°C Ober-und Unterhitze ca. 20 min. backen

Für die Glasur

  • Glasuroption 1: 100 g Puderzucker mit 3 El Zitronensaft verrühren
    Glasuroption 2: Kuvertüre im Wasserbad schmelzen und die warmen Lebkuchen damit bestreichen
  • Trocknen lassen und anschließend in verschließbaren Plätzchendosen aufbewahren.

Nutrition

Portion: 38g | Kalorien: 151kcal | Kohlenhydrate: 14.4g | Eiweiß: 4.5g | Fett: 8.8g | Ballaststoffe: 1.8g
Photo by Adonyi Gábor from Pexels

Darf ich Milchprodukte essen und Milch trinken, wenn ich Krebs habe?

Milch und Milchprodukte sind wichtige Lieferanten von Eiweiß, Energie, Calcium, Vitamin D und vielen weiteren Nährstoffen. Sie können Ihnen dabei helfen, Ihren bei Krebs erhöhten Eiweißbedarf zu decken. Auch wenn Sie Schwierigkeiten haben ausreichend zu essen und dadurch Gewicht- und Muskelmasse verlieren, sind Milchprodukte eine gute Wahl.

Gibt es Alternativen, wenn ich keine Kuhmilchprodukte essen will?

Wenn Sie überwiegend auf Milchalternativen zurückgreifen, achten Sie darauf, dass den Produkten Calcium und Vitamin D zugesetzt sind. Die meisten Milchalternativen haben auch nur einen geringen Eiweißanteil (z.B. Kokosmilch, Mandelmilch, Hafermilch, Reismilch). Achten Sie bei der Verwendung dieser Milchalternativen also darauf, ausreichend andere Eiweißquellen in Ihren Speiseplan einzubauen. Sojamilch ist eine der wenigen Ausnahmen, die einen ähnlichen Eiweißgehalt, wie Kuhmilch aufweist.

Hier finden Sind eine Tabelle mit den Nährwertzusammensetzungen von verschiedenen Milchsorten bzw. Milchalternativen. Bitte beachten Sie, dass sich die Nährwerte von Hersteller zu Hersteller und von Produkt zu Produkt unterscheiden können.

Hat Milchkonsum einen Einfluss auf die Krebsentstehung?

Der gemeinnützige World Cancer Research Fund sichtet und bewertet regelmäßig tausende von Studien, die weltweit den Zusammenhang zwischen Ernährung, Bewegung und der Entstehung von Krebs untersuchen.

Dem neusten Bericht von 2018 zufolge, gibt es starke Hinweise darauf,

  • dass der Verzehr von Milch und Milchprodukten das Risiko für Darmkrebs verringert.

Sehr eingeschränkte Hinweise gibt es darauf,

  • dass der Verzehr von Milch und Milchprodukten das Riskio für Brustkrebs vor der Menopause verringert,
  • und dass ein hoher Verzehr von Milch und Milchprodukten (mehr als 400 g täglich) das Risiko für Prostatakrebs erhöht.

Für die Entstehung anderer Krebsarten gibt es bisher keine überzeugenden Beweise, die einen positiven oder negativen Zusammenhang mit dem Verzehr von Milch und Milchprodukten bestätigen.

Wie viel Milch und Milchprodukte soll ich pro Tag essen?

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt täglich 200 – 250 g Milch und Milchprodukte sowie zwei Scheiben (50 – 60 g) Käse. Gut für die Verdauung sind dabei besonders fermentierte Milchprodukte wie Joghurt, Kefir und Buttermilch.

Wenn Sie ungewollt an Gewicht verlieren, weil Sie Schwierigkeiten haben, genügend Kalorien aufzunehmen, können Sie mehr Milch und Milchprodukte – besonders die fettreichen – in Ihren Speiseplan einbauen und z.B. Sahne, Crème fraîche und Butter zur Anreicherung von Speisen verwenden.

Fettarme vs. vollfette Milch und Milchprodukte: Welche sind für mich besser geeignet?

  • Wenn Sie Gewicht verlieren oder nur wenig essen können: greifen Sie zu Milch und Milchprodukten mit einem hohen Fettgehalt. Diese können Ihnen dabei helfen, Ihr Gewicht zu stabilisieren. Eine Gewichtsstabilisierung bringt Ihnen Vorteile wie Erhalt der Muskelmasse, besseres Therapieansprechen und geringere Infektanfälligkeit.
  • Wenn Ihr Gewicht stabil ist: wählen Sie den Fettgehalt, der Ihnen am besten schmeckt und bekommt.
  • Wenn Sie eher Gewicht zunehmen: wählen Sie fettarme Milch und Milchprodukte, wenn Sie an dieser Stelle Kalorien sparen wollen.

Tipp: Mischen Sie selbst naturbelassene Milchprodukte (z.B. Naturjoghurt) mit Obst, Gemüse, Kräutern und Gewürzen. Die stark verarbeiteten Milchprodukte wie z.B. Fruchtjoghurt und Milchmischgetränke enthalten oft viel zugesetzten Zucker.

Wurden Milch und Milchprodukte von den kanadischen Ernährungsempfehlungen gestrichen?

In einigen Medien wurde berichtet, dass Milch- und Milchprodukte nicht mehr Teil der aktuell erschienenen kanadischen Ernährungsempfehlungen sind. Diese Aussage ist so nicht ganz richtig. Milch und Milchprodukte werden nicht mehr als eigene Gruppe aufgeführt, sondern werden mit anderen Eiweißlieferanten zusammengefasst dargestellt (Fleisch, Eier, Soja, Nüsse, etc.). Pflanzliche Eiweißquellen sollen lt. den kanadischen Empfehlungen bevorzugt konsumiert werden, da diese mehr Ballaststoffe und weniger gesättigte Fettsäuren enthalten. Das heißt aber nicht, dass Milch oder andere tierische Eiweißlieferanten nicht mehr gegessen werden sollen. Eiweißreiche Lebensmittel (aus tierischer und pflanzlicher Herkunft) sollten ¼ der täglichen Nahrungsaufnahme entsprechen. Für Kinder soll der Konsum von Milch und Milchprodukten nicht eingeschränkt werden.

Quellen

Government of Canada. Eat protein foods, Food Guide Canada, 2019. https://food-guide.canada.ca/en/healthy-eating-recommendations/make-it-a-habit-to-eat-vegetables-fruit-whole-grains-and-protein-foods/eat-protein-foods/ (letzte Aktualisierung: 01/2019)

Government of Canada. Eat a variety of healthy foods each day, Food Guide Canada, 2019. https://food-guide.canada.ca/en/

World Cancer Research Fund/American Institute for Cancer Research. Continuous Update Project. Diet, Nutriton, Physcial Activity and the Prevention of Cancer. Summary of evidence. https://www.wcrf.org/sites/default/files/Matrix-for-all-cancers-A3.pdf (Zugegriffen am 7.2.2019)

S͆rednicka-Tober, D. et al. Higher PUFA and n-3 PUFA, conjugated linoleic acid, α-tocopherol and iron, but lower iodine and selenium concentrations in organic milk: A systematic literature review and meta- and redundancy analyses. Br. J. Nutr. 115, 1043–1060, 2016.

Max Rubner-Institut. Ernährungsphysiologische Bewertung von Milch und Milchprodukten und ihren Inhaltsstoffen. Bundesforschungsinstitut für Ernährung und Lebensmittel, 2014.

Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V. DGE-Ernährungskreis. https://www.dge.de/
ernaehrungspraxis/vollwertige-ernaehrung/ernaehrungskreis/. (Zugegriffen am 2.2.2019)

Erstellt am: 3. Juni 2019
Nächste geplante Aktualisierung: 2022

Autorin: Carina Eckhardt, M.Sc. Diätologin
Recherche, Qualitätssicherung und Inhaltliche Freigabe: Nicole Erickson, M.Sc. Ernährungswissenschaftlerin, Diätassistentin
Redaktion und didaktische Überarbeitung: Sandra Neubauer, Anne Blumers

Photo by Heather Barnes on Unsplash

Was ist Trinknahrung?

Was Sie über Trinknahrung wissen müssen:

Trinknahrung ist Ihre Geheimwaffe in schwierigen Zeiten.

  • Sogenannte vollbilanzierte Trinknahrung (auch Astronautennahrung genannt) enthält alle lebensnotwendigen Kalorien und Nährstoffe, die Ihr Körper braucht.
  • Sie ist flexibel einsetzbar: als Ergänzung oder als Ersatz für normale Lebensmittel.
  • Verwenden Sie zusätzlich Trinknahrung mit mindestens 1,5 kcal/ml, wenn Ihnen das Essen schwer fällt oder wenn Sie abnehmen, obwohl Sie normal essen.
  • Trinknahrung kann auch eine Entlastung sein, wenn Sie viel unterwegs sind oder es Sie sehr anstrengt, Essen zuzubereiten.
  • Sie bekommen Trinknahrung in der Apotheke, im Sanitätshaus oder Online.
  • Ihr Arzt kann Ihnen ein Rezept für Trinknahrung geben.
  • Es gibt mittlerweile zahlreiche Geschmacksrichtungen in flüssiger Form, als Pulver oder als Pudding.

Was ist Trinknahrung?

Medizinische Trinknahrung gibt es in vielen Varianten. Je nach Anwendungsgebiet unterscheiden sich ihre Inhaltsstoffe und ihr Kaloriengehalt. Für Krebspatienten im Kampf gegen Gewichtsverlust und Mangelernährung eignet sich die sogenannte vollbilanzierte, hochkalorische Trinknahrung. Vollbilanziert bedeutet, die Trinknahrung enthält alle lebensnotwendigen Nähr- und Vitalstoffe wie Kalorien, Eiweiß, Kohlenhydrate, Fette, Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente. Deshalb kann sie als Ergänzung oder bei Bedarf auch als Ersatz für normale Lebensmitteln verwendet werden.

Durch die hohe Energiedichte (mindestens 1,5 kcal/ml) enthalten bereits kleine Portionen viele Kalorien und Nährstoffe. Das heißt, um den Körper zu versorgen reicht der Verzehr kleinerer Mengen aus.

Trinknahrung ist in verschiedenen herzhaften und süßen Geschmacksrichtungen erhältlich, in flüssiger Form, als Pulver oder Pudding.

Die Ursprünge der heutigen Trinknahrung liegen in der Astronautenkost, die erstmals in den 1960er Jahren in der Raumfahrt verwendet wurde. Deshalb wird sie auch Astronautennahrung genannt.

Wann wird Trinknahrung eingesetzt und wird Sie von der Krankenkasse bezahlt?

Trinknahrung dient dem Erhalt oder der Verbesserung des Ernährungszustandes. Ihr Arzt kann Ihnen Trinknahrung wie ein Arzneimittel verordnen: Sie erhalten dann ein Rezept, mit dem Sie sich die Flüssignahrung in der Apotheke holen können. Dann übernimmt die Krankenkasse die Kosten.

Trinknahrung kann verschrieben werden, bei:

  • diagnostizierter Mangelernährung
  • ungewollter Gewichtsabnahme
  • Beschwerden, die die normale Ernährung erschweren (Appetitlosigkeit, Kau- und Schluckstörungen)
  • nachgewiesenem Energie- und Proteinmangel
  • erhöhtem Energie- und Eiweißbedarf, der nicht über die normale Ernährung gedeckt werden kann

Was sind die Vorteile von Trinknahrung?

  • Große Geschmacksvielfalt (neutral, süß, pikant, fruchtig, milchig)
  • Verschiedene Konsistenzen verfügbar (Drink, Pudding, Pulver)
  • Voll ausbilanziert – es ist alles enthalten was der Körper braucht (Eiweiß, Fett, Kohlenhydrate, Kalorien, Vitamine, Mineralstoffe, …)
  • Hohe Energiedichte
  • Proteinreich
  • Auch lactosearm bzw. –frei und glutenfrei erhältlich
  • Sofort verzehrfertig, einfache Handhabung
  • Praktisch unterwegs, gut transportabel
  • Angenehme Portionsgrößen
  • Verordnungsfähig – der Arzt kann Trinknahrung verschreiben
  • Wirksamkeit klinisch nachgewiesen

Welche Trinknahrung gibt es

Trinknahrung unterscheidet sich in verschiedenen Kategorien:

  1. Kaloriengehalt: Trinknahrungen unterscheiden sich in ihrem Kaloriengehalt pro Milliliter. Für Krebspatienten eignet sich die hochkalorische Trinknahrung. Sie hat mindestens 1,2 kcal pro ml.
  2. Nährstoffe: Auch die Nährstoffzusammensetzung von Trinknahrung kann unterschiedlich sein. Je nachdem für welchen Zweck und für welches Krankheitsbild sie entwickelt wurde. Für Krebspatienten empfehlen wir die sogenannte vollbilanzierte Trinknahrung. Sie enthält alle Nährstoffe, die der Körper braucht und ist deshalb die ideal Ergänzung zur normalen Ernährung oder kann diese sogar komplett ersetzen, wenn es Ihnen schwer fällt, normale Nahrung aufzunehmen.
  3. Geschmack: Es gibt Trinknahrung in verschiedensten Geschmacksrichtungen in süß, neutral und herzhaft. (Welche das genau sind, sehen Sie in unserer Übersicht: Geschmacksrichtungen Trinknahrung)
  4. Konsistenz: Es gibt Trinknahrung flüssig, puddingartig und als Pulver zum Anrühren als Getränk oder zum Einrühren in normales Essen.
  5. Grundlage / Basis: Trinknahrung gibt es auf Basis von Milch, Joghurt, Saft oder natürlicher Lebensmittel.

Wo gibt es Trinknahrung und was kostet sie?

Trinknahrung erhalten Sie in der Apotheke, in Sanitätshäusern oder im Online-Fachhandel. Die einzelnen Hersteller haben meistens auch Online-Shops.

Ohne Rezept kostet ein 200 ml Fläschchen Trinknahrung circa 3 Euro. Es gibt aber auch größere Pakete, die dann günstiger werden. Trinknahrungspulver kostet zwischen 7 und 15 Euro pro 400-Gramm-Dose.

Tipps zum Kochen mit Trinknahrung

  • Trinknahrung kann erwärmt, gekühlt und gefroren serviert, oder auch zum Backen und Kochen verwendet werden.
  • Generell sollten die Trinknahrungen, auch in Pulverform, nicht zu sehr erhitzt werden, damit die Nährstoffe in ihrer angegebenen Menge und Qualität erhalten bleiben.
  • Eine kurzfristige Erhitzung auf 60 ° – 70 °C ist jedoch möglich und schadet den meisten Nährstoffen nicht. • Allerdings sollten die Nahrungen nicht gekocht werden, da sie sonst ausflocken. Deshalb die Trinknahrung möglichst erst zum Ende der Zubereitung zu den Speisen zugeben und unter ständigem Rühren nur kurz erhitzen. So bleiben die meisten Nährstoffe erhalten.
  • Haben die Speisen und Getränke eine Temperatur unter 70 °C , kann Trinknahrungspulver direkt in das gewünschte Nahrungsmittel eingerührt werden. Bei einer höheren Temperatur muss das Pulver zunächst in wenig lauwarmer Flüssigkeit angerührt werden (25–50 ml), damit es sich gut löst. Die Mischung wird dann kurz vor dem Servieren zum gewünschten Nahrungsmittel gegeben. Während oder nach der Zugabe des Pulvers sollte die Flüssigkeit nicht mehr aufgekocht werden.
  • Durch die beige Farbe der neutralen Varianten bekommen helle Gerichte wie z.B. Kartoffelbrei oder Vanillepudding ebenfalls ein karamelfarbiges Aussehen. Das kann sehr gut durch Zugabe von etwas Sahne oder bei pikanten Gerichten durch Kräuter aufgehoben werden.
  • Den etwas süßlichen Geschmack von neutralen Sorten können Sie mit etwas Sauerrahm / saurer Sahne und auch Essig oder Zitronensaft ausgleichen (Achtung: bei Mengen über 1 Teelöffel kann die Säure dazu führen, dass die Trinknahrung gerinnt).
    Tipps zum Backen mit Trinknahrung
  • In Teige kann Trinknahrungspulver sehr gut untergearbeitet werden. Es können ca. 50 – 80 g pro 100 g Mehl zugefügt werden.
  • Die in der Zubereitungsanleitung angegebene Milch oder Sahnemenge kann bspw. bei Rührteigen, Pfannkuchen, Waffeln oder auch Gratins durch Trinknahrung ersetzt werden und wie in der Anleitung beschrieben zubereitet werden.

 

Praxistipps Drinks

  • Langsam und schluckweise trinken. Nehmen Sie sich für ein Fläschchen mindestens eine halbe Stunde Zeit, damit die Trinknahrung gut verdaut werden kann und keine Verdauungsbeschwerden entstehen.
  • Schön anrichten (in Glas umfüllen, mit Strohhalm servieren)
  • Als gekühlter Shake mit Eiswürfel
  • Trinknahrung mit Milch, Kakao, Kaffee, Mineralwasser oder Fruchtsäften mischen
  • Eiswürfel zum Lutschen daraus herstellen
  • Als Soße über Obstsalat gießen
  • Unter einen Pudding oder in Brei mischen
  • Wenn Sie auch noch normale Nahrung essen, nicht vor bzw. zu einer Hauptmahlzeit trinken, sondern lieber als Dessert oder Zwischenmahlzeit
  • Neutrale Sorten statt Milch verwenden (z.B. in Rührei, Semmelknödel, Kuchen,…)
  • Neutrale Sorten in Suppen und Soßen unterrühren

Praxistipps Cremes/Pudding

  • Gut gekühlt genießen
  • Frisches Obst kleinschneiden und unterheben
  • Cremes unter Haferbreie mischen
  • Warme Beeren auf das Vanilledessert geben, Art „heiße Liebe“
  • Cremes unter Joghurt oder Quark mischen
  • Als Creme über Obstsalat geben
  • Löffelbiskuit abwechselnd mit Creme schichten und mit Kakao bestäuben
  • Cremes als Füllung für Pfannkuchen verwenden
  • Tipp: Cremes ins Gefrierfach legen, danach kurz auftauen lassen und eisgekühlt als „Sorbet“ genießen.

Praxistipps Suppen

    • Pikante Trinknahrungen mit Gemüsebrühe mischen
    •  In Suppen oder Soßen unterrühren
    •  Frische Kräuter (Petersilie, Schnittlauch, Liebstöckel, Oregano, Basilikum, Thymian, Rosmarin,…) untermischen oder als Garnitur darüber streuen
    • Suppen mit gerösteten Kernen (Kürbis, Sesam, Sonnenblumen) bestreuen
    • Suppen mit einem Schuss Sahne verfeinern oder mit einem Klecks Schmand garnieren und servieren
    • Suppen als Soße zu Fleischstreifen, Reis, Nudeln oder Kartoffeln
    • Suppe mit gewürfeltem Käse servieren
    • Speck-, Schinken- oder Tofuwürfel oder Croutons anbraten und darüber streuen
    • Hackfleischbällchen in Tomatensuppe geben und mit Mozzarella überbacken, dazu passt Reis

Wie lange ist Trinknahrung haltbar und wie sollte sie gelagert werden?

  • Trinknahrung sollte bei Raumtemperatur gelagert werden.
  • Eine Lagerung bei höheren Temperaturen ist zu vermeiden, da es ein verstärktes Absinken des pH-Wertes, eine dunklere Farbe und einen beschleunigten Vitaminabbau bewirkt.
  • Nach Anbruch sind Flüssigkeiten im Kühlschrank aufzubewahren und innerhalb von 24 Stunden zu verbrauchen.
  • Angerührte Zubereitungen müssen sofort verzehrt werden.

 

Download:

Rezepte mit Trinknahrung

Rezeptvorlage

Pro Rezept  können 3 Geschmacksrichtungen angeführt werden oder ein „Mischkarton“ der alle Sorten beinhaltet.

Wenn man einen Mischkarton angibt, können Sie sich eventuell die Sorten in der Apotheke individuell zusammenstellen lassen. Das hängt aber von der Apotheke ab und auch in welchen Einheiten die Trinknahrung verkauft wird.

Bei manchen Herstellern können Sie nach einem kurzen Beratungsgespräch eine passende Probe zugesendet bekommen und so verschiedene Geschmacksrichtungen und Hersteller ausprobieren.

Erstellt am: 22. Mai 2019
Nächste geplante Aktualisierung: 2022

Autorin: Carina Eckhardt, M.Sc. Diätologin
Recherche, Qualitätssicherung und Inhaltliche Freigabe: Nicole Erickson, M.Sc. Ernährungswissenschaftlerin, Diätassistentin
Redaktion und didaktische Überarbeitung: Sandra Neubauer, Anne Blumers

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Warum soll ich während einer oralen Krebstherapie keine Grapefruit essen?

Viele von Ihnen haben vermutlich bereits gehört, dass Sie während der Medikamenteneinnahme auf Grapefruit und Grapefruitsaft verzichten sollten. Aber warum eigentlich?

Der Grund dafür sind bestimmte Inhaltsstoffe der Grapefruit – Furanocumarine und Naringin. Diese Stoffe hemmen im Dünndarm Enzyme, die am Abbau vieler Medikamente beteiligt sind. Dies betrifft auch diverse oral eingenommene Chemotherapeutika und Immunsuppressiva, die z.B. nach einer Stammzellentransplantation eingenommen werden müssen.

Bei einigen Medikamenten führt die Blockierung der Enzyme dazu, dass größere Mengen des Wirkstoffs aufgenommen werden, als gewünscht – das Medikament wird also überdosiert. Das kann zum Teil schwerwiegende und lebensbedrohliche Nebenwirkungen auslösen.

Doch auch der umgekehrte Fall kann eintreten: Manche Medikamente brauchen die blockierten Enzyme, um wirken zu können. Diese Medikamente werden also in ihrer Wirkung geschwächt oder ganz wirkungslos.

Um diese Effekte auszulösen, kann schon ein einziges Glas Grapefruitsaft (200 ml) ausreichen! Die Enzyme bleiben davon dann mehrere Tage lang gehemmt und sind frühstens nach 3 Tagen wieder vollständig hergestellt. Es bringt also nichts, Grapefruitprodukte zeitversetzt zu den Medikamenten einzunehmen.

Verzichten Sie deshalb während der gesamten Dauer einer oralen Krebstherapie auf alle Arten von Grapefruits und Grapefruitsaft, um mögliche unerwünschte Nebenwirkungen oder einen Wirkverlust Ihrer Medikamente zu vermeiden. Bedenken Sie, dass auch in Multivitaminsäften oder Marmeladen Grapefruit enthalten sein kann.

Wenn Sie eine Chemotherapie über die Venen (intravenös) verabreicht bekommen, halten Sie am besten Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, ob sie auf Grapefruit verzichten müssen. Da die meisten Patienten jedoch zusätzlich noch weitere Medikamente oral einnehmen, die möglicherweise Wechselwirkungen mit Grapefruit haben können, sind Sie auf der sicheren Seite, wenn Sie ebenfalls auf Grapefruit verzichten oder sich die Beipackzettel Ihrer Medikamente genau durchlesen.

Darf ich Ananas, Pomelo & Co essen?

Für Pampelmusen/Pomelos, Pomeranzen (Bitter- oder Sevilla-Orangen) und Clementinen gibt es Hinweise auf eine ähnliche enzymhemmende Wirkung. Sie sollten daher auch auf diese Zitrusfrüchte verzichten, wenn Ihre Medikamente Wechselwirkungen mit Grapefruit aufweisen.

Die gleichzeitige Einnahme von bestimmten Medikamenten mit Orangensaft und Apfelsaft kann möglicherweise die Aufnahme aus dem Darm vermindern. Dies wurde in Studien bei einzelnen Medikamenten zur Blutdrucksenkung und Antihistaminika nachgewiesen. Diese Medikamente sollten nicht zeitgleich mit Säften eingenommen werden, um mögliche Wechselwirkungen zu vermeiden. Eine zeitverzögerte Einnahme mit einem Abstand von mind. 4 Stunden ist daher empfehlenswert.

In Zellstudien hat auch Ananassaft die Aktivität von bestimmten Enzymen gehemmt, die am Abbau diverser Medikamente beteiligt sind. Es gibt noch zu wenige Untersuchungen, ob sich dies auf den Menschen übertragen lässt, welche Medikamente betroffen sind und ob die Auswirkung auf den Medikamentenspiegel überhaupt relevant ist. Empfehlungen lassen sich daher zum derzeitige Zeitpunkt nicht ableiten.

Was bedeutet das für die Praxis?

  • Verzehren Sie keine Grapefruit, Pomelo und Pomeranzen, während einer oralen Krebstherapie.
  • Lesen Sie immer die Packungsbeilage Ihrer Medikamente und verzichten sie auf die dort erwähnten Lebensmittel/Getränke, die Wechselwirkungen hervorrufen können.
  • Achten Sie grundsätzlich auf die Angaben auf den Beipackzetteln bezüglich Einnahmezeit und Wechselwirkungen.
  • Nehmen Sie Medikamente sicherheitshalber nicht zeitgleich mit Fruchtsäften ein.
  • Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, wenn Unsicherheiten bestehen.

Quellen:

A. Hahn. Ernährung und Arzneimittel, in: Biesalski H.K. et al. Ernährungsmedizin, Georg Thieme Verlag KG, 2018, S. 588-593.

American Institute for Cancer Research. Grapefruit, FAQ. http://www.aicr.org/foods-that-fight-cancer/grapefruit.html#ask-the-expert (letzter Zugriff: 15.01.2019)

M. Chen, S. Zhou, Fabriaga E, et al. Food-drug interactions precipitated by fruit juices other than grapefruit juice: an update review. Journal of food and drug analysis, 26, 2018, S. 61-71.

FDA. Grapefruit Juice and Some Drugy Don’t Mix. Us. Food & Drug Administration. https://www.fda.gov/ForConsumers/ConsumerUpdates/ucm292276.htm (letzte Aktualisierung: 07/2017)

R. Hermann. Arzneitmittelinteraktionen mit Grapefruit. Deutsche Apotheker Zeitung, Nr.7, 2013, S. 38. https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/daz-az/2013/daz-7-2013/arzneimittelinteraktionen-mit-grapefruit

M. Hidaka, M. Nagata, Y. Kawano, et al. Inhibitory Effects of Fruit Juices on Cytochrome P450 2C9 Activity in Vitro, Bioscience, Biotechnology, and Biochemistry, 72:2, 406-411, 2008. https://www.tandfonline.com/doi/pdf/10.1271/bbb.70511

H.Petri. Arzneimitteltherapiesicherheit: Das Interaktionspotenzial konventioneller Zytostatika. Dtsch. Arztebl. 114(48), 2017 https://www.aerzteblatt.de/archiv/194963/Arznei%C2%ADmittel%C2%ADtherapie%C2%ADsicherheit-Das-Interaktionspotenzial-konventioneller-Zytostatika

C. Ritter. Wechselwirkungspotenzial von Fruchtsäften, DAZ Nr.50, 2008, S. 42 https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/daz-az/2008/daz-50-2008/wechselwirkungspotenzial-von-fruchtsaeften

P. Zagermann-Muncke. Interaktionen Grapefruit und Arzneimittel. GOVI Verlag, Ausgabe 31, 2005 https://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=pharm1_31_2005

Erstellt am: 6. Mai 2019
Nächste geplante Aktualisierung: 2022

Autorin: Carina Eckhardt, M.Sc. Diätologin
Recherche, Qualitätssicherung und Inhaltliche Freigabe: Nicole Erickson, M.Sc. Ernährungswissenschaftlerin, Diätassistentin
Redaktion und didaktische Überarbeitung: Sandra Neubauer, Anne Blumers

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EINLADUNG ZUR STUDIE „PLUS-Value:

Diese Studie ist bereits abgeschlossen. Wir versuchen Studien, wie diese immer zu unterstützen. Sollten Sie Interesse haben zukünftig über Umfragen und Studien informiert zu werden, melden Sie sich bitte zu unserem Newsletter (immer am unteren Ende jeder Seite) an. Wir halten Sie gerne auf dem Laufenden.

Interdisziplinäres Ernährungsversorgungskonzept – Evaluative Analyse des Ernährungsberatungsbedarfs“ des CCC MünchenLMU

Sie sind ein/e Magenkrebsbetroffene/r? Dann suchen wir Sie!
Wir möchten von Ihnen als Magenkarzinompatient Auskunft über ihr Wissen im Bereich Ernährung bekommen, Ihre Ernährungsversorgungssituation besser kennenlernen und ggf. eine persönliche Einschätzung zu ihrer Erfahrung mit individueller, krankheitsbezogener Ernährungsberatung erhalten.

Was sind die Ziele?

  1. Grundlage für ein optimiertes Ernährungsversorgungskonzept für Magenkarzinompatienten schaffen
  2. Offenlegung einer eventuellen Divergenz zwischen Soll- und Ist-Zustand im Bereich der Versorgung von Magenkarzinompatienten hinsichtlich der Ernährungsberatung
  3. Grundlage für unabhängige zukünftige Studien

Was
sind die Inhalte der Befragung?
(Der Fragebogen ist anonym, Dauer:
ca.15 Minuten)

Es
werden demographische Daten, die Ernährungsversorgungssituation, das
Ernährungswissen, sowie ggf. Erfahrungen mit individueller, krankheitsbezogener
Ernährungsberatung erfragt.

Zusätzlich
finden Sie eine Patienteninformation und Einverständniserklärung, sodass Sie im
Voraus bestens informiert sind.

Wie
nehme ich teil?

Der
Fragebogen wird Ihnen auf dem sicheren Umfrageportal „SurveyMonkey“ zur
Verfügung gestellt.
Hier der Link: https://www.surveymonkey.de/r/RFC5D3P
Einfach anklicken, die Umfrage kann auf allen internetfähigen Geräten
(Smartphone, Tablet, PC, …) durchgeführt werden.

Für Fragen steht Ihnen unter der im Umfrageportal angegebenen Telefonnummer von Montag bis Freitag jeweils von 08:00 – 16:00 Uhr ein Projektmitglied zur Verfügung. Falls Ihnen das Ausfüllen schwerfällt, können Sie sich dabei gerne ebenfalls telefonisch helfen lassen.

Um Ihnen einen zusätzlichen Nutzen zu schaffen, lassen Sie
uns gerne wissen worüber Sie ernährungsbezogen auf unserer Website informiert
werden möchten und wir bearbeiten dies für Sie.

Wir und alle Magenkarzinompatienten, die später einmal von den Ergebnissen profitieren werden, würden uns sehr über jeden einzelnen Teilnehmer freuen

Vielen Dank, dass Sie sich die Zeit für unser Anliegen
genommen haben.

Mit freundlichen Grüßen,

Nicole Erickson

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Wirken Superfoods gegen Krebs?

Superfoods sind ein echter Hype. Exotische Produkte wie Goji-Beeren, Hanfsamen, Spirulina und Quinoa werden als Superfood bezeichnet. Es gibt aber keine Studien, die eine besondere Wirkung dieser „Ausnahmetalente“ belegen. Im Gegenteil: Studienergebnisse zeigen, dass eine möglichst abwechslungsreiche und bunte Ernährung am besten sicherstellt, dass der menschliche Körper optimal versorgt wird. Außerdem gilt unter Therapie immer der Grundsatz den Körper möglichst fit zu halten und das erreichen Sie vor allem über ein stabiles Gewicht. Hinzukommt, dass die meisten teuren Superfoods  ein „heimisches“, billigeres Pendant haben. 

Superfoods und ihr Ruf als Allheilmittel

Superfoods sind angeblich besonders reich an verschiedenen guten Nährstoffen wie Vitaminen, Mineralstoffen und Antioxidantien. Darüber hinaus wird häufig behauptet, dass Superfoods einen positiven Beitrag zu unserer Gesundheit leisten würden. Durch ein ausgeklügeltes Marketing haben sie das Image von Naturheilmitteln.

“Superfood” ist kein offizieller Begriff

Der Begriff “Superfood” ist keine offizielle Klassifizierung. Jeder kann diesen Begriff nach eigenem Ermessen verwenden. Dies kann irreführend sein oder sogar zu einer einseitigen Ernährung führen. Eine Vielzahl an Studien belegen aber, dass gerade die Variation verschiedenster  Lebensmittel gesünder ist als der Verzehr von einem Produkt in großen Mengen.

Abwechslungsreiche Ernährung ist besser

Wenn man schon unbedingt von Superfoods reden will, dann könnten  eigentlich alle Lebensmittel Superfood genannt werden, die reich an Mikronährstoffen sind.  So betrachtet können fast alle Obst- und Gemüsesorten als Superfood gelten. Schliesslich enthalten sie wertvolle Vitamine und Mineralien, Sekundäre Pflanzenstoffe und oft auch Antioxidantien.

Eine abwechslungsreiche Ernährung in Verbindung mit gesundem Gewicht und Bewegung ist die gesündeste Lebensweise, die nachweislich das Krebsrisiko (in der Prävention, also vor und nach einer Erkrankung) senkt. Sollten Sie an Krebs erkrankt sein und sich unter Therapie befinden, gilt sowieso immer der Grundsatz das Gewicht möglichst stabil zu halten (lesen Sie hier mehr zum Thema: Wieso ist es so wichtig das Gewicht bei einer Krebserkrankung  stabil zu halten?).

Forschungsergebnisse zeigen, dass jeder Mensch Nährstoffe anders absorbiert, deshalb raten wir Ihnen Ihre Ernährung möglichst bunt und abwechslungsreich zu gestalten. So stellen Sie sicher, dass Sie die Nährstoffe erhalten, die für Ihren Körper gut und wichtig sind, anstatt sich auf ein oder mehrer Superfoods zu beschränken. Die meisten Stoffe in den exotischen Superfoods finden sich ebenfalls in den günstigeren „heimischen“ Pendants. Statt Chiasamen können Sie beispielsweise einfach Leinsamen wählen (Achtung: Leinsamen wirkt verdauungsfördernd, nicht bei Durchfall verwenden. Außerdem heben Leinsamen die Wirkung einiger Medikamente auf, also bitte mit dem Arzt abstimmen!)

Warnung für gesundheitsbezogene Angaben

Experten, unter anderem der World Cancer Research Fund, warnen vor gesundheitsbezogenen Angaben in der Werbung für Superfoods, da sie wissenschaftlich nicht belegt sind. Darüber hinaus enthalten die exotischen Produkte, die relativ teuer sind, oft weit weniger Vitamine und Mineralien, als uns die Hersteller und Händler glauben machen.

Der World Cancer Research Fund betont, dass es keine wissenschaftlichen Beweise dafür gibt, dass die “exotischen”Superfoods das Risiko an Krebs zu erkranken verringern oder gar das Wachstum von Krebszellen hemmen. 

Mehr zum Thema:

Mehr zum Thema Superfoods lesen Sie in diesem ausführlichen Artikel der Verbraucherzentrale: Superfood – Hype um Früchte und Samen

Erstellt am: 13. Dezember 2018
Nächste geplante Aktualisierung: 2021

Autorin: Carina Eckhardt, M.Sc. Diätologin
Recherche, Qualitätssicherung und Inhaltliche Freigabe: Nicole Erickson, M.Sc. Ernährungswissenschaftlerin, Diätassistentin
Redaktion und didaktische Überarbeitung: Sandra Neubauer, Anne Blumers